Aus Langen an die Lahn

Im Gesundheitsmarkt Kaphingst überreichten die BC-Vorstandsmitglieder Jürgen Hertlein (v.l.) und Björn Backes Svenja Greunke gemeinsam mit Boris Pichler und Andrea Suntheim-Pichler von der Firma Kaphingst ihr Trikot. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)

Der BC Pharmaserv Marburg hat eine weitere Spielerin verpflichtet. Vom ehemaligen Liga-Konkurrenten Rhein-Main Baskets kommt Svenja Greunke.

Die Spielgemeinschaft aus Hofheim und Langen gab nach der vergangenen Saison die Erstliga-Lizenz zurück. Die die 25-Jährige war in der abgelaufenen Spielzeit mit 13,2 Punkten zweitbeste deutsche Punktesammlerin der Liga. Zusammen mit Katlyn Yohn bildete die 1,88 Meter große Flügelspielerin das Top-Scorerinnen-Duo der Südhesseninnen und sammelte dazu noch acht Rebounds.

BC-Trainer Patrick Unger freut sich auf seinen neuen Schützling: „Svenja ist eine Spielerin, die einen extrem hohen Grad an Basketballverständnis mitbringt. Sie ist eine smarte Verteidigerin und hat einen guten Riecher bei den Rebounds.“ Ihr großes Plus: Greunke ist sowohl unter dem Korb als auch von außen gefährlich. „Das gibt uns viele Möglichkeiten, offensiv variabler zu spielen. Wenn sie gesund bleibt, werden wir eine Menge Spaß mit ihr haben“, sagt der 32-Jährige.

Die Spielerpatenschaft für die 25-Jährige übernimmt die Firma Kaphingst, das größte Sanitätshaus in der Region. Andrea Suntheim-Pichler, Bereichsleiterin Marketing, sagt über die dazu: „Nachdem sich die Rhein-Main Baskets aus der 1. Liga zurückgezogen haben, hat Svenja als eine hessische Bundesligaspielerin beim BC Marburg eine neue Heimat gefunden, um ihre Karriere fortzusetzen. Sie passt einfach zu uns. Kaphingst möchte mit dieser Spielerpartnerschaft die einzige hessische Mannschaft in der Damen-Bundesliga unterstützen.“

Neuer Name für Vorbereitungsturnier


Die Firma Kaphingst engagiert sich auch darüber hinaus: Das traditionelle Vorbereitungsturnier des Marburger Bundesligisten wird am 12. und 13. September unter dem Namen Kaphingst-Cup ausgetragen. Die weiteren Teilnehmer neben dem Ausrichter: ChemCats Chemnitz, BG Nördlingen und NB Oberhausen. „Auf dieses Turnier freuen wir uns, nicht nur weil es für uns als Namensgeber ein Novum ist, sondern wir auf diesem Weg den Damen-Basketball weitere Unterstützung zukommen lassen können“, sagt Suntheim-Pichler.

Am 26. September im Heimspiel gegen die BG Donau-Ries wird Svenja Greunke dann zum ersten Mal in ihrer Bundesliga-Karriere für eine andere Mannschaft als die Rhein-Main Baskets auflaufen. „Das wird sicher etwas komisch sein. Ich freue mich aber auch auf diese neue Herausforderung“, sagt die 23-fache Nationalspielerin, die zu Jahresbeginn wegen eines Ermüdungsbruchs im Fuß lange pausieren musste. Im Moment sei aber alles gut. „Ansonsten hätte ich nicht in Marburg unterschrieben und würde diesen Sommer nicht am Programm der Nationalmannschaft teilnehmen.“

Nach ihrem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Förderschulen studiert „möchte ich mal schauen, wie es sich anfühlt, sich voll auf das Basketballspielen zu konzentrieren. Ich werde aber trotzdem einige Stunden im sonderpädagogischen Bereich arbeiten, um etwas Abwechslung zu haben und weitere Erfahrungen für meine berufliche Zukunft zu sammeln“, sagt Greunke. Auch das habe bei ihrer Entscheidung eine Rolle gespielt.

