Visualisierung widerlegt Windkraftgegner
Gegner von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Marburg beschwören vor allem eine Verschandelung der Landschaft durch "Windkraftmoster". Die Stadt Marburg hat daher die Firma Enveco GmbH beauftragt, eine Visualisierung von möglichen Anlagen auf den Lahnbergen vorzunehmen. Diese Visualisierung wurde gestern im Umweltausschuss vorgestellt. Sei können sich diese Visualisierung auf der Homepage der Marburger Linken selbst ansehen.
Fazit: Monster sehen anders aus! Windkraftanlagen auf den Lahnbergen aus Gründen des Landschaftsschutzes abzulehnen, ist nach dieser Visualisierung keine ernsthafte Option mehr.
Diese "Visualisierung" dürfte noch mehr Gegner mobilisieren ;)
Warten wir erst einmal ab was die dpa-Mitteilung vom 13.02.2010 "Posch regelt Mindestabstand für Windräder" bringt.
http://www.echo-online.de/nachrichten/hessenundrhe...
Vielleicht erledigt sich der Unsinn "Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Marburg" von selbst...
Die auf der Homepage der Marburger Linken gezeigten Fotomontagen sind ja recht nett anzusehen. Es fehlt jedoch die Schnittbildzeichnung mit Maßangaben zum jeweiligen Foto. Nur so kann der mündige Bürger nachvollziehen ob das Bild realitätsnah oder nur geschönt ist.
Windpark in Marburg ist vom Tisch
http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Windpark-...
Wenn die Bürger Einwände haben wegen ökologischer oder optischer Bedenken, muss man das akzeptieren.
Ob ein Standort überhaupt genügend Ausbeute bieten kann, sollte aber eigentlich nur den Investor/Betreiber zu interessieren haben... normalerweise... aber leider bezuschussen wir alle den Kram ja über Steuern/Rechnung - insofern spielt es eben doch eine Rolle, ob und wie ergiebig der Standort ist.
Ich fand die Sache aus anderen Gründen sehr interessant.
Wenn ich Natur und Landschaften fotografiere habe ich öfter mal etwas im Bild was mein "heile Welt Bild" stört.
Daher weiß ich auch wie man durch eine geeignete Perspektive ganze Strommasten etc. "verschwinden" lassen kann.
Möchte da nichts unterstellen, aber eine solche Visualisierung hätte mich ganz sicher nicht überzeugen können.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird hier der Vorwurf der Fälschung erhoben.
Es ist schon putzig: Zunächst fordern die Gegner der Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Marburg eine Visualisierung, um die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes einschätzen zu können. Das Ergebnis der Visualisierung: Landschaftsbild bei weitem nicht so beeinträchtigt wie befürchtet. Folge: Nicht der eigene Standpunkt wird korrigiert, sondern die Methode wird angezweifelt. Menschlich, aber nicht redlich.
Auch wenn die Mühe vergeblich ist, hier noch einmal in aller Kürze die wichtigsten Gründe für Windkraftanlagen, auch auf dem Gebiet der Stadt Marburg:
Die fossilen Energieträger sind endlich. Früher oder später gehen sie zur Neige. Zudem belasten sie das Klima und die Umwelt. Atomkraft ist wegen der ungesicherten Endlagerfrage nicht verantwortbar. Energiepreise werden steigen. Diese Fakten sind allgemein bekannt und können per Internet weltweit eingesehen werden. Um die Folgen wie Klimakatastrophe, Kriege um Gas und Öl usw. abzuwenden, ist eine sofortige Umkehr in der Energieversorgung notwendig. In Sachen Klima ist es wahrscheinlich schon später als fünf vor zwölf!
Ein sinnvolle, zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung ist nur auf einem Entwicklungspfad möglich, der auf der einen Seite aus Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz besteht und auf der anderen Seite den restlichen Bedarf an Energie aus erneuerbaren Energiequellen deckt. Bei den erneuerbaren Energiequellen spielt die Windkraft eine große Rolle.
