KERNIG IN DIE ZUKUNFT!
Teneriffa. Es ist unglaublich aber wahr: Am letzten Freitag ließen sich 1500 Azubis von RWE für eine bezahlte Demo für den Erhalt des maroden Kernkraftwerks Biblis in Hessen missbrauchen. Die zu denken gebende Parole lautete: Kernig in die Zukunft! Wahrscheinlich meinte man damit Verstrahlt in die Zukunft! Oder was? Schließlich sagte eines der verwirrten Kinder aus Schwaben, es ginge ja um seinen Arbeitsplatz. Arbeitsplatz? Ich frage: Welchen Arbeitsplatz, wenn das Land verstrahlt ist?
Einen arbeitsfreienTag und eine kostenlose Busfahrt ließ RWE für seine Azubis (naiv oder missbraucht?) springen, nach dem Motto: wer nicht mitmacht, muss schaffen und Ihr dürft sogar den Hessischen MP Roland Koch erleben! Na, wenn das keine Gründe für die Demo waren! Gerd Jäger vom Vorstand der RWE meinte im Brustton der Überzeugung, dass dies Alles rechtens sei, "wenn junge Leute derart eingesetzt werden", um es milde auszudrücken.
Nur gut, dass unser tapferer Roland (Koch) wieder einmal sein wahres Gesicht zeigte, als er die Interessen der Atomindustrie vehement verteidigte, denn (Zitat) DA liegt unsere Zukunft!
Richtig, Herr Koch, da liegt sie verstrahlt am und im Boden und die jungen Menschen dürfen sogar weiter arbeiten wenn sie denn noch können.
P.S. Hier könnt Ihr den Bericht der Hessenschau sehen:
http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendunge...
Sie versprchen eine strahlende Zukunft, und dabei lügen sie nicht einmal!
Die sind alt genug, dass wir sie zum Malochen zu einem Unternehmer schicken, aber wenn auch sie mal für ihre Arbeitsplätze auf die Straße gehen, sind sie plötzlich verwirrt und naiv oder werden gar missbraucht?! Schon seltsam...
Und die Gegenseite setzt doch ausserdem auch gnadenlos sogar noch jüngere Kids ein. Denen trichtert man Anti-AKW-Parolen ein und drückt ihnen Schildchen in die Hand, deren Inhalte die wahrscheinlich gar nicht verstehen...
So betrachtet nehmen sich dann beide Seiten nix...
Andreas,
der große durchblick ist dir offensichtlich verwehrt.
Mich wundert, Hans-Rudolf, allerdings die haltung des betriebsrates von RWE, der, so scheint es, dieser pro-atomdemo zugestimmt haben dürfte. Aber das totschlagargument "arbeitsplätze" zieht immer...
Andreas, Du würdest sicherlich auch für oder bei RWE arbeiten, ohne Skrupel. Ich aber nicht! Hier auf myheimat hast Du schon einige Kommentare für die Strahlenindustrie abgegeben. Ich weiß nicht, wie alt Du warst, als Tschernobyl über Europa hereinbrach. Meine persönliche Konsequenz war, dass ich damals nach TF auswanderte. Wenn Du konsequent wärest, würdest Du nach Tschernobyl (oder Harrisburg)auswandern, um dort Deine Thesen den elendig verstrahlten Menschen vorzutragen. Komm raus aus Deinem Elfenbeinturm!
Auf hr-info waren viele Kommentare der Demonstranten zu hören - das war das reinste kasperl-theater: eine beträchtliche Anzahl der jungen Leute hat ein und dasselbe gesagt - wortwörtlich. Würde mich nicht wundern, wenn die Ausbilder denen die Parolen gleich mitgegeben hätten...
