Unger legt Wert auf Kleinigkeiten

Marburgs Spielerin Tonisha Baker erhält Anweisungen von ihrem Trainer Patrick Unger. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Chemcats Chemnitz (Samstag, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Zum vorletzten Heimspiel der Bundesliga-Hauptrunde empfangen die Marburgerinnen den Tabellenvorletzten aus Chemnitz. So oder so wird es ein besonderes Spiel.


Mit vier Punkten nach oben und nach unten hat das Pharmaserv-Team vier Spieltage vor den Playoffs Platz fünf ziemlich sicher. Das gilt allerdings nur, sofern sich die Mittelhessinnen keinen Ausrutscher mehr gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller erlauben.

Eine davon ist der kommende Gegner. Die Chemcats haben sechs Spiele in Folge verloren. Nicht zuletzt vier knappe Niederlagen gegen die Spitzenmannschaften Wasserburg (74:77), Keltern (71:75 / 51:54) und Herne (64:68) sollten den Gastgeberinnen allerdings Warnung genug sein.

Für ein Chemnitzer Trio wird es eine ganz besondere Begegnung. Amanda Davidson, erfolgreichste Dreierschützin der Marburger Bundesliga-Geschichte, hängte nach der vorigen Saison in Chemnitz die Basketball-Schuhe an den Nagel. Jetzt trägt sie für die Chemcats in ihrem ersten Profi-Jahr als Trainerin die Verantwortung.

Zwei ehemalige Mannschaftskameradinnen aus Marburger Zeiten spielen jetzt unter ihr. Nationalspielerin Lisa Koop, mit 200 Bundesliga-Einsätzen auf Rang drei der BC-Bestenliste, sammelt seit dieser Saison in Sachsen erfolgreich Punkte und Rebounds.

Dritte im Bunde ist Tina Menz. Nach zwei Jahren beim BC und zwei weiteren in Chemnitz, beendete die 57-fache Nationalspielerin ihre aktive Karriere. Die bedrohliche Situation ihres Ex-Clubs veranlasste sie jedoch zum Rücktritt vom Rücktritt.

Die drei jetzigen Chemnitzerinnen haben übrigens zusammen für den BC mehr Bundesliga-Punkte erzielt, als der komplette aktuelle Marburger Kader – 4495:3527. Alle drei Ex-Marburgerinnen freuen sich auf die ihnen wohlbekannte Stimmung an alter Wirkungsstätte und das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern. Interviews mit den drei Chemcats im Vorfeld des Spieltages lesen Sie auf der Webseite www.bc-marburg.de.


Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Was habt ihr aus der 51:54-Niederlage vorige Woche in Herne gelernt?

Patrick:
Dass einfach alles, was man macht auf dem Spielfeld, entscheidend ist. Hinten sowie vorne. Es sind Kleinigkeiten, die entscheiden. Hier ein verpasstes Box-out, da ein verlegter Korbleger. Das muss besser werden.


Wie hat sich die Chemnitzer Mannschaft seit eurem 79:48-Hinspielsieg verändert?

Patrick:
Es ist ein großer Unterschied. Chemnitz ist individuell stärker geworden. Aber auch wir spielen besser zusammen als damals. Die Chemcats sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft, aggressiv hinten und mit viel Köpfchen vorne. Und sie haben einige Spielerinnen, auf die wir achten müssen: Buck, Bejtic, Menz, Halasz beispielsweise. Aber auch alle anderen darf man nicht vernachlässigen.


Wie schätzt du die Arbeit deiner ehemaligen Spielerin, Amanda Davidson, in ihrem ersten Jahr als Trainerin auf diesem Niveau ein?

Patrick:
Nicht, dass ich mir ein Urteil erlauben dürfte, als selbst noch relativer Frischling. Ich finde, sie macht es gut. Leider bleiben die Ergebnisse aus. Aber sie ist ja auch nicht diejenige, die auf dem Spielfeld ist. Umsetzen müssen es immer noch die Spielerinnen. Wie immer ein Einklang zwischen diesen beiden Teilen.


Was sagst du denen, die einen lockeren Heimsieg von euch erwarten?

Patrick:
Dass sie gehörig falsch liegen. Chemnitz verliert knapp gegen Herne, Wasserburg und Saarlouis. Also werden sie wohl mindestens auf Augenhöhe sein. Und sie werden hungrig sein. Das ist immer gefährlich.


Um im Playoff-Halbfinale Wasserburg aus dem Weg zu gehen, müsstet ihr Zweiter oder Dritter werden. Das ist aber nur noch theoretisch möglich. Was sagst du denen, die daher lieber Sechster als Fünfter werden möchten?

Patrick: Ich will so gut wie es geht in die Playoffs kommen. Nach den bisherigen Ergebnissen ist für uns sowieso keine Mannschaft der ersten vier ein guter Gegner.
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