Herne so viel ärgern wie es geht

Im Hinspiel war für die Marburgerinnen um Alissa Pierce (am Ball) der Weg zum Korb oft versperrt. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga:
Herner TC – BC Pharmaserv Marburg
(Samstag, 18 Uhr, Mont-Cenis-Gesamtschule).


Als klarer Außenseiter reisen die Marburger Erstliga-Basketballerinnen in den Ruhrpott. Als Tabellenachter gegen den Zweiten wäre ein Auswärtserfolg mehr als nur eine Überraschung. Aber ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt.

Die vergangenen vier Partien gegen Herne verloren, seit mehr als vier Jahren dort nicht mehr gewonnen und auch im Hinspiel mit 31 ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Dazu die Heimstärke des HTC: Sieben Erfolgen steht nur eine Niederlage gegenüber – ganz knapp gegen den unangefochtenen Ligaprimus. Trübe Aussrichten also für das Pharmaserv-Team. Man könnte aber auch sagen: Die Lahnstädterinnen können ohne Druck ins Spiel gehen.

„Dort zu spielen ist nicht ganz einfach“, sagt Marburgs Trainer Patrick Unger. Die Fans und die Beschaffenheit der Halle sorgten für eine ganz eigene Atmosphäre. „Man kann da durchaus von Heimvorteil sprechen.“ Herne sei bisher für ihn persönlich ohnehin kein gutes Pflaster. „Egal mit welcher Mannschaft ich da war, gab es immer eine Niederlage.“ Immerhin ging es vor einem Jahr zumindest in die Verlängerung.

Der Fastbreak und das Selbstbewusstsein machen das Herner Team laut Unger so stark. Und eine ausgeglichene und sehr gute Besetzung. Bei der Frage nach den wichtigsten Spielerinnen muss der 32-Jährige nicht lange überlegen: „Ich könnte hier fast das ganze Team aufzählen. Ein starkes Kollektiv. Deswegen stehen sie auch so weit oben.“

Für die meisten Punkte (15,6) und Rebounds (8,4) sorgt US-Girls Teya Wright (Unger: „sehr gute Insidespielerin mit gutem Mitteldistanzwurf“). Landsfrau Quenice Davis, die „Denkerin und Lenkerin“ (Unger), steht in Sachen Ballgewinnen und Spielzeit auf Platz eins in den Liga-Ranglisten. „Sie trifft in den entscheidenen Phasen die Entscheidungen, kann aber auch gut den Ball passen“, weiß der BC-Coach. Der Gastgeber des diesjährigen Pokal-Top-4 – die Partien werden in der Halbzeitpause des Marburg-Spiels ausgelost – kommt mit einer Serie von sechs Siegen daher.

Auch die Hessinnen haben eine kleine Serie am laufen. Die wird am Samstag auf keinen Fall reißen. Aber durch drei Heimsiege in Folge hat der BC jetzt nicht nur gute Karten in Sachen Klassenerhalt, sondern auch ordentlich Selbstvertrauen getankt. Man fahre nicht die zweieinhalb Stunden, um das Spiel abzuschenken, sagt Unger. „Wir wollen Herne so viel ärgern wie es geht. Ich erwarte, dass wir bedingungslos um jeden Ball kämpfen.“ Dazu werde er seine Schützlinge immer weiter antreiben, verspricht der Coach den mitreisenden Fans.

„Ich erwarte, dass Herne versucht sehr viel Druck zu machen“, verrät Unger. Ziel sei es, erneut das Spiel bei wenigen Punkten zu halten, ein „low-scoring game“ also. „Wenn es am Ende eng ist, dann haben wir eine Chance eventuell auch zu gewinnen“, hofft der 32-Jährige. Ob er an alter Wirkungsstätte von Lisa Koop auf Laura Masek (Bänderanriss im Knöchel) und Brittany Wilson (Knieprobleme) zurückgreifen kann, ist fraglich.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.