Marburger Oberbürgermeister - Teil 11: Friedrich Dickmann (1946)

1945 - Robert-Koch-Straße mit Blick auf die zerstörte Augenklinik (Foto: „Bombenschäden in Marburg, 1944-1945“, in: Historische Bilddokumente)
 
Zerstörte Gebäude im Nordviertel von Marburg (Foto: „Zerstörte Gebäude in der Bahnhofstraße von Marburg, um 1944“, in: Historische Bilddokumente)
 
Der durch Bombentreffer zerstörte Ortenbergsteg ("Eiserner Steg") am Marburger Hauptbahnhof im Februar 1945. Unter den Trümmern sind noch Teile eines Waggons zu sehen. (Foto: „Zerstörte Brücke in Marburg, Februar 1945“, in: Historische Bilddokumente)
 
1945: Barackenlager auf dem ehemaligen Juxplatz nördlich von Weidenhausen (Foto: „Barackenlager in Marburg, um 1945-1960“, in: Historische Bilddokumente)
Marburg: Rathaus | Nachdem Eugen Siebecke im Februar 1946 aus dem Amt des Oberbürgermeisters von Marburg von den Amerikanern verhaftet worden war, beauftragte die Militär-Regierung Friedrich Dickmann mit der Ausführung des Amtes. Dickmann war 1945 als Syndikus der Stadt als Beamter auf Lebenszeit eingestellt worden. Nach weniger als einem halben Jahr endete für Dickmann die Tätigkeit als Oberbürgermeister von Marburg.

Bei der nach der neuen politischen Ordnung in der Stadtverordnetenversammlung durchgeführten Wahl zum Stadtoberhaupt unterlag er dem Konkurrenten Karl Theodor Bleek deutlich mit 3 gegen 21 Stimmen. In der Folgezeit führte er einen hartnäckigen Kampf zuerst gegen die Wahl von Bleek und anschließend über zwei Jahrzehnte um seine Pensionsansprüche als Oberbürgermeister.

Lebenslauf

Friedrich Dickmann wurde am 10. November 1896 in Arnsberg/Westfalen geboren. Nach dem Schulabschluss diente er im Ersten Weltkrieg in der Wehrmacht vom 15. September 1914 bis 30. Oktober 1918. Er erlitt eine Verwundung und wurde Leutnant entlassen. Von 1920 bis 1923 studierte er an der Hochschule für Kommunalverwaltung in Düsseldorf. 1923 erwarb er das Diplom rer. pol mit der Note „sehr gut“. Verheiratet war Dickmann ab 10. Mai 1926 mit Anta Sieber. 1928-1933 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bomst in der Grenzmark Posen-Westpreußen. (Sämtliche Personalangaben aus der Personalakte des Stadtarchivs Marburg, Pa 821, Teile 1 und 2)

Dickmann wurde, dem Zentrum nahestehend, einer der ersten politischen Opfer im Jahr 1933. Er kam ins Konzentrationslager Hammerstein und wurde dort unter Misshandlungen und Demütigungen monatelang festgehalten. In der Zeit bis Kriegsende folgten weitere Erniedrigungen.

Mit Kriegende war er aus Steinseiffen bei Krumhübel im Osten des Reiches nach Niederklein im Kreis Marburg geflohen, wo er am 15. März 1945 als Flüchtling unterkam. Als Verfolgter des Naziregimes bewarb Dickmann sich bei der Militär-Regierung um eine Anstellung und erhielt am 9. Juli 1945 in Marburg einen „Sonderauftrag zur Reorganisierung des städtischen Wohnungsamtes“. Der Zuzug nach Marburg wurde ihm genehmigt, aber er durfte lediglich ein möbliertes Zimmer beziehen (Kappesgasse 1). In Marburg bestand zu dieser Zeit ein strenges Zuzugsverbot der Militärregierung. Aus diesem Grund wurde ihm der Zuzug seiner Familie ausdrücklich nicht gestattet.

