Außenseiter beim Aufsteiger

Im Hinspiel erzielte Lisa Koop (rechts) für Marburg 15 Punkte, Ashley Arlen für die Hurricanes 12. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga:
Avides Hurricanes – BC Pharmaserv Marburg
(Samstag, 18.30 Uhr, Große Halle am Vareler Weg, Scheeßel).


Vier Wochen lang hatten die Marburger Erstliga-Basketballerinnen Zeit, ihre Wunden zu lecken. Mit dem Auswärtsspiel bei der BG '89 Rotenburg/Scheeßel, die als Avides Hurricanes antritt, geht am Samstag die Weihnachtspause zu Ende.

Es gibt solche und solche Aufsteiger. Die einen dürfen eine Saison lang als Punktelieferant durchs Land reisen. Und dann gibt es noch die, die ihrerseits manchen Gegner das Fürchten lehren. Zu dieser Gattung gehören die Avides Hurricanes. Kein Wunder. Schließlich spielten sie bereits zwei Spielzeiten lang im Oberhaus. Nach dem Abstieg schafften sie die direkte Rückkehr. Seit dem mischt die ambitionierte Mannschaft von Christian Greve oben mit.

Auf Platz vier überwinterten die Bremer Vorstädterinnen, vor denen BC-Trainer Patrick Unger großen Respekt hat. Denn die Hurricanes machen ihrem Namen alle Ehre und wirbeln allzu gern über das Feld. „Ihre größte Stärke ist das Tempo. Wenn sie schnell spielen und von außen erfolgreich sind, kannst du eigentlich nur noch hoffen“, sagt Unger. Dass sie dich nicht überrennen. Wenn man sie lässt. „Wir dürfen nicht nachlässig im Rebound sein und müssen immer von vorne verteidigen“, will er seinen Schützlingen mit auf den Weg geben.

Das wird allerdings nicht ganz so einfach. Fünf Plätze und drei Siege liegen die Gastgeberinnen vor dem Pharmaserv-Team. Das Hinspiel ging mit 82:70 an die Norddeutschen, die sich nach Ungers Meinung seit dem sogar noch verbessert haben. „Sie haben ein extrem hohes Selbstbewusstsein. Wenn sie sich einmal in einen Rausch gespielt haben, dann kann man sie kaum stoppen.“

Und mit ihrer Offensivkraft stechen sie bislang die Hessinnen deutlich aus. Allein das starke Sextett um Janae Young (15,3 Punkte und 2,5 Assists pro Spiel), Kierra Mallard (9,7 Rebounds) und Pia Mankertz (1,8 Dreier) sammelt im Schnitt knapp 70 Punkte. Die ersten sechs Marburgerinnen schaffen es auf 14 weniger. Nicht nur deswegen sieht der BC-Coach die Spielgemeinschaft in der Favoritenrolle.

Dazu treten die Hurricanes mit einer drei Partien andauernden Siegessträhne an. Die Hessinnen konnten immerhin aus den jüngsten vier Ligaspielen zwei für sich entscheiden. Doch die 365 Kilometer in den Norden zu juckeln, nur um die Punkte einfach abzuliefern, hat Unger nicht vor. „Wir haben diese Woche extrem konzentriert gearbeitet. Wir wissen wo wir stehen, wissen aber auch wo wir hin wollen und ich hoffe wir haben in der Pause genug Kraft getankt, um die schwere Aufgabe Klassenerhalt anzugehen.“ Dazu käme ein Erfolg zu Jahresbeginn gerade recht.

Es ist das dritte Gastspiel des BC bei der BG. Beide Spiele in Rotenburg gingen verloren. Diesmal geht’s nach Scheeßel. Vielleicht klappt's für die Marburgerinnen ja dort. „Wenn wir einen guten Tag erwischen und defensiv auf der Höhe sind, können wir vielleicht das Tempo bestimmen“, hofft Unger. Von seiner Mannschaft erwartet er jedenfalls nicht weniger als „bedingungslosen Einsatz! Keinen Ball verloren geben“. Ob Brittany Wilson für das Team von der Lahn auflaufen kann, ist fraglich. Sie schleppt sich mit einer Erkältung herum und hat von Arzt seit Mittwoch Trainingsverbot.
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