Konsequent und flächendeckend müssen daher ab sofort, so schnell wie möglich, die Kapazitäten der erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Wenn daher Windkraftanlagenbetreiber auf dem Gebiet der Stadt Marburg bauen wollen, sollte ihnen dies gestattet werden. Wenn die Stadtwerke zu diesen Investoren gehören, werden die Strompreise in Marburg dauerhaft auf heutigem Niveau bleiben können. Zudem sind die Gewerbesteuereinnahmen aus den Windkraftanlagen nicht zu verachten.
Ich habs nicht angezweifelt, sondern finde abschreckend, was man da sieht.
Ich weiß selbst nur zu gut, wie schnell einem die Dinger auf den Geist gehen, wenn man sie überall sieht.
(Und ich fand die mal richtig toll, als ich auch noch ideologisch in deiner Ecke war ;))
Dass Windkraft ohne Speichertechnik keine Wärmekraftwerke (egal ob Atom, Kohle, Gas, etc.) ersetzen kann, wirst du selbst sicher wissen.
Und mit deinem letzten Absatz könnte man auch andere Kraftwerke begründen - selbst AKWs ;)
Zunächst ist festzuhalten, dass keine der erneuerbaren Energieformen alleine den Energiebedarf in Zukunft sicherstellen kann. Vor allem wenn die Energieproduktion nicht zentral sondern dezentral erfolgen soll. Weder Windkraft, noch Photovoltaik, Erdwärme, Solarthermie oder Biomasse können dies alleine leisten. Nur ein Mix aus den Energieformen, ergänzt durch erheblichen Minderverbrauch kann dies leisten.
Zusätzlich ist es notwendig ein intelligentes Lastmanagement zu installieren. Stichwort virtuelle Kraftwerke. Auch bei den Anstrengungen Energie zu speichern müssen Fortschritte erzielt werden. Du findest einige interessante Folien zur derzeitigen Sitaution beim Thema "Speichern" hinter diesem Link.
Bis auf die Sache mit Desertec sind dort sehr vernünftige Dinge zu lesen. Tja, und wenn man die Windkraftanlagen aus ästethischen Gründen schlicht hässlich findet, da kann man halt nichts machen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Aber ganz ohne Eingriffe in das Landsachaftsbild ist eine arbeitsteilige Industriegesellschaft mit hohem Konsumniveau wohl nicht zu haben. Und da sind mir persönlich Windkrafträder allemal lieber als die Hinterlassenschaften des Braunkohletagebaus oder die Kolosse von riesigen Wärmekraftwerken mit ihren Kühltürmen.
Windkraft ja, aber dort, wo die teuere Investition, subventioniert mit jeder Stromrechung der BürgerInnen, auch wirklich durch hohe Windgeschwindigkeiten rentabel ist bei möglichst gering zu haltenden Eingriffen in die Natur: also im hohen Bergland sowie landeinwärts vor den Küsten, an den Küsten und offshore (siehe Windkarten).
Also nicht in Marburg in der Hauptzugvogelroute der Kraniche, nicht zerstörerisch in den Wäldern der Lahnberge, wo Vögel und Fledermäuse besonders zahlreich sind, nicht vor der Kulisse der historischen mittelalterlichen Stadt Marburg.
Eine Visualisierung ist stark beeinflussbar durch den Standort des Fotografen und m.E. wenig aussagekräftig.
Besonders viel CO2 kann eingespart werden bei Dämmung der Häuser also beim Heizen, der Stromverbrauch wird zunehmend geringer durch (LED)Energie-Sparlampen und -geräte.
> "Auch bei den Anstrengungen Energie zu speichern müssen Fortschritte erzielt werden. Du findest einige interessante Folien zur derzeitigen Sitaution beim Thema "Speichern" hinter diesem Link."
Es gibt aber noch keine brauchbare Speichertechnologie, um das im großen Stil nutzen zu können. Und Pumpspeicher wirst du kaum noch vermehren können, weil die Leute sich nicht fluten lassen wollen. Akkus sind ja nun eher was für den Gebrauch in Kleingeräten (nicht mal für eAutos haben wir genug Rohstoffe).
> "oder die Kolosse von riesigen Wärmekraftwerken mit ihren Kühltürmen"
Die von dir gewünschten Biomassekraftwerke sind auch Wärmekraftwerke.
