Bundestrainer hofft auf Hexenkessel

Noch ist nicht viel los in der Kleinen Gaßmann-Halle beim Training der deutschen Nationalmannschaft. Team und Trainer hoffen aber am Mittwoch auf volles Haus. (Foto: Marcus Richter)
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | EM-Qualifikation: Deutschland – Ukraine (Mittwoch, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Nach dem Auftakt beim übermächtigen Titelverteidiger Serbien (57:100) wird es für Damen-Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) jetzt ernst. In Marburg steht für die Schützlinge von Bundestrainer Bastian Wernthaler ein vorentscheidendes Duell mit der Ukraine an.

Die neun Gruppenersten und die sechs besten Zweiten lösen das Ticket nach Tschechien 2017. Die Ukrainerinnen haben am ersten Spieltag mit einem lockeren 90:38 gegen Luxemburg, das vierte Team der Gruppe D, vorgelegt.

Von den deutlichen Resultaten des Samstags lässt sich Bundestrainer Bastian Werthaler aber nicht beeindrucken: „Die Ukraine ist nicht Serbien. Und wir sind nicht Luxemburg. Wir können die Ergebnisse schon richtig einschätzen. Dennoch ist die Ukraine Favorit.“

Man stecke noch in der Videoanalyse des kommenden Gegners, sagte der Bundestrainer am Montagabend. In einem ist er sich jedoch schon sicher: „Alina Iagupova ist eine der besten Eins-gegen-eins-Spielerinnen in Europa. Die müssen wir versuchen, zu kontrollieren.“ Und er hoffe, dass sich seine Spielerinnen ein paar Nuancen vom Auftritt der Serbinnen abschauen konnten.

BC-Spielerinnen empfingen Team-Kolleginnen am Hotel

„Wir müssen mutiger aufspielen und uns körperlich mehr absetzen als wir das gegen Serbien getan haben“, sagt BC-Kapitänin Birte Thimm, die als einzige aus dem Marburger Trio in Belgrad punktete. „Es wir ein schweres Spiel, in dem wir nur bestehen können, wenn wir als Team an unserem Maximum spielen“, ergänzt Svenja Greunke.

Am Sonntagabend ist die deutsche Mannschaft in Marburg angekommen. Das BC-Trio Julia Gaudermann, Svenja Greunke und Birte Thimm wurde am Hotel von Marburger Mannschaftskolleginnen mit Deutschland-Fahne und einem Plakat begrüßt.

Am Montag standen zwei Übungseinheiten auf dem Programm. Bis zum Sprungball folgen drei weitere. „In so einer kurzen Zeit, die wir zusammen sind, hilft jedes Training“, sagt Wernthaler. Nach dem Ausfall von Laura Hebecker (Halle, Kreuzbandriss) wird laut Bundestrainer auch Ireti Amojo (Herne, umgeknickt) am Mittwoch nicht spielen können.

Damit werden im DBB-Zwölfer-Kader gleich sechs ehemalige oder aktuelle Spielerinnen des BC Pharmaserv Marburg stehen. Neben Gaudermann, Greunke und Thimm kommen die Ehemaligen Elisabeth Dzirma (jetzt Freiburg), Lisa Koop (Chemnitz) und Maggie Skuballa (Rotenburg/S.).

Ein bisschen steht das deutsche Team noch unter dem Eindruck des Gastspiels in Belgrad. Jedoch weniger wegen des Ergebnisses. „Schon zwei Stunden vor dem Spiel stand eine lange Schlange vor der Halle und hat uns empfangen“, erinnert sich Greunke. „Als wir durch dieses Spalier gingen, wurden wir mit Applaus begrüßt“, sagt der Bundestrainer. 6500 Zuschauer waren gekommen, um die Titelverteidigerinnen zu feiern.

Greunke: Hoffe, dass die Stimmung bei uns Energie freisetzt

Damenbasketball in Serbien und hierzulande ließen sich nicht vergleichen, sagt Wernthaler: „Der größte Unterschied ist die Anerkennung des Sports. Die haben da busseweise Schüler hingefahren und mit Freikarten die Halle vollgemacht. Das ist eine ganz andere Welt.“ Als die serbischen Spielerinnen nach dem Spiel Autogramme gaben, „war das wie bei einem Robbie-Williams-Konzert. Das war außergewöhnlich und beeindruckend. Sicher ein Karrierehöhepunkt für alle unsere Spielerinnen.“

Auf die Zuschauer baut nun am Mittwoch auch die deutsche Mannschaft. „Ich hoffe, dass die Halle voll und laut wird“, sagt der Bundestrainer. Die Ukrainerinnen seien größere Hallen gewohnt, die dann aber trotz 2000 Zuschauern halbleer wirkten. „Wenn die kleine Gaßmann-Halle ein richtiger Hexenkessel wird, könnte das die Ukraine beeindrucken.“

„Wir sind natürlich alle voll motiviert“, sagt Greunke. Alle freuten sich auf dieses wichtige Heimspiel. „Dass wir in Marburg spielen, macht es natürlich noch etwas außergewöhnlicher für mich, aber ich versuche es so normal wie möglich anzugehen. Ich hoffe, dass uns die Stimmung in der Halle tragen wird und noch etwas mehr Energie freisetzt, sodass wir im Gegenzug den Fans ein gutes und unterhaltsames Spiel bieten können.“

Auch Birte Thimm freut sich auf das „heimische Gefühl“. „Wir gehen dem Spiel zuversichtlich entgegen. Ich hoffe auf eine volle Halle. Um lautstarke Unterstützung muss ich mir in Marburg keine Sorgen machen“, baut die BC-Kapitänin auf „den Rückhalt der Fans“.

DBB-Team und BC-Verantwortliche hoffen, dass nicht nur Einheimische den Weg in die Kleine Gaßmann-Halle finden. Eintrittskarten zu je 10 Euro (ermäßigt: 8) gibt es im Vorverkauf im Welcome Hotel (Pilgrimstein) und an der Abendkasse.

Maggie Skuballa über das Serbien-Spiel vom Samstag:
„Wir haben noch nie vor 6500 Zuschauern gespielt. Daher haben wir den Moment trotz Niederlage sehr genossen. Die Serbinnen sind auf jeder Position individuell stärker. Athletisch können wir auf dem Level nicht mithalten. Aber: Abhaken und weiter geht’s! Trotz der hohen Niederlage wollen wir befreit aufspielen. Und wenn wir unsere Stärken ausspielen, können wir definitiv gewinnen!“

Lisa Koop über das Ukraine-Spiel am Mittwoch:
„Wir freuen uns auf das tolle Marburger Publikum, das uns in all den Jahren in lautstark unterstützt hat. Natürlich wird es ein schönes Gefühl sein, wieder einmal in der Georg-Gaßman-Halle aufzulaufen. Jeder muss am Mittwoch zu 100 Prozent bereit sein, dann haben wir eine reelle Chance!“
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