Nationalmannschaft mit Greunke, Schaake und Thimm

Nach einem mehrtägigen Lehrgang in Kienbaum bei Berlin ist Svenja Greunke – zusammen mit ihren neuen BC-Kolleginnen Finja Schaake und Birte Thimm – für eine China-Reise der Nationalmannschaft nominiert. Diese dient der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation ab November. Mit von der Partie sind auch die ehemaligen BC-Spielerinnen Ama Degbeon (Florida State University/USA), Elisabeth Dzirma (Freiburg) und Lisa Koop (Chemnitz). Los geht es am morigen Samstag, Rückkehr ist am 1. August.

Interview mit Svenja Greunke:

Was sagst du zum Rückzug deiner bisherigen Mannschaft, der Rhein-Main Baskets, aus der 1. Liga?
Svenja: Es war für uns alle eine schwierige Entscheidung, aber letztendlich die richtige und einzig mögliche. Alternativ hätten viele fremde Spielerinnen eingekauft werden müssen, was keinem Spaß gemacht und vor allem nicht der Philosophie des Vereins entsprochen hätte. Es tut mir natürlich für alle, und vor allem die Fans, sehr leid, dass es dort zunächst mal keinen Erstliga-Basketball, mehr geben wird. Ich hoffe aber auch, dass sich genügend Unterstützer in allen Bereichen finden werden, die das Projekt – 2. Liga und Jugendförderung – vorantreiben werden.

Du hast schon oft in Marburg gespielt. Hast du außer der Halle schon etwas gesehen?
Svenja: Bis vor einigen Wochen hatte ich wirklich noch nicht viel von der Stadt gesehen. Vor meiner Entscheidung war ich aber noch einmal hier, um mir einen genaueren Eindruck vor Ort zu machen und war sehr überrascht, wie schön es in der Oberstadt bei strahlendem Sonnenschein ist.

Warum hast du dich für den BC entschieden?
Svenja: Ich habe versucht, eine sportliche und menschliche Situation zu finden, die für mich passt. Ich kenne den größten Teil der Spielerinnen und Patrick Unger zumindest ein bisschen, so dass ich genau wusste, was und wer mich erwartet. Ich denke, der Kader ist sehr ausgeglichen, so dass jede gefordert werden wird und auch ich mich noch weiterentwickeln kann.

Wie siehst du deine Rolle in deiner neuen Mannschaft?
Svenja: Für mich wird es erstmal eine ganz neue Erfahrung sein, in einer fremden Mannschaft zu spielen und damit auch eine neue Rolle finden zu müssen. Grundsätzlich hoffe ich aber natürlich, dass wir uns als Team gut verstehen werden, jeder alles gibt und dann verteilen sich auch die Rollen ganz automatisch.

Was erwartest du von der kommenden Saison?
Svenja: Viele Teams wurden neu zusammengestellt und es wird sich erst mit der Zeit zeigen, wie gut jedes Team spielerisch zusammenfindet. Ich gehe davon aus, dass es vor allem im Mittelfeld wieder sehr eng werden wird und jeder jeden schlagen kann.

Vergangene Saison hast du für die Baskets mit Katlyn Yohn zusammengespielt. Nun trefft ihr euch in Marburg wieder.
Svenja: Als ich erfahren habe, dass Katie wieder in Deutschland unterschrieben hat, habe ich mich sehr für sie, aber auch für Marburg gefreut. Sie hat uns vorige Saison vor allem am Ende sehr geholfen, obwohl sie erst seit Weihnachten bei uns war. Sie hat sowohl sportlich als auch menschlich einfach super gepasst, weil sie auf dem Feld sehr ehrgeizig und flexibel ist und außerhalb super nett und offen. Ich kann also eigentlich nur Gutes sagen und freue mich, noch eine weitere Saison mit ihr zu spielen.

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Svenja: Manchmal brauche ich meine Ruhe, lese ein gutes Buch oder faulenze einfach mal. Ansonsten unternehme ich aber auch gerne Dinge mit Freunden, wir kochen zusammen oder gehen ins Kino.

Was sollten die Fans noch über dich wissen?
Svenja: Ich freue mich schon auf die Spiele in Marburg, und dass ich mal nicht Gegner bin und alle Fans gegen uns :) Und allen Fans der Rhein-Main Baskets möchte ich natürlich mit auf den Weg geben, dass es bis Marburg gar nicht so weit ist und ich mich freue, wenn ihr mal vorbeikommt!
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