Bereits wenige Tage später wurde er ab 20. Juli kommunalpolitischer Referent und erhielt einen Dienstvertrag als Angestellter der Marburger Stadtverwaltung. Am 15. Dezember 1945 erfolgte die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit mit Anstellung von Dickmann als Syndikus der Stadt Marburg. Die Ernennungsurkunde erhielt er durch Oberbürgermeister Siebecke erreicht.

In der Zeit seiner Tätigkeit im Magistrat traten zwischen Dickmann und dem Bürgerrat starke Differenzen auf. So lehnte der Bürgerrat im Januar 1946 mit einstimmigem Beschluss die „Betrauung des Herrn Dickmann mit der Bürgermeisterstelle“ ab. Ein Grund dafür dürfte die von Dickmann eigenmächtig getroffene Entscheidung gewesen sein, seinem Bruder trotz Zuzugsverbots eine Zahnarztpraxis in Marburg verschafft hatte. Die Praxis war einem entnazifizierten Zahnarzt abgenommen worden.

Dickmann wird von der Militär-Regierung mit den Aufgaben des Oberbürgermeisters betraut

Als Oberbürgermeister Siebecke im Februar 1946 verhaftet wurde und aus dem Amt schied, empfahl der Bürgerrat der Stadt, den ehemaligen Oberbürgermeister Johannes Müller als Nachfolger von Siebecke auszuwählen. Doch die Amerikaner setzten den kommissarischen Bürgermeister Dickmann als Nachfolger ein. Proteste des Bürgerrats gab es nicht, obwohl dieser gegenüber Dickmann die gleichen Vorwürfe (u. a. eigenmächtiges Handeln) entgegenbrachte wie gegenüber Siebecke.

Dickmann wurde am 5. Februar 1946 das Amt des Oberbürgermeisters übertragen. Nach der kommissarischen Beauftragung als Oberbürgermeister stellte Dickmann an den Bürgerrat die Vertrauensfrage. In seiner Antwort stellt der Bürgerrat dar, dass ihm die Voraussetzung zur Stellung der Vertrauensfrage fehle. Aber „er erklärt sich gerne bereit im Interesse des Gemeinwohls zusammenzuarbeiten“. Am 4. Juni 1946 bestätigte der Hessische Innenminister offiziell die Bestellung von Dickmann als Oberbürgermeister von Marburg.

Katastrophale Verhältnisse in Marburg während der Amtszeit von Oberbürgermeister Dickmann

Im Winter 1945/46 mussten die Marburger Bürger mit harten Witterungsbedingungen kämpfen. Die Wälder waren leergefegt von Holzresten durch das Aufsammeln selbst der kleinsten Äste. Kohlen und Brikett für die Kohleöfen der Wohnungen waren kaum zu erhalten. Mit dem Handwagen fuhren ärmere Bürger durch die Stadt zum Kohlenhändler im Afföller. Wenn man mit einem halben Zentner Brikett wieder nach Hause fahren konnte, war man froh. Kohlenklau war an der Tagesordnung.

Die Ausgabe von Lebensmitteln auf die aus der Kriegszeit erhalten gebliebenen Marken wurde vom Ernährungsamt immer wieder reduziert. Wer keinen Garten besaß und Vorräte einkochen konnte, war besonders schlimm dran.

Der harte Winter endete am 12. Februar 1946 mit einer nie erlebten Wasserflut. Das Hochwasser, noch unterstützt durch große Eisfelder, die auf der Lahn mitschwammen, richtete große Schäden an. Zu der Hochwasserkatastrophe hieß es in der Marburger Presse: „Innerhalb weniger Stunden stieg das Wasser auf den Höchststand. … Am schwersten wurde das Gaswerk betroffen. Es wird mindestens 10-14 Tage dauern, bis Marburg wieder mit Gas versorgt werden kann.“

Die Marburger Holzbrücken, damals wichtige Verbindungswege der Bürger zu ihren Kleingärten, erlitten sämtlich große Schäden. Sogar die Eisenbahnbrücke bei Gisselberg war von dem Jahrhunderthochwasser beschädigt worden. Der Verkehr auf der Main-Weser-Strecke war für wenige Tage unterbrochen. Der Pioniersteg (errichtet in der Verlängerung der Haspelstraße zum Krummbogen hin) wurde abgetrieben und konnte wegen Holzmangel nicht wieder ersetzt werden. Der Steg am Gaswerk von der Rosenstraße her war so stark beschädigt, dass er ebenfalls beim nächsten Hochwasser ein Jahr später die Lahn hinab schwamm und ebenfalls nicht wieder aufgebaut wurde.

