Buchtipp: Hamed Abdel-Samad: Mohamed. Eine Abrechnung

Aus aktuellem Anlass: ein Buch, nicht nur für Christen, sondern auch für Muslime interessant, um eine neue Sehensweise zu erfahren. Es wird sicher polarisieren, zumindest nachdenklich machen, aber es ist sehr lesenswert.

Die Biographie Mohameds wurde 200 Jahre nach dessen Tod verschriftlicht - mit politischer Intention: Muslimische Fürsten suchten ihre Position zu sichern und dem christlichen Jesus eine eigene, die Herrschaft legitimierende Erlöserfigur entgegenzusetzen. Dennoch hat sich das ambivalente Bild eines sich radikal verändernden und unter psychischen Problemen leidenden Menschen erhalten. Hier der milde, dort der gewalttätige Mohamed. Hamed Abdel-Samad zeichnet in seiner biographischen Skizze nach, welche bis heute verhängnisvollen Folgen aus diesen Traditionen erwachsen - und weshalb radikale Islamisten mit demselben Recht den "Propheten" zitieren wie laizistische und integrierte Muslime.

Hamed Abdel-Samad, geb. 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.

Der Autor lebt in Deutschland unter Polizeischutz.

Verlag: Droemer/Knaur 2015, 240 Seiten, gebunden, 19,99 €

ISBN-13: 9783426276402

ISBN-10: 3426276402
5
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.