Nestlé - have a break, Merkel - wach auf! Greenpeace startet auf Oberhessenschau Aktion zum Schutz der Orang-Utans

Marburgs Bürgermeister Franz Kahle in Aktion

Marburg: Oberhessenschau | Stündlich werden in Indonesien 300 Fußballfelder an Urwald vernichtet. Die Nachfrage nach Palmöl vernichtet die Heimat der Orang-Utans. Das Marburger Greenpeace-Projekt Urwaldpostamt startete auf der Oberhessenschau eine Verbraucher-Protestaktion an die Verantwortlichen. Hauptadressat der Briefaktion ist neben Kanzlerin Merkel auch der Lebensmittelkonzern Nestlé. Der Kit-Kat-Hersteller ist in Urwaldzerstörung in Indonesien verwickelt und trägt damit zum Aussterben der letzten Orang-Utans bei. Über 300 Besucher der Oberhessenschau, darunter auch Bürgermeister Franz Kahle, haben Nestlé und Kanzlerin Merkel aufgefordert zu handeln. Die Aktion läuft während der gesamten Oberhessenschau. Inzwischen warten weit über 10.000 Menschen nach persönlicher Anfrage zu Klima- und Urwaldschutz auf Antwort von Kanzlerin Merkel.

"Die ersten auf der Oberhessenschau gesammelten Briefe übergaben wir bereits direkt auf der Messe dem Marburger Bundestagsabgeordneten Sören Bartol. Er wird sich in Berlin um eine schnelle Antwort bemühen," so Achim Gresser, Sprecher des Greenpeace Urwaldpostamtes. "Deutschland darf weder Kredite an Urwaldzerstörer vergeben, noch durch unverantwortliche Maßnahmen wie die Biokraftstoffquote die Vernichtung der Urwälder in Indonesien unterstützen. Dieser klimapolitische Unsinn muss sofort gestoppt werden."

Die staatlich geförderte DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, ein Tochterunternehmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - hat der indonesischen Firmengruppe Sinar Mas Kredite in Höhe von 42 Millionen Dollar gewährt, wovon noch 32 Millionen offen sind. Sinar Mas ist der größte Palmölproduzent in Indonesien. Der Konzern missachtet internationale Standards und indonesisches Recht und hat weitere Expansionspläne in 1,3 Millionen Hektar unberührte Urwaldgebiete. Greenpeace drängt auf eine vorzeitige Rückzahlung des Darlehens und fordert von der Bundesregierung, sich bei der indonesischen Regierung für ein sofortiges Moratorium auf die weitere Umwandlung von Torfwäldern in Ölpalmen- und Akazienplantagen einzusetzen. Auch muss Deutschland Geld für die Schaffung eines internationalen Urwaldfonds zur Finanzierung von Waldschutzmaßnahmen bereit stellen. Die Zerstörung der Urwälder hat Indonesien bereits zum drittgrößten CO2-Emittenten der Welt gemacht.

"Auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé und seine Lieferanten müssen endlich die Zusammenarbeit mit Sinar Mas beenden," so Achim Gresser auf der Oberhessenschau. "Bisher setzt das Unternehmen auf eine Verzögerungstaktik, obwohl für den Schutz der Urwälder in Indonesien die Zeit davon läuft. Unilever und Kraft dagegen handeln bereits."

Auch weitere Firmen sind jetzt zum Handeln aufgefordert, die mit Sinar Mas Geschäfte machen: die Kosmetik-, Waschmittel-, Nahrungsmittelproduzierende und die Mineralstoff-Industrie, also die Abnehmer des begehrten Rohstoffs Palmöl - genauso wie Banken, die Kredite an Sinar Mas geben.

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3 Kommentare zum Beitrag
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 18.04.2010 um 15:36 Uhr  
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OP FanSofa aus Marburg am 18.04.2010 um 17:15 Uhr  
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Wolfgang Heuser aus Gladenbach am 18.04.2010 um 19:55 Uhr  
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