Kleinigkeiten richtig gemacht

Kaum ein Durchkommen gab es für Marburg mit Finja Schaake unter dem Oberhausener Korb. Dennoch reichte es zum dritten Saisonsieg. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
 
Blick auf den Spielberichtsbogen: Der Kringel um die 57 zeigt: Der Treffer von Oberhausens Nummer 11 wurde zunächst als Dreier notiert. Nach Marburger Intervention beim Schiedsrichter wurde die Punktzahl von 58 in 57 korrigiert. (Foto: Marcus Richter)
Planet-Cards-DBBL: evo New Basket Oberhausen – BC Pharmaserv Marburg 59:63.

Der dritte Erfolg im vierten Spiel war für die Marburger Erstliga-Basketballerinnen bei den weiterhin sieglosen Oberhausenerinnen das erwartet harte Stück Arbeit.

Die Partie wurde von intensiver Verteidigung bestimmt. Wenige Punkte. Jeder einzelne hart erarbeitet. Auf Kleinigkeiten sei es angekommen, sagte BC-Centerin Svenja Greunke hinterher. Eine davon war ein Punkt, der gar nicht erzielt worden war. Doch dazu später mehr.

Ohne die angeschlagene Stephanie Lee startete das Pharmaserv-Team. Das bedeutete unter den Körben Mehrarbeit für Svenja Greunke, Julia Köppl und – an alter Wirkungsstätte – Birte Thimm. Unter dem Brett kamen die Gäste gegen die NBO-Abwehr nur selten durch. Dazu sprangen einige leichte Würfe wieder aus dem Ring heraus. Umso besser, dass von außen Entlastung kam. Katlyn Yohn versenkte sechs Dreier und war die eifrigste Punktesammlerin des Abends.

Nach dem 6:11 (7. Minute) kamen die Gastgeberinnen vor allem durch Vorteile im Rebound immer wieder heran. Dann fiel auch noch Marburgs Aufbauspielerin Patricia Benet mit einer Adduktorenverletzung aus. So musste Tonisha Baker auf ihrer ungeliebten Position eins aushelfen, um Julia Gaudermann Pausen zu ermöglichen. Marburg lag meist vorn (25:19, 14.). NBO ließ nicht locker und verschaffte sich seinerseits einmal ein kleines Polster (40:34, 24.).

Das war nach Katlyn Yohns Buzzerbeater von der Dreierlinie zum 48:44 für den BC nach drei Vierteln längst aufgebraucht. Ein Distanzwurf von Julia Köppl (51:44) unmittelbar nach Wiederbeginn brachte Marburg vermeintlich auf die Siegerstraße. Zumal in Jylisa Williams einer der Oberhausener Aktivposten verletzt ausschied. Doch auch nach 48:55 (33.) sowie nach 54:60 (3:37 Minuten vor Schluss) kam das Team aus dem Ruhrpott zurück. Vor allem Amber Thompson und Melissa Williams schlossen sicher ab.

Das tat auch NBO-Flügel Jenny Menz. 83 Sekunden vor Schluss traf die Schwester der ehemaligen BC-Akteurin Tina beim Stand von 55:60. Das Handzeichen des Schiedsrichters war eindeutig: zwei Punkte. Doch die Anzeigetafel zeigte 58:60. Ein aufmerksamer BC-Fan alarmierte BC-Phyio Andreas Allmeroth. Der gab Co-Trainer Andreas Steinbach Bescheid, der den Unparteiischen um Klärung bat. Tatsächlich war der Treffer als Dreier notiert worden. Der Schiedsrichter ließ den Fehler korrigieren.

So bedeuteten Amber Thompsons Freiwürfe 35 Sekunden vor dem Ende nur das 59:60 – nicht den Ausgleich. Birte Thimm und Finja Schaake brachten mit drei von vier Freiwürfen in den Schlussekunden den zweiten Marburger unter Dach und Fach.

Nächstes Heimspiel: kommenden Samstag, 17. Oktober, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle. Gegner: Eisvögel USC Freiburg (zwei Siege, zwei Niederlagen.

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Es hat die Mannschaft gewonnen, die es am meisten wollte. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. So bleibt uns der Schwung des guten Saisonstarts weiterhin erhalten. Wir haben uns teilweise das Leben selber schwer gemacht. Zu Beginn hat ein bisschen die Spannung im Abschluss gefehlt. In der ersten Halbzeit haben wir Amber Thompson nicht in den Griff gekriegt und auch Oberhausens Offensiv-Rebound. In der zweiten Halbzeit war das sehr viel besser. Ohne Stephanie Lee und nach dem Ausfall von Patricia Benet mussten wir natürlich umstellen und eine kleinere Rotation spielen. Aber wir haben wieder gezeigt, dass wir ein tief besetztes Team haben. Ein großes Kompliment an Tonisha Baker, die als Pointguard Julia Gaudermann entlastetet hat. Auch Svenja Greunke und Julia Köppl hatten heute mehr Arbeit unter dem Korb und haben einen guten Job gemacht. Ich hoffe, der Sieg gibt uns ein bisschen mehr Selbstvertrauen.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Der Gegner war gut eingestellt. Die haben in der Verteidigung viel Druck gemacht. Mit unseren beiden Ausfällen kam es noch mehr darauf an, die Lasten zu verteilen. Zum Beispiel auf Julia Köppl unterm Korb und Tonisha Baker im Aufbau. Wenn es im Angriff nicht so klappt, muss man in der Defense umso mehr arbeiten. Wir haben den letzten Rest Energie rausgeholt und immer noch einen Schritt mehr gemacht. Das war heute sehr anstrengend. In so einem Spiel kommt es auf die Kleinigkeiten an, für die man hart arbeiten muss.“

Fun Fact: Katlyn Yohn erzielt sechs Dreier. Nur vier weitere von insgesamt 113 in der Team-Historie eingesetzten Spielerinnen schafften dies in einem Pflichtspiel (Cornelia Günther 1992 sogar 7; Nicole Levesque 1994; Elizabeth Hart 2001; Amanda Davidson 2011, 2012 sogar zwei Mal 7, davon ein Mal im Pokal).

Fail Fact: Defensiv-Rebounds in der ersten Halbzeit (12, Oberhausen: 11 Offensiv-Rebounds).

Statistik:
Viertel: 13:17, 15:15, 16:16, 15:15.
Oberhausen: Aizsila 6 Punkte/2 Dreier (4 Assists), Maticka (n.e.), Menz 10/2, Schlatt 0, Spießbach (n.e.), Stiller 4, Tews 4 (5 Ass., 3 Steals), Thompson 17 (9 Rebounds), J.Williams 10 (9 Reb., 3 Ass.), M.Williams 8 (9 Reb.).
Feldwürfe 32 Prozent (20/63), Freiw. 94 Prozent (15/16), Reb. 46 (def. 30), Turnovers 19, Ass. 17, St. 6, Blocks 2, Fouls 15.
Marburg: Baker 4 (4 Ass.), Benet, Gaudermann 7/1 (4 Ass.), Greunke 4, Köppl 8/1, Lee (n.e.), Schaake 11, Thimm 9 (8 Reb.), Winterhoff, Yohn 20/6 (3 St.).
Feldw. 34 Prozent (22/65), Freiw. 85 (11/13), Reb. 38 (d. 27), TO 12, Ass. 15, St. 7, BL. 2, Fo. 16.
Schiedsrichter: Behm, Schneider. Zuschauer: 400.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.