Buchtipp: Wolfgang Herrndorf - In Plüschgewittern, Tschick, Sand

Debütroman, autobiografisch, erschienen 2002, überarbeitet 2012
Wolfgang Herrndorf wurde 1965 in Hamburg geboren, er studierte anfangs Malerei. In den 90er Jahren hat er u. a. für das Satire-Magazin Titanic viele Cover gezeichnet. Später wurde er Schriftsteller. In 2002 erschien sein Debütroman In Plüschgewittern, eine typische 90er Jahre Geschichte aus Berlin. Ein etwa dreißigjähriger Mann aus der westdeutschen Provinz kommt nach Berlin-Mitte, er tut wenig, macht aber viel mit. Auf einer der vielen Altbau-Partys, die er besucht, widerfährt ihm ein Missgeschick: Er verliebt sich !

Der Erzählband: Diesseits des Van-Allen-Gürtels, erscheint im Jahre 2007, wird aber nicht so bekannt.

Im Februar 2010 diagnostizierten die Ärzte bei Wolfgang Herrndorf einen Hirntumor mit einer schlechten Prognose. Nun stürzt er sich noch mehr in die Arbeit. Er überarbeitet den Roman In Plüschgewittern und vollendet den Roman ,,Tschick'' der im Herbst 2010 erscheint: Maik Klingenberg verbringt die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa. Seine Mutter befindet sich in einer Entzugsklinik, die sie aber Beauty-Farm nennt. Sein Vater ist mit seiner Assistentin auf Geschäftsreise. In der Schule taucht plötzlich eine neuer Schüler auf: Tschick. Nicht gerade ein Musterbeispiel von Integration. Die beiden Jugendlichen brennen mit einem geklauten Auto durch. Sie zeigen den verlogenen Eltern und den spießigen Lehrern den Mittelfinger. Was sie on the road erleben, ist in ca. 475 Seiten nachzulesen, das Buch gewinnt den Jugendliteraturpreis.

In 2011 erscheint der Agententhriller ,,Sand'': Im Jahre 1972 überfallen Palästinenser in München das olympische Dorf und nehmen israelische Sportler als Geiseln. In der Sahara passieren währenddessen mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen erschossen, ein mitreißender Agententhriller beginnt.

Für seine Veröffentlichungen hat Wolfgang Herrndorf verschiedene Preise bekommen:
Deutscher Erzählpreis 2008, Brentanopreis 2011, Hans-Fallada-Preis, Leipziger Buchpreis 2012.

Nach Bekanntwerden der Diagnose Glioblastom, beginnt Wolfgang Herrndorf seine Krankheit im Blog in Tagebucheinträgen zu veröffentlichen. Unter dem Titel: Arbeit und Struktur ist es im Dezember 2013 als Buch erschienen, siehe Link unten.
Wolfgang Herrndorf verstarb am 26. August 2013 in Berlin.

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2 Kommentare
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 10.01.2014 | 16:19  
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Volker Beilborn aus Marburg | 10.01.2014 | 16:32  
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