Der im Mittelteil weggeschwemmte Steg am Schülerpark wurde als einziger beschädigter Steg wieder in Ordnung gebracht. Der Schülerparksteg wurde vorrangig behandelt weil unbedingt benötigt für den Zugang vom Ortenberg zur Stadt. Für den Wiederaufbau konnten nur die südlich von Marburg an den Lahnufern aufgesammelten Holzreste der abwärts getriebenen Teile der anderen Holzbrücken verwandt werden.

Wohnungsmangel in der gesamten Stadt

Eines der vorrangigsten Probleme, die der Bewältigung harrten, war die Wohnungsfrage. Zum einen hatte die Stadt einige Kriegsschäden zu bewältigen, zum anderen hatte es einen enormen Zuzug von Flüchtlingen, Vertriebenen, Ausgebombten und entlassenen Soldaten gegeben. Dazu hatte die Militärregierung eine Vielzahl von Häusern beschlagnahmt.

Ein Unterbringungsproblem stellten zudem die DP („Displaced Persons“) dar. Dies waren aus Polen stammende Juden, von denen sich zu dieser Zeit etwa 300 in Marburg aufhielten. Sie wurden als „Polen“ geführt und nicht gleichgesetzt mit den deutschen Juden. Es dauerte geraume Zeit, bis dieses Sonderproblem sich auflöste.

Um an Mittel für den Wiederaufbau von beschädigten Wohnungen zu kommen, war die Stadtverwaltung skeptisch. Denn andere Städte wie Gießen und Kassel stünden vor wesentlich größeren Problemen. Trotzdem legte man am 6. März 1946 dar, dass der Verlust einer Vielzahl von Wohnungen zu beheben sei. 800 Wohnungen waren in der Stadt nur leicht beschädigt worden (Dach u. dgl.): „Diese Schäden sind inzwischen durchweg behoben.“ Von den 500 gänzlich zerstörten Wohnungen seien bisher 100 wieder aufgebaut worden, bei weiteren 200 sei ein Wiederaufbau „leicht möglich“.

Zu den Schäden im Bahnhofsviertel rechnete man mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren, um hier wieder zu Recht zu kommen. So schreibt Baurat Dierschke, der auch nach Kriegende im Amt geblieben war, am 7. Juni 1946 in einem Artikel über den geplanten „Wiederaufbau im Norden unserer Stadt“ in der Marburger Presse:

Von 78 betroffenen Gebäuden zwischen Elisabethstraße bzw. Wehrdaer Weg und Bahnhofsbrücke sind 21 vollkommen zerstört. 12 dieser Gebäude seien teilweise und 9 vollständig von Schutt und Trümmern befreit. Von 4 Wohnhäusern seien die ausgebrannten Dächer wieder hergestellt worden. Beim Wiederaufbau der Häuser zwischen Rosenstraße und Bahnhofsbrücke wolle man statt der vorher bestandenen nicht schönen Zerrissenheit der Häuserfront beim Wiederaufbau durch eine Abstimmung der Gebäudehöhen eine Verbesserung der Architektur erreichen. …

Noch immer wurden die Kriegsbaracken als Unterkünfte genutzt. Vor den Toren der Stadt befand sich in Cappel das PW-Entlassungslager. Ein Bericht in der Marburger Presse informiert die Bevölkerung über die dortigen Zustände wie folgt (Auszug):

Durchschnittlich befänden sich 4.000 Mann im Lager. Die Verpflegung sei zufriedenstellend und betrage zwischen 2.000 und 2.800 Kalorien täglich. Für die kulturelle Betreuung sei gesorgt. So bestehe eine eigene Varieté-Truppe und eine Lagerkapelle, die in einem geräumigen Theaterzelt aufträten. Zum Schluss des Berichts heißt es, dass Kriegsgefangene aus Marburg-Stadt und -Land so schnell wie möglich entlassen würden, meist noch am Tag ihrer Ankunft.

