WELTREISE 2013 - TEIL 25: AUF DEN SPUREN DER MAYAS IN TIKAL

AUF GEHT'S IN DEN REGENWALD
 
IN ZWEI PROPELLERMASCHINEN HEBEN WIR AB
Kultur ist schon wieder angesagt!

In Puerto Quetzal, Guatemala verlassen wir mit einer geführten Gruppe früh morgens das Schiff, werden zum nahe gelegenen Flughafen gekarrt und besteigen dort eine Propellermaschine der TAG (Transportes Aereas de Guatemala). Wir fliegen an den aktiven Vulkanen Guatemalas (Fuego & Acatenango) mit ihren Rauchfahnen vorbei bis zum Provinzstädtchen Flores im Nordosten des Landes. Von dort bringt uns ein Bus am malerischen Ufer des Itzá-Sees entlang in das Gebiet des Regenwaldes des Petén.

Hier liegt die seit vielen Jahrhunderten vom Urwald überwucherte Ruinenstadt Tikal, die einstmals mehr als 50.000 Einwohner hatte und ein Zentrum der Maya-Kultur war. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden immer mehr Tempel, Stelen und andere Ruinen ausgegraben und erforscht. Seit 1979 wird die Erforschung der Ruinenstadt von guatemaltekischen Institutionen betrieben. Das gesamte Gebiet ist heute Nationalpark und Weltkulturerbe.

Zur höchst interessanten Geschichte von Tikal geht’s hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Tikal

Im Empfangsgebäude verschaffen wir uns zunächst einen Überblick am sorgfältig präsentierten Modell der großen Ruinenstadt, von der bis heute noch unzählige Gebäude vom Urwald überwuchert sind. Am Ufer des nahe gelegenen Teiches missachtet uns ein faules Krokodil, weil wir es nicht füttern.
Die Luft ist feucht und schwül, als wir den Regenwald mit seiner speziellen Geräuschkulisse der Vogel- und Affenschreie betreten. Es geht langsam bergauf. Unsere Schritte werden immer schwerer und langsamer, denn wir sind ja nicht mehr die Jüngsten.

Doch schon nach 15 Minuten erreichen wir eine erste Lichtung. Hier sehen wir unseren ersten Tempel (siehe Lageplan: Komplex P) mit vielen Stelen, die seine Geschichte erzählen. Ein Schluck Wasser aus der mitgebrachten Flasche muss jetzt sein, und weiter geht’s bergauf bis zum Tempel IV, der plötzlich und unerwartet vor uns aus dem Dickicht auftaucht. Eine an der Außenseite angebrachte Holztreppe erklimmen wir bis auf die Plattform vor dem allerdings verschlossenen Heiligtum an der Spitze des Gebäudes. Mein Herz schlägt bis in dem Kopf. Schweiß rinnt nicht nur von der Stirn. Mir stockt der Atem, als mein Blick über die Gipfel des Urwaldes schweift, aus dem majestätisch weitere Tempel hervor lugen. Wow! Dieser schweißtreibende Aufstieg hat sich also gelohnt. Verschnaufen, fotografieren und schnell das durchgeschwitzte Hemd wechseln (ich habe in diesen feuchtheißen Ländern immer genügend Ersatzhemden und Wasser dabei).

Dann geht es hinab und weiter durch den Regenwald, vorbei an den Mauern des Komplex IV, und den Resten des Bat Palastes und Tempel III, die nur teilweise sichtbar, weil noch nicht ausgegraben sind. Vorbei am Tempel II erreichen wir den Hauptplatz, dessen Ausmaße und Ambiente uns sofort in ihren Bann ziehen. Links von uns begrenzt die nördliche Akropolis mit Resten weiterer Stufenpyramiden und vielen Stelen an ihrem Fuße den Platz. Uns gegenüber erhebt sich der 47 Meter hohe Tempel I, auch bekannt als Tempel von „Ah Cacao“ oder Tempel des Großen Jaguars. Genau 100 Stufen führen hinauf zu seinem Heiligtum. Rechts wird der Platz von der gewaltigen südlichen Akropolis begrenzt, und in unserem Rücken erhebt sich der hohe Tempel II, genau gegenüber des Jaguar Tempels. Die Pyramidentempel dürfen nicht bestiegen werden, was ich sehr vernünftig finde, denn zuviel Schaden wurde schon von unverantwortlichen Touristen angerichtet. Tempel II ist außerdem teilweise in ein Baugerüst eingehüllt. All dies tut unserem Staunen und unserer Sprachlosigkeit keinen Abbruch. Ich setze mich auf einen Stein in der Mitte des magischen Kultplatzes und schließe die Augen. Die anderen anwesenden Touristen sind alle ehrfürchtig still geworden. Ein Fremdenführer versucht in gebrochenem Deutsch und Englisch, die Inschrift einer der zahlreichen Stelen zu deuten: Geschichtsbücher in Stein gehauen.

Zwischen Tempel I und der südlichen Akropolis verlassen wir den magischen Ort. Vorbei an weiteren nur teilweise ausgegrabenen Gebäudegruppen führt uns der Weg durch den Urwald zurück zu einem in der Nähe des Parkeinganges gelegenes Restaurant, in dem wir eine späte Mittagspause machen.

Alle Teilnehmer der Exkursion sind immer noch nachdenklich still, weil beeindruckt von den Leistungen der Maya. Im Garten begrüßt mich zum Abschied von Tikal die Nationalblume Guatemalas, die Orchidee Lycaste Virginalis, genannt „Monja Blanca“ (weiße Nonne). Per Bus, Flugzeug und wieder Bus erreichen wir noch rechtzeitig unser Schiff zum Dinner. Wir haben den „Zurückgebliebenen“ viel zu erzählen.

Alle Fotos HRK, Lageskizze: Creative Commons (Wikipedia)

Fortsetzung folgt.

Siehe auch: http://www.myheimat.de/marburg/freizeit/weltreise-...
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12 Kommentare
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Gerhard Redeker aus Burgdorf | 14.10.2013 | 10:41  
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Volker Beilborn aus Marburg | 14.10.2013 | 11:43  
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