Sternstunden im Turm: Gerlings II. Klasse – Rekonstruktionen zur Kurhessischen Haupttriangulation

Wann? 24.07.2016 20:00 Uhr

Wo? Meteorologischer Turm, Gisonenweg 1, 35037 Marburg DE
Netzbild der kurhessischen Haupttriangulation
Marburg: Meteorologischer Turm |

Herzliche Einladung zum ersten Abend der diesjährigen Reihe "Sternstunden im Turm", gemeinsam organisiert von Juko Marburg e.V. und Parallaxe und Sternzeit e.V.!


Im Dialog mit
Berhard Heckmann
über Gerlings II. Klasse – Rekonstruktionen zur Kurhessischen Haupttriangulation

Musikalische Begleitung: Melissa Halm und Sarah Zajusch (Mandolinen)

Gerlings kurhessische Haupttriangulation (entstanden 1821 – 1823 und 1835 – 1837) beinhaltete 24 Dreieckspunkte I. Klasse und 17 Dreieckspunkte II. Klasse (siehe Netzbild). Diese Unterscheidung hatte sowohl mess- als auch rechentechnische Gründe. Die Dreieckspunkte II. Klasse sind denen der I. Klasse insofern zwar nachgeordnet, aber gleichwohl von großer Bedeutung. Während die meisten Gerling’schen Dreieckspunkte I. Klasse erhalten geblieben sind oder zumindest lagemäßig exakt wiederhergestellt werden konnten, ist dies bei den Punkten II. Klasse weitaus seltener der Fall.

Der wichtigste Dreieckspunkt II. Klasse ist zweifellos der Frauenberg bei Beltershausen, südöstlich von Marburg gelegen. Dort hat Gerling 1837 seine denkwürdige astronomische Längendifferenzbestimmung zwischen den Sternwarten Göttingen und Mannheim durchgeführt. Durch Vergleich mit den geodätischen Resultaten seiner kurhessischen Haupttriangulation gelang ihm dabei die weltweit erste Messung der Lotabweichungskomponente (eta) in West-Ost-Richtung.

Der große Gerling’sche Postamentstein auf dem Frauenberg war nach dem 2. Weltkrieg umgestürzt, danach jedoch nicht an seinem ursprünglichen Standort wieder aufgerichtet worden. Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG) hat ihn am 23. August 2011 nach umfangreichen Recherchen wieder exakt an seine ursprüngliche Stelle von 1837 gesetzt.

In den darauffolgenden Jahren konnten auch zu weiteren kurhessischen Dreieckspunkten II. Klasse neue Details ermittelt sowie interessante Verbindungen zu geodätischen Arbeiten anderer Epochen hergestellt werden. Zu den Dreieckspunkten II. Klasse gehören so bekannte hessische Bauwerke wie der Frankfurter Dom, die Martinskirche in Kassel, das Marburger Schloss und das Schloss Herzberg.

Auch die Wehrshäuser Höhe sei erwähnt, wo der kurhessische Dreieckspunkt II. Klasse – ähnlich wie auf dem Frauenberg – ursprünglich mit einem großen Postamentstein vermarkt war. Da dieser mächtige Steinpfeiler bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren ging und auch bei der Bevölkerung in Vergessenheit geraten war, hat das HLBG im September 2014 exakt am Original-Standort wieder eine authentische Replik errichtet.

Bernhard Heckmann ist Dezernatsleiter im Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformationen (HLBG), Wiesbaden, und engagiert sich für die Bewahrung der Geschichte der historischen Landesvermessungen in Hessen sowie die Erhaltung historischer Grenz- und Vermessungspunkte. In der „Sternstunde im Turm“ wird Bernhard Heckmann über Gerlings kurhessische Haupttriangulation berichten und dabei besonders auf aktuelle Erkenntnisse zu den Dreieckspunkten II. Klasse eingehen.


Eintritt 9€. Vorverkauf ab 5. Juli
Tourist-Information Marburg, Erwin-Piscator-Haus, Biegenstraße 15, Tel.: 06421-99120


Kontakt
www.parallaxe-sternzeit.de
info@parallaxe-sternzeit.de
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