Buchtipp: Helen Macdonald: H wie Habicht

Der faszinierende Roman über die Zähmung eines Habichts: H wie Habicht von Helen Macdonald.

Nach dem Tod ihres Vaters ist Helen Macdonald am Boden zerstört. Sie zieht sich aus dem Leben in der Gesellschaft zurück und beschließt, als Vogelliebhaberin die sie ist, der Falknerei nachzugehen. Doch die Herausforderung, der sie sich stellt, ist eine gewaltige: Sie zähmt einen der wildesten Greifvögel der Welt - einen Habicht. Einen weiblichen Habicht, den sie Mabel tauft, um genau zu sein.

Dieses Abenteuer hält Helen Macdonald auf circa 415 Seiten fest. Doch H wie Habicht erzählt nicht einfach nur von der Zähmung eines Vogels, es erzählt von Trauerbewältigung, der Natur und der Freiheit, sowie den Bindungen, die zwischen Menschen, aber auch zwischen Mensch und Tier entstehen.

H wie Habicht ist ein zu Recht preisgekröntes Werk einer fabelhaften Autorin.

»Um einen Greifvogel abzurichten, muss man ihn wie einen Greifvogel beobachten, erst dann kann man vorhersagen, was er als Nächstes tun wird. Schließlich sieht man die Körpersprache des Vogels gar nicht mehr - man scheint zu fühlen, was der Vogel fühlt. Die Wahrnehmung des Vogels wird zur eigenen. Als die Tage in dem abgedunkelten Raum vergingen und ich mich immer mehr in den Habicht hineinversetzte, schmolz mein Menschsein von mir ab.« Schon als Kind beschloss Helen Macdonald, Falknerin zu werden. Sie eignete sich das komplizierte Fachvokabular an, mit dem sich die Falkner wie in einer Geheimsprache untereinander verständigen, und las die Klassiker der Falknereiliteratur. Ihr Vater unterstützte sie in dieser ungewöhnlichen Leidenschaft, er lehrte sie Geduld und Selbstvertrauen und blieb eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben. Als ihr Vater stirbt, setzt sich ein Gedanke in Helens Kopf fest: Sie muss ihren eigenen Habicht abrichten. Sie ersteht einen der beeindruckenden Vögel, ein Habichtweibchen, das sie auf den Namen Mabel tauft, und begibt sich auf die abenteuerliche Reise, das wildeste aller wilden Tiere zu zähmen. Ein Buch über die Erinnerung, über Natur und Freiheit - und über das Glück, sich einer großen Aufgabe von ganzem Herzen zu widmen.

Mich hat es an meine Kindheit erinnert, da hatte ein Nachbar auch einen Habicht gezähmt, der ihm leider bei einem Freiflug abhanden kam und von Jugendlichen erschlagen wurde.

416 Seiten, gebunden mit Lesebändchen, 20 €, Verlag Allegria (Ullstein, Berlin)

ISBN-13: 9783793422983
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