@andreas
Der Unterschied zwischen einem Kohlekraftwerk mit einigen hundert Megawatt Leistung und keiner Nutzung der Abwärme und einem Blockheizkraftwerk mit Nutzung der Abwärme oder gar einer Kleinstanlage für Einfamilienhäuser, wie zur Zeit von Lichtblick und VW angeboten, liegt wohl auf der Hand. Oder?
@Johannes
Du schreibst: „subventioniert mit jeder Stromrechung der BürgerInnen“
Es ist Dir vielleicht entgangen, dass die Windkraft bereits jetzt dazu beiträgt, den Preis für Spitzenlaststrom zu verringern. Um dies nachvollziehen zu können, kannst Du hier nachschauen.
Zum Thema Flächenverbrauch:
Tagtäglich werden 120 Hektar Fläche in der Bundesrepublik neu versiegelt. Wo bleibt hier der Protest?
Der Flächenverbrauch für eine Windkraftanlage der 2MW-Klasse beträgt 0,1 Hektar in der Bauphase. Nachdem die Anlage gebaut ist, kann bis auf die 50 qm Grundfläche der Boden wieder land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Wer das Argument Flächenverbrauch gegen Windkraft anführt, zeigt entweder, dass er falsch informiert ist oder er zeigt, dass es ihm nicht um sachgerechte Informationen sondern um reine Propaganda geht.
Dein Argument „Besonders viel CO2 kann eingespart werden bei Dämmung der Häuser also beim Heizen, der Stromverbrauch wird zunehmend geringer durch (LED)Energie-Sparlampen und -geräte“ ist zwar richtig, doch vergisst Du dabei, dass ein Restenergiebedarf besteht, der immer noch gedeckt werden muss.
Auch Dein Argument „nicht vor der Kulisse der historischen mittelalterlichen Stadt Marburg“ ist an den Haaren herbeigezogen. Aus welcher Blickrichtung schieben sich Windräder vor die Kulisse der historisch mittelalterlichen Stadt? Von Kirchhain aus? Oder von Amöneburg. Auch dieses „Argument“ zeigt eindeutig: Hier wird eben nicht argumentiert, sondern polemisiert.
„Eine Visualisierung ist stark beeinflussbar durch den Standort des Fotografen und m.E. wenig aussagekräftig.“ Von sieben verschiedenen Standorten aus wurden die Bilder aufgenommen! Diese Standorte sind durchaus typisch für die verschienen Blickwinkel aus der Stadt Marburg auf die Lahnberge. Von keinem Standort aus kann gesagt werden, dass die „Windkraftmonster“ das Stadtbild verschandeln. Aber wie in meinem vorletzten Beitrag bemerkt: Weil nicht sein kann, weil nicht sein darf, soll es keine Windkraft an diesem Standort geben.
> "Der Unterschied zwischen einem Kohlekraftwerk mit einigen hundert Megawatt Leistung und keiner Nutzung der Abwärme und einem Blockheizkraftwerk mit Nutzung der Abwärme oder gar einer Kleinstanlage für Einfamilienhäuser, wie zur Zeit von Lichtblick und VW angeboten, liegt wohl auf der Hand. Oder?"
Ja, aber abgesehen davon, dass man auch beim großen KohleKW die Abwärme nutzen kann, sprach ich nur davon, dass auch BiomasseKWs WärmeKWs sind.
Und btw, die kann man auch nicht einfach so wild in der Gegend verteilen, weil sie dann nicht mehr so rentabel sind und weil sie Gefahren bieten, die einen Betrieb in z.B. Wohngebietsnähe verbietet.
@Johannes
Leider habe ich mich bei meinem Link vertippt. Deshalb hier noch einmal der Link ohne Tippfehler .
Angesehen... Wind soll also Kohle und Atom verdrängen... schön, klammern wir die Landschaftsverschandelung mal aus: Und womit soll Grundlast garantiert werden bzw. auf Verbrauchsspitzen reagiert werden wenn kein Wind weht? Dass es keine brauchbare Speicherung gibt, hatten wir ja schon.