Wenn Herr Koch sich so für die Atomkraft einsetzt, dann soll er doch bitte ein entsprechendes Endlager in Hessen ausweisen - und mal abwarten, was die Wähler davon halten :)
Ein Jubelpublikum in kostenfreien Bussen zum Veranstaltungsort karren und dann auch noch für die Teilnehmer bezahlen - Hätten die "Demonstranten" auf eigene Kosten an ihrem freien Wochenende anreisen müssen (wie die 50.000 Atomkraftgegener in Berlin), wer weiß ob überhaupt eine handvoll von ihnen gekommen wäre.
Jahrzehnte hat es die Atomlobby verstanden,alternative Enrgiequellen zu verhindern. Die Öllobby hat es verstanden jahrzehnte alternative Antriebe für Kraftfahrzeuge zu verhindern. Alte Kfze kann man heute bis auf das letzte Schräubchen recyclen. Bei Atommüll braucht man gar nichts zu tun...... nur ca.eine Million Jahre zu warten!
Nicole, genau so ist es! Nur der tapfere Roland wäre sowieso gekommen, denn sein Auftritt wurde nicht von RWE bezahlt, sondern... (dreimal dürft Ihr raten!)
"Andreas, der große durchblick ist dir offensichtlich verwehrt"
Inwiefern? Auf was? Bitte mal konkreter werden.
"Es gibt immer noch Menschen (s. Andreas aus Laatzen), die den ganzen Schlamassel um Gorleben und Asse nicht zur Kenntnis nehmen"
Wie kommst du darauf? Hier ging es ja nicht um Asse oder Gorleben oder Atomstrom, sondern um den Artikel/das Thema/die Aussagen von Hans-Rudolf. Dazu habe ich was geschrieben.
"Andreas, Du würdest sicherlich auch für oder bei RWE arbeiten, ohne Skrupel. Ich aber nicht!"
Ich weiß es nicht, ob ich dort arbeiten würde. Oft hat man aber keine Wahl. Wenn dich das Arbeitsamt zu denen vermittelt, wirst auch du hingehen - oder merken, dass man Ideale nicht essen kann.
Und inwiefern die Azubis eine Wahl hatten oder ob auch sie skrupellos sind... *schulterzuck* ...wir wissen es nicht.
"Hier auf myheimat hast Du schon einige Kommentare für die Strahlenindustrie abgegeben"
Nein, habe ich nie.
"Ich weiß nicht, wie alt Du warst, als Tschernobyl über Europa hereinbrach. Meine persönliche Konsequenz war, dass ich damals nach TF auswanderte"
Ich bin auch in Panik geraten (immerhin war ich auch von den 70ern beeinflusst, in denen ich begeisterter und einäugiger Öko war - und Tschernobyl war ja das, wovor wir immer gewarnt haben), war aber schon alt genug, dass es sich relativ schnell legte.
Ich wusste Gott sei Dank schon, dass man sich zwischen den Pro-AKW-Schönrednern und den Anti-AKW-Panikmärchenerzählern die Wahrheiten, Fakten, Realitäten, etc. mühsam selbst herauspicken muss.
Btw, dein Auswanderungsziel ist auch nicht sicher, wenn man den Katastrophenmalern glauben darf ;)
"Wenn Du konsequent wärest, würdest Du nach Tschernobyl (oder Harrisburg)auswandern, um dort Deine Thesen den elendig verstrahlten Menschen vorzutragen. Komm raus aus Deinem Elfenbeinturm!"
Ja, Tschernobyl ist passiert. Und? Ich kann auch täglich durch andere Unfälle und Katastrophen umkommen. Dem kann ich nicht mal entkommen, wenn ich auf Mond oder Mars auswandern könnte, weil mich dort auch Katastrophen töten könnten.
Und in D sterben allein in einem Jahr mehr Leute nur an Alkohol, Tabak, Autos und fettem Essen als insgesamt weltweit an Tschernobyl in all der Zeit.
Wenn man also alle auch nur ähnlichen Risiken vermeiden wollte, müsste man aufhören zu leben.
