Licht hält Einzug in afrikanisches Geburtshaus
Weltweit ist Sierra Leone (Westafrika) das Land mit der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsrate. Daher unterstützt die Marburger Hilfsorganisation Terra Tech e.V. seit Jahren das Geburtshaus M.M. Maternity in Bo, der zweitgrößten Stadt des Landes. Nach dem Bau einer Warte- und Ausbildungshalle im letzten Jahr hat der Marburger Verein im Mai die Installation einer Solaranlage in die Wege geleitet – zur Verbesserung der Arbeit bei Nacht. Konzipiert und montiert wurde die Anlage von den Ingenieuren ohne Grenzen e.V.. Die Finanzierung wurde von Terra Tech und der deutschen Botschaft in Sierra Leone übernommen.
Der Aufbau einer Solaranlage in einem Land wie Sierra Leone musste gut vorbereitet sein, da Ersatzteile in der Regel nicht zu beschaffen sind. Aus diesem Grund wurde ein ganz einfacher Aufbau der Anlage aus drei Teilen konzipiert: den Solarmodulen, die auf dem Dach montiert wurden, den Lampen mit Schaltern und einer Metallkiste, in der alle elektronischen Bauteile und die Batterie fest verschraubt sind. „So wird sichergestellt, dass sich keine Verbindungen lösen oder Unbefugte an Teile der Elektronik gelangen“, erklärte Stefan Revellio nach seiner Rückkehr. Er ist einer von drei Ingenieuren, die sich zusammen mit Dr. Gangolf Seitz von Terra Tech auf den Weg nach Sierra Leone gemacht haben. Zusammen mit Technikern vor Ort wurde ein multikulturelles Montageteam gebildet, das die Installation gemeinsam durchführte. „Während die einen auf dem Dach die Solarmodule montierten und unter dem Dach bei bis zu 50 Grad die Kabel verlegten, haben die anderen in den Räumen die Lampen an der Decke verschraubt und die Schalter neben der Eingangstür montiert und verdrahtet“, berichtete der Ingenieur Revellio. Nach drei Tagen waren die Arbeiten abgeschlossen und die Anlage konnte vom Geburtshaus in Betrieb genommen werden. Die Freude im Geburtshaus war sehr groß als am Abend die Sonne unterging und das Licht eingeschaltet werden konnte. Wo vorher Petroleumlampen nur schwaches Licht spendeten, erhellt nun elektrisches Licht die ehemals dunklen Räume und Gänge. So wird die Arbeit der Hebammen während der Nacht enorm erleichtert.
Zu Ehren der Gäste aus Deutschland wurde eine Feier gegeben, bei der Frauen zu den Rhythmen ihrer Instrumente tanzten. „Eine der Frauen war mit einer dunklen Maske besonders verkleidet. Das war sehr beeindruckend, fremd, freudig und ernsthaft - alles zugleich“, schilderten die Ingenieure ihre Eindrücke. „Allen war klar, dass hier ein Meilenstein in der Geschichte des Geburtshauses gefeiert wurde: der Einzug des Lichtes“.
Helfen Sie, die Versorgung der werdenden Mütter mit Medikamenten, Impfungen, Moskitonetzen und der Beschäftigung einer weiteren Hebamme zu verbessern! Eine Unterstützung ist über das Spendenkonto 44440 von Terra Tech e.V. bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf (BLZ 53350000), Stichwort „Geburtshaus Bo“ möglich. Weitere Informationen sind über www.terratech-ngo.de erhältlich.


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