@Andreas
Das Problem bei den Riesenklötzen ist ihre schiere Größe. Natürlich könnte man die Abwärme eines großen Kohlekraftwerkes auch dazu nutzen einen ganzen Stadtteil mit Wärme zu versorgen. Das Problem dabei ist aber, dass man eine gewisse Balance zwischen Stromproduktion und Wärmenutzung hinbekommen muss. Das geht bei kleinen, dezentralen Anlagen viel besser, als bei einem Riesenklotz auf der grünen Wiese [Die ist dann natürlich nicht mehr grün - womit wir wieder beim Problemder Flächenversiegelung wären : -)]
„weil sie Gefahren bieten, die einen Betrieb in z.B. Wohngebietsnähe verbietet.“ Das verstehe ich nicht. Was sollen das für Gefahren sein?
Wie gesagt, Biogas kann man als GroßKW aufziehen oder es halt wie gewünscht verteilen, was auch Vorteile hätte. Aber eben auch die Nachteile, weshalb man das nicht in die Nähe von Wohngebieten, etc. setzen kann.
Die Gefahren sind z.B. explodierende Biogasanlagen, was gar nicht so selten vorkommt.
Im Marburger Parlament wurde Ende Februar in der Hauptsache gegen die Stimmen von Grünen und „Marburger Linke“ ein CDU-Antrag angenommen, die Planungen für die Windkraftanlagen auf den Lahnbergen einzustellen:
Allerdings stimmten die Parlamentarier aller Fraktionen dem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen zu, dass die Stadtwerke an windenergetisch ertragsreichen Standorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf Windkraftanlagen dann errichten sollen, wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert werden und wirtschaftlich erfolgreich erscheinen können.
Die Abstimmungen nach der Debatte über Windkraft in der Sitzung des Stadtparlaments am Freitag verliefen wie erwartet und bereits im Bau- und Umweltausschuss vorgegeben. Nur Linke und Grüne stimmten für einen Vorschlag der „Marburger Linken“, mit einer Informationsoffensive die Akzeptanz der Bevölkerung für Windkraftanlagen zu steigern.
Es wird das Thema nunmehr brisant für Bürger der Gemeinden des Gladenbacher Berglandes. Dazu ein aktueller Artikel in myheimat mit Bildern:
http://www.myheimat.de/gladenbach/politik/planunge...
Frage: Wird es zu Bürgerinitiativen kommen - PRO und/oder KONTRA - WKAs in Bottenhorn?
Es ist aus Berichten bekannt, dass die deutsche Strombörse die Preise weit über den Herstellungskosten ansetzt. Es scheint keine wirkliche Börse zu sein, sondern ein verlängerter Arm der Stromindustrie mit ihren Milliarden €-Gewinnen. Durch den hoch subventionierten Windstrom wird der Strom nicht billiger, sondern wesentlich teuerer.
Flächenverbrauch im Wald geschieht nicht nur durchs Aufstellen, sondern vielmehr durch Verlegen von km-langen Stromleitungen, Neu- und Ausbau von Wegen. Diese ziehen vermehrt Autoverkehr, Lärm und Abgase in den Wald, eine unheilvolle Entwicklung. Eine Industrialisierung unserer letzten noch weitgehend ungestörten Naturräume, dem Ökosystem Wald.
Aehnlich absurd wie die zunehmende Abholzung der tropischen Urwälder, um dort Bio(treib-)Stoffe anzubauen.
Vielleicht kann man dies nur in dieser Klarheit sehen, wenn man Naturwissenschaftler ist mit einer emotionalen Bindung an den Wald und die Natur.
Windräder dorthin, wo sie neben den zahlreichen Nachteilen wirklich ertragreich Strom produzieren: ins hohe Bergland und an die windreichen Küsten. Das müsste eigentlich jedem einleuchten aus ökologischen und ökonomischen Gründen.
Die Windräder in MR-Wehrda sind ein gutes tägliches trauriges Beispiel dafür, dass WKA an diesen vergleichsweise windschwachen Orten nichts verloren haben!
> "Eine Industrialisierung unserer letzten noch weitgehend ungestörten Naturräume, dem Ökosystem Wald. Aehnlich absurd wie die zunehmende Abholzung der tropischen Urwälder, um dort Bio(treib-)Stoffe anzubauen"
Wenn der Wald nicht den WindKWs weichen muss, wird er von den Ökos hat verbrannt oder verstromt oder weicht Solarplantagen. Ist doch Hose wie Jacke.




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