„Mädchen-Pferde-Schule“: Dorothea Henzler informiert sich über die drei Grundelemente des Projektes für Schulverweigerinnen

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Schule hautnah: Auf dem Reitsporthof in Hermershausen informiert sich die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (links) über das Projekt „Mädchen-Pferde-Schule“.
 
Margret von Pritzelwitz (Geschäftsbereichsleitung), Michael Röthinger (Julie-Spannagel-Schule), Bürgermeister Franz Kahle, Kultusministerin Dorothea Henzler, Alexandra Böth (Projektleitung MPS) und Brigitte Hetz (Kultusministerium) informierten sich.
Marburg: Reitsporthof | Hessens Kultusministerin war zu Gast beim St. Elisabeth-Verein e.V.: : Dorothea Henzler informiert sich über die drei Grundelemente des Projektes „Mädchen-Pferde-Schule“ für Schulverweigerinnen
Die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hat sich am Donnerstag, 6. Mai, über das Projekt Mädchen-Pferde-Schule (MPS) des St. Elisabeth-Vereins in Marburg informiert, das Schulverweigerinnen wieder den Zugang zum Lernen und einen Schulabschluss ermöglicht. Auf dem Reitsporthof in Hermershausen, in den Räumen der „MPS Hermershäuschen“ und der „MPS Zückenberg“ bis hin zur Julie-Spannagel-Schule informierte sich die Kultusministerin über die drei Grundelemente des Projekts: Mädchen-Pferde-Schule. Der Kontakt nach Marburg war während des internationalen Festhallen-Reitturniers im Dezember in Frankfurt entstanden, bei dem die Mädchen der MPS-Gruppen wie in den Jahren zuvor das schönste Hindernis dekorierten und die Ministerin 2.000 Euro für das Projekt des St. Elisabeth-Vereins zur Verfügung gestellt hatte.
Etwas Besonderes: Die Kultusministerin im Pferdestall unterwegs
Dass Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler ein Pferd streichelt, ist nichts außergewöhnlich, schließlich ist sie selbst eine begeisterte Reiterin. Dass sie sich während ihrer Dienstzeit Pferden widmet, sich Stallungen und Reithalle anschaut und von Schülerinnen sowie Lehrerinnen und Erzieherinnen bewirtet wird, stellt schon etwas Besonderes dar. Auch für den St. Elisabeth-Verein, wie Hans-Werner Künkel, Mitglied der Geschäftsführung, während seiner Begrüßung betonte.
Dabei ging es im Beisein von Vertretern der Universitätsstadt Marburg, Vertretern des St. Elisabeth-Vereins und der Julie-Spannagel-Schule um ein Thema, über das die Kultusministerin im Dezember im Zuge einer Rahmenvereinbarung mit dem Hessischen Reit- und Fahrverein erklärt hatte: „Durch die Arbeit und den Kontakt mit Pferden erwerben Schülerinnen und Schüler soziale Kompetenz und Teamfähigkeit. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und entwickeln dadurch ihre eigene Persönlichkeit.“ In Marburg informierte sich die Politikerin über tiergestützte Pädagogik und die Umsetzung.
Wie das Projekt „Mädchen-Pferde-Schule“ aufgebaut ist und welche Rolle dabei das „Pferd als Medium für die Mädchen“ darstellt, darüber berichteten Margret von Pritzelwitz, Geschäftsbereichleitung Mädchenwohngruppen, Christine Bick, Leiterin des lerntherapeutischen Bereichs der Julie-Spannagel-Schule, Alexandra Böth, Projektleitung der MPS-Gruppen, und Schulleiterin Brigitte Ahlheim-Sembos.
Und ein Blick auf die Statistik dabei zeigte den Erfolg: Von den mehr als 40 Schulverweigerinnen, die in den vergangenen vier Jahren im Zuges dieses Projektes betreut wurden, schafften bis auf zwei alle den angestrebten Schulabschluss.
Am Rande: Eingehen auf Bedürfnisse statt Ausgehen
Wie sehr der Umgang mit Pferden das Verantwortungsbewusstsein von Mädchen fördern kann, stellte die Kultusministerin mit einer Geschichte dar: Ihre Tochter sei bereits entsprechend angezogen gewesen, um mit ihrem Freund auszugehen, da habe sie die Nachricht über die Kolik ihres Pferdes ereilt. Statt des Ausgehens habe dann selbstverständlich Eingehen auf dem Programm gestanden – Eingehen auf ihr Pferd.

Das Projekt „Mädchen-Pferde-Schule“
Das Projekt „Mädchen-Pferde-Schule“ (MPS) wurde im Jahr 2006 von Margret von Pritzelwitz beim St. Elisabeth-Verein ins Leben gerufen. Die Geschäftsbereichsleiterin hatte bis dahin während ihrer langjährigen Arbeit im Mädchenwohngruppenbereich vermehrt vor der Herausforderung gestanden, für Mädchen mit schulverweigerndem Verhalten ein adäquates Betreuungssetting anbieten zu können. Aus dem Anspruch heraus, auch diesen Mädchen Hilfestellungen geben zu können, sowie dem Wissen um die enorme heilpädagogische Wirksamkeit von Pferden gerade bei Mädchen entstand die Konzeption „Mädchen-Pferde-Schule“.
„Mädchen, die die Schule verweigern, erfahren durch Unterstützung des Partners Pferd wieder Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung“, erklärt Alexandra Böth, Projektleitung der MPS-Gruppen. „Die Mädchen bekommen wieder Motivation auf Lerninhalte und arbeiten auf ihr großes Ziel Schulabschluss hin“.
„Mädchen-Pferde-Schule“ ist ein auf zwei Jahre angelegtes vollstationäres Projekt in der Jugendhilfe. Die Mädchen, die sich alle neben ihrer Schulverweigerung in geschlechtsspezifischen Problemlagen befinden, werden nach den Maßgaben geschlechtsbezogener Pädagogik unter Einbeziehung des Mediums Pferd im Rahmen tiergestützter Pädagogik ausschließlich von weiblichen Mitarbeiterinnen betreut. Derzeit leben 16 Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren in den drei Gruppen „Mädchen-Pferde-Schule“ des St. Elisabeth-Vereins in Marburg.
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