Marode Kernkraftwerke müssen abgeschaltet werden, das ist klar. Aber sind die an der Grenze bei unseren Nachbarn nicht auch so marode? Wer kann mir auch bestätigen, daß wenn alle Kraftwerke abgeschaltet sind und wir den Strom vom Ausland beziehen, daß dieser nicht noch teurer wird vielleicht einmal soviel kosten wird wie der Ölpreis.
"Andreas aus Laatzen: Du hast aber auch gar nichts begriffen"
Danke, Heinz, für deine erschöpfenden, überzeugenden Argumente :)
"Aber sind die an der Grenze bei unseren Nachbarn nicht auch so marode?"
Ja, das ist ein Problem. Und tw. stehen diese maroden Dinger näher als Tschernobyl.
Ob die Preise ausufern, ist auch eine offene Frage. Viel schlimmer ist aber m.E. die mögliche Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten(ländern).
Andreas, zu Deinem letzten Absatz: Genau deshalb sollte man alle, aber wirklich alle Anstrengungen unternehmen, um die Nutzung erneuerbarer Energie voranzutreiben, anstatt "moderne" Kohledreckschleudern zu bauen und marode Meiler gesund zu reden (auch wenn die Energieriesen noch dagegen sind).
"Das ist sowieso ein Prozess über mehrere Jahrzehnte"
Ja. Leider. Und deshalb kann es sein, dass wir für die Übergangszeit bei Mangel von Alternativen neuere AKWs bauen müssen, weil die alten zu marode sind.
"So langsam fangen die alternativen Energien auch an, sich zu rechnen. So entwickelt sich die Solartechnik in die grüne Zone und kann in der Gesamtbilanz in die Ertragszone rutschen."
M.W. wird das immer noch stark subventioniert (direkt vom Staat oder indirekt durchden Verbraucher). Es ist also zumindest immer noch nicht wirtschaftlich.
"Denn nur eine Technik, die auch gekauft wird, kann sich weiterentwickeln und letztendlich zur Lösung der Energieprobleme beitragen"
Korrekt. Allerdings gibt es naturgesetzliche oder technische Grenzen für eine vernünftige Nutzung mancher Alternativenergien. So liefern Wind und Sonne nur sehr unzuverlässig Energie. Und ohne eine ausreichende, vernünftige Speichermöglichkeit kann man diese dann nur gering ergänzend einsetzen. Wird der Anteil zu groß, verringert sich die Netzstabilität.
"Sachlich argumentieren ist die einzig sinnvolle Möglichkeit, zu überzeugen. Persönliche Angriffe nicht"
Danke, stimme dem zu.
"Genau deshalb sollte man alle, aber wirklich alle Anstrengungen unternehmen, um die Nutzung erneuerbarer Energie voranzutreiben, anstatt "moderne" Kohledreckschleudern zu bauen und marode Meiler gesund zu reden"
Ja, meinetwegen sogar besser heute als morgen. Aber es gibt eben Grenzen des Machbaren und auch der Bezahlbarkeit. Und auch eine Frage der Prioritäten besonders bei den erneuerbaren Energien.
Glaubt man an den Klimahype, muss man z.B. Kohle, Gas, Öl abschaffen - diese Lücke könnte man aber derzeit nur mit AKWs ausfüllen.
Sonne und Wind sind unzuverlässig und arbeiten nicht mal den halben Tag und Speichermöglichkeiten gibt es allenfalls teuer und theoretisch.
Biomasse verbrennen bedeutet Biomasse herstellen - das benötigt Platz, auf dem man dann keine Nahrung anbauen kann oder Wälder wieder dauerhaft ansiedeln könnte (Waldverlust ist eine Hauptquelle des CO2).
Usw.
Es glänzt halt nicht alles, nur weil es "grün" ist. Leider.
Gott sei Dank gibt es weise Menschen, die uns arme verblendete (glücklicherweise noch nicht verstrahlte) Naivchen aufklären :)






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