Das politische Leben beginnt sich zu organisieren

Am 19. Januar gab die Militärregierung Regelungen heraus zur Bildung von politischen Parteien. Allerdings wurde ein Verbot von Aufmärschen ausgesprochen. Ende 1945 war bereits ein Wahlgesetz erlassen worden. Darin war eine 15 %-Klausel vorgesehen. Damit wollte man eine Zersplitterung der Parlamente verhindern, welche als ein Grundübel der Weimarer Republik angesehen wurde.

Zu den führenden Köpfen der Marburger, die für die Bildung der Parteien sich zusammenfanden und meist schon im Bürgerrat vertreten waren, hatte Dickmann keinen guten Draht. Dies sollte sich bald negativ für Dickmann ausweisen, denn schon im Sommer 1946 traten die Parteien auf den Plan. Nach den ersten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung waren die Parteivertreter zuständig zur Ernennung des Oberbürgermeisters.

Die am 26. Mai 1946 durchgeführten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung brachten folgendes Ergebnis:

LDP - 11 Sitze,
SPD - 7 Sitze,
CDU - 6 Sitze.

Die KPD konnte keinen Sitz erringen, da der Anteil der Partei deutlich unter der 15 %-Klausel blieb.

Karl Theodor Bleek wurde statt Dickmann zum Oberbürgermeister gewählt

Dickmann hatte sich neben Bleek für das Amt beworben, erhielt jedoch bei der am 26. Juli stattgefundenen Wahl nur 3 Stimmen. 21 Stadtverordnete votierten für Bleek. Dies waren deutlich mehr Stimmen als der Anteil der LDP-Fraktion im Stadtparlament. Damit war Dickmann abgewählt. Seine Amtszeit endete am 31. Juli 1946. Dickmann war zu diesem Zeitpunkt 49 Jahre alt.

Nach der Wahl von Bleek als neuem Oberbürgermeister stellte sich Dickmann vehement gegen die Wahl von Bleek. Vor allem verglich er beide Lebenswege in der Zeit des Dritten Reiches. Er sei massiv verfolgt und gedemütigt worden. Dagegen setzte er die Verwaltungstätigkeit von Bleek während der gesamten Zeit und seine herausragenden Posten in Breslau bis 1945 als Kommunaldezernent und Stadtkämmerer der Stadt.

Während er (Dickmann) im Konzentrationslager gesessen habe, fragt Dickmann „Wie sah demgegenüber das Leben und der politische Kampf vieler von denen aus, die sich heute rühmen, auch Antifaschisten zu sein?“ Und weiter: Und Bleek hätte im Gegensatz zu ihm während der Nazizeit seine Vermögensverhältnisse verbessern können.

In einem Schreiben an den Regierungspräsidenten in Kassel vom 26. Juli 1946 formulierte der zum Kampf entschlossene Dickmann: Die Wahl von Bleek in Marburg sei nur zustand gekommen durch die „demagogisch-nazistische Wahlpropaganda der Liberal-Demokratischen Partei (LDP)“. Er forderte, erst das Spruchkammerurteil über Bleek abzuwarten und einen Staatskommissar einzusetzen.

Spruchkammerurteil zur Anklage gegen Bleek

Im Frühjahr 1946 waren in Marburg die Spruchkammern gebildet worden, welche die Entnazifizierung in Marburg bewältigen sollten. Am 1. Juni begannen die ersten Verfahren. Zur Anklage gegen Bleek fand am 16. September 1946 die Verhandlung statt.

