Tag des offenen Denkmals: Die Gerling-Sternwarte

Wann? 14.09.2014 14:00 Uhr bis 14.09.2014 18:00 Uhr

Wo? Gerling-Sternwarte, Renthof 6, 35037 Marburg DE
Gerling-Sternwarte der Philipps-Universität Marburg, Foto Jan Loske
 
Meridianstein der Gerling Sternwarte
Marburg: Gerling-Sternwarte | Zeitmessungen, Asteroidensuche und Sternkataloge in der alten Sternwarte am Renthof

Ein einzigartiges astronomisches Erlebnis präsentiert der Verein „Parallaxe und Sternzeit“, gemeinsam mit dem Fachbereich Physik, am Tag des offenen Denkmals. Astronomiefans haben am Sonntag, den 14. September die Gelegenheit, in die Arbeit der Astronomen des 19. Jahrhunderts hautnah einzutauchen. An historischer Stelle wird, wie vor mehr als 150 Jahren, wieder ein Teleskop in der Gerling-Sternwarte am Renthof auf dem Himmelsmeridian ausgerichtet – und zwar mithilfe des Meridiansteines in Wehrda.

Dort hatte der Gelehrte Christian Ludwig Gerling die aktuelle Sternzeit anhand eines sogenannten Sterndurchgangs im Meridian – einer Passage - bestimmt. Interessierte können nun in der Austellung die historischen Messungen Schritt für Schritt nachvollziehen.

Im 19. Jahrhundert waren die Zeitmessungen eine Domäne der Sternwarten. In Marburg hat Gerling für die korrekte Zeitmessung gesorgt. Die Sternwarte im Renthof diente aber nicht nur zur exakten Bestimmung der lokalen Ortszeit, sondern auch zur Vermessung der Sternpositionen am Sternenhimmel. Die so verbesserten Sternkarten ermöglichten später die genauere Positionsbestimmung von Planeten und Kleinplaneten in unserem Sonnensystem.

Eine präzise Justierung der Teleskope war absolut notwendig. Da diese in der damaligen Zeit sehr aufwändig war, setzte man Justiersteine in Sichtweite der Sternwarten. Gerling errichtete seine Justiermarke, den Meridianstein, exakt im Norden der Sternwarte in 3771,43 m Entfernung von der Säule seines Teleskops.

Beginn 14 Uhr – mit begleiteten Besichtigungen in kleinen Gruppen bis zu 10 Personen. Bitte melden Sie sich online bei uns an.

Um 15 Uhr können Sie im Vortrag „Die Entdeckung der Asteroiden“ in die Geschichte der „Himmelspolizey“ einsteigen, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Suche nach einem „achten Hauptplaneten“ zwischen Mars und Jupiter machte – und dabei die Asteroiden entdeckte. Auch der Marburger Astronom Chr. L. Gerling widmete sich den Asteroiden. Seine astrometrischen Messungen, die ersten in Hessen, sind der Grund dafür, dass seit Oktober 2011 einer der Kleinplaneten den Namen „Marburg“ trägt.

Um 17 Uhr erhalten Sie im Vortrag "Die Entwicklung der Sternkarten" einen Einblick in die Beobachtungs- und Messtechnik, die die Astronomen bis in das beginnende 20. Jahrhundert einsetzen, um die Sternkarten zu verbessern. Die "Akademischen Sternkarten", an deren Erstellung auch die Marburger Astronomen beteiligt waren, halfen bei der Entdeckung des Planeten Neptun im Jahre 1846!

In der Physikalischen Sammlung – zu Fuß der "Alten Sternwarte" – können Sie einen Einblick in die Wunderwelt früherer Mess- und Experimentiertechnik erleben. Experimente helfen, die Naturphänomene besser zu verstehen, sie zu analysieren und durch grundlegende Zusammenhänge beschreiben zu können. Die Anschaffung von Geräten im 17. Jahrhundert zur Demonstration von Naturphänomenen betrachtet man heute als die Gründung der „Physik“ als eigenständige Wissenschaft. Neben alten Pumpen (aus dem 17. Jahrhundert!), Elektrisierapparaten, Mikroskopen etc. erfahren Sie Details zur Geschichte „der Physik“ in Marburg.

Die Sammlung ist am 14. September ab 14 Uhr geöffnet.

Programm
Besichtigungen in der Sternwarte ab 14 Uhr alle 30 min
Physikalische Sammlung durchgehend ab 14 Uhr geöffnet
15 Uhr - 15:45 Uhr: Vortrag "Die Entdeckung der Asteroiden", Seminarraum Erdgeschoss
17 Uhr - 17:45 Uhr: Vortrag "Die Entwicklung der Sternkarten", Seminarraum Erdgeschoss

Weitere Informationen
online Anmeldung zur Besichtigung der Gerling-Sternwarte
Parallaxe und Sternheit e.V.
Die Physikalische Sammlung
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