Schlafwagenfahrt mit der Deutschen Bahn nach Rom

  Marburg: Alexandra Schwitalla | Ein Dienstausflug der gerne als Kulturevent aufgewogen werden darf. Oder, als Betreuerin des Lebenshilfewerkes unterwegs mit Endziel ROM.

Julians sehnlichster Wunsch aller Wünsche ist in Erfüllung gegangen. Eine Schlafwagenfahrt mit der Deutschen Bahn.
Julian ist ein Sehbehindeter junger Mann und wohnt mit seinem Freund in einer Wohngemeinschaft in Marburg`s Zentrum.

Und zwar sollte es nach "ROM" gehen, da dies die längste Schlafwagenfahrt bedeutete. Die SCHLAFWAGENFAHRT in die beindruckende Stadt Italiens, war somit das eigentliche Hihlight. Julian hatte als Kind schon mal solch eine Fahrt mit seiner Mom unternommen. Damals als er ca. drei Jahre alt war, fuhren sie gemeinsam nach Wien zu einer Freundin seiner Mom. Jetzt ist er 24 und "endlich" ist sein großer Wunsch in Erfüllung gegangen.

Mittwoch 09.04.2014: Abfahrt 14:49 Uhr ab Hauptbahnhof Marburg Gleis 1 nach Frankfurt Hbh Ankunft 16:06. Umsteigen mit Weiterfahrt nach München Hbh mit Ankunft um 20:11. Eine gute Stunde Aufenthalt , und genügend Zeit um “Special Restaurant Burger King” zu besuchen, sich zu stärken um dann die spektakuläre Weiterfahrt im Schlafwagen zu beginnen. Diese sollte elf Stunden dauern, mit Ankunt 9:22 Uhr in Rom Hauptbahnhof TERMINI.

Als wir unseren reservierten Waggon und das dazugehörige Schlafwagenabteil gefunden haben und vom Schaffner eigens eingecheckt wurden, dieser uns noch Infos über die Regeln im Wagen, über das morgendliche Frühstück und das zum Service gehörende Wecken anbot, konnte unsere nächtliche Fahrt beginnen. Der nette Zugbegleiter vermerkte noch, dass er die ganze Nacht für unser Zugabteil zuständig ist und gerne bei Fragen und Problemen zur Verfügung steht und im Notfall selbstverstänlich da ist. Dies gab uns ein gutes Gefühl. “Ach und Julian war gaaaanz gespannt und checkte zunächst erst einmal unsere Kabine durch”. Agribisch wurde gesucht und entdeckt, respektive verglichen, ob es so oder so ähnlich wie damals war, als er mit seiner Mutter reiste. ( `So in seiner eigenen Wortwahl` :-) ).

Solch eine Schlafwagenkabine ist recht eng und klein, vergleichbar mit dem Inneren eines Wohnmobils, man könnte es auch mit einem U-Boot Inneren vergleichen. Eine kleine Waschgelegenheit mit Handtüchern, Seife und sogar Mundwasser in einem Joghurtähnlichen Becher inbegriffen:-)) Eine Toilette und Dusche befand sich am Ende des Gangs eines jeden Zugabteils, und nicht etwa in unserer Kabine, ”wo auch wohl, bei dem charmanten Platzangebot”. Alles gut durchdacht und für mich als Begleitperson respektive Betreuerin auch eine neue Erfahrung :-) . Aber nicht schlecht. Nachdem wir unsere Schlafanzüge angezogen, die Zähne geputzt hatten, konnte die große Reise beginnen, wobei wir schon in voller Fahrt waren und die Reise schon längst begonnen hatte. Wir hatten unser Rollo extra oben gelassen, damit Julian auch alles was in der Nacht draußen passierte, mitbekam. Die Züge rauschten vorbei und wir ratterten über die Schienen Richtung Süden. Kufstein-Wörgl-Jenbach-Innsbruck-Brennero-Fortezza-Bressanone-Brixen-Bolzano-Trento-Roverto-Verona-Bologna-RomaTermini.

Ab und an passierten wir Bahnhöfe, an manchen hielten wir, doch bei den meisten düsten wir durch. Man merkte dies immer an dem hellen Licht, welches unser Abteil durchflutete. Julian war begeistert, als ich ihn am nächsten Morgen beim Kleinen eigens vom Schaffner servierten Frühstück in unserem Abteil fragte, wie denn die Nacht in voller Fahrt war.

Julians Fazit: "Ja, so hab ich mir das vorgestellt. Ob das anders war wie damals, das war mir egal. Jedenfalls, der Schlafwagen war sehr schön. Zwar war er etwas eng, aber sonst hat mir das alles sehr viel Spaß gemacht"!

In Rom angekommen haben wir direkt am Bahnhof Termini einen ( hop on -hop off ) Bus für 48 Std gebucht. Mit dem wir direkt die Sehenswerte Stadtrundfahrt begannen. Als wir in der Nähe unseres Hotels kamen, wurde zunächst unsere Rundfahrt, die stets oben auf dem offenen Deck stattfand, unterbrochen um in unser Hotel " Eva`s Room" einzuchecken damit wir erst einmal unser lästiges Gepäck loswurden. Das Gute an der Fahrt mit diesen tollen Open-Air-Bussen ist, dass man stets über Audio Guides sprich: “ Minikopfhörer-Ohrstecker” wenn man die imposanten Sehenswürdigkeiten passiert, direkt alle geschichtlichen Zusammenhänge, Infos und Erklärungungen erfährt respektive darüber berichtet bekommt. Und das Gute ist für sehbehinderten Menschen ist, dass sie alles in diesem Zusammenhang verfolgen und verkörpern können. Somit konnte man immer rechtzeig beim nächsten Bus-Stop den Bus verlassen und sich sein eigenes Bild von der Architektur schaffen und direkt zu besuchen. Pantheon- Kollusseum- Spanische Treppe- Santa Maria Maggiore- Villa und Park Borgese- Forum Romanum- Castel Sant Angelo (Engelsburg)-Campo de Fiori- Piazza Venezia- Piazza Barberini- Piazza de la Repuplik- und nicht zu vergessen, die unzähligen wunderschönen Brunnen die die bezaubernde Stadt zäumen. Und es war fantastisch. Das Wetter war für unser Vorhaben supergünstig, 20 ° Grad und Sonne pur. Nicht zu heiß , um alles ganz entspannt zu besichtigen. Das Non Plus Ultra war natürlich das leckere und unverzichtbatre Gelati (Eis) um nicht zu vergessen Pizza, Lasagne und Spaghetti.

Wir hatten eigentlich noch vor auf dem Tiber eine nette Bootsfahrt zu unternehmen, jedoch war die zu dem Zeitpunkt nicht möglich, da der niedrige Wasserstand dies nicht zuließ. Wohingegen wir uns am letzten Tag unsrers Romaufenthaltes für eine imposante Stadtrundfahrt per Kutsche entschieden. Uuund das war noch (laut Julian) vieel besser als die Bootsfahrt! Unsere fünf Tage für dieses Romabenteuer verflogen wie im Fluge mit interressanten Eindrücken, viel Bewegeng und Zusammentreffen vieler verschienen Menschen unterschiedlicher Kulturen. Man könnte dies somit auch als Kultururlaub aufwiegen!!

Und dennoch kam das Allerschönste, genau wie zu Beginn unserer Reise... nämlich “Die Schlafwagenfahrt zurück nach Hause” :-)) !!!
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Oberhessische Presse | Erschienen am 26.04.