Hermann Bauer berichtete in der Marburger Presse über diesen Vorgang. Allerdings kann man Bauer Befangenheit unterstellen. Er war selbst aktiv in der LDP und war offensiv für Bleek eingetreten. Mit Hinweis auf die Einreichung der Klage von Dickmann gegen Bleek hatte Hermann Bauer diesen bezichtigt, er sei ein Störer des demokratischen Aufbaus der Stadtverwaltung.

Zur Verhandlung über die Anklage gegen den Stadtkämmerer Karl Theodor Bleek vor der Spruchkammer Marburg-Stadt II unter Vorsitz von Dr. Schilling berichtete die Marburger Presse unter der Überschrift „Bleek wird gerechtfertigt“ wie folgt:

Die von Bleek aufgebotenen Zeugen hätten wie folgt ausgesagt: Bleek sei nicht nur ein hervorragender Verwaltungsfachmann, sondern er sei auch in Breslau „ein fanatischer Gegner der Nationalsozialisten“ gewesen. Für die von der Anklageseite aufgebotenen Zeugen hieß es in dem Pressebericht, dass ein “dunkler“ Zeuge namens Schneider vernommen wurde, der jedoch auf Nachfrage konkret keine Angaben zu den Beschuldigungen gegenüber Bleek machen konnte.

Die Anklagevertretung hatte einen schwierigen Stand gehabt. Der bis kurz vor dem Kammerentscheid fungierende Ankläger Pohle (KPD) war ausgeschieden, da er seine Vergangenheit als SS-Mann verschwiegen hatte. Die Bezichtigung, Bleek sei in der Partei gewesen (was er verneinet hatte), konnte nicht belegt werden. Akten aus Breslau lagen der Kammer nicht vor, Zeugen der Anklage konnten zu ihren Aussagen keine Belege vorweisen,

Nach fünfstündiger Sitzung fällte die Kammer den einstimmigen Beschluss, Bleek in die Stufe der „Nichtbelasteten“ einzureihen. Damit konnte Bleek am 5. Oktober 1946 in das Amt des Oberbürgermeisters eingeführt werden.

Dickmann verlässt nach erfolglosem Kampf Marburg

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters zog Dickmann nach Frankfurt. Er war anschließend noch in verschiedenen Ämtern in Hessen beschäftigt, so im Amt für Vermögens-Kontrolle Darmstadt. 1967 ging Dickmann mit Rosa Lucia Fischer, geb. Schaier eine zweite Ehe ein. Wie seine erste Ehe endete, geht aus den Unterlagen der Personalakte nicht hervor. Am 7. Dezember 1971 ist in den Akten vermerkt, dass er von Frankfurt nach Bad Kissingen umgezogen war.

Dickmann führte - im Briefkopf als „dipl. rer.pol Friedrich Dickmann, Oberbürgermeister a. D.“ über mehr als zwei Jahrzehnte einen unerbitterlichen Kampf um die Anerkennung seiner Anträge auf Pension als Oberbürgermeister für seine knapp sechsmonatigen Tätigkeit. Es ging dabei beispielsweise darum, ob die Militärregierung die Ernennung Dickmanns „gebilligt“ habe oder nicht bzw. ob diese Billigung überhaupt notwendig gewesen wäre. Die Verfahren - auch auf Anerkennung seiner Dienstzeit von 1924 bis 1946 und Anrechnung seiner Verfolgung während der Nazizeit - gingen bis zum Bundesgerichtshof. Der Großteil der über 600 Seiten der Personalakte ist mit Anträgen und Widersprüchen zur Pensionsfrage gefüllt. Seine Anträge waren insofern erfolgreich, als dass ihm 1972 schließlich eine Pension von 2.633,75 DM monatlich zugesprochen wurde.

Friedrich Dickmann verstarb am 25. August 1973 in Bad Kissingen - wie es in der Todesanzeige stand - an seinem Urlaubsort.
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Wolfgang O. H: Schmenner aus Marburg | 17.07.2016 | 15:50  
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Karl-Heinz Gimbel aus Marburg | 17.07.2016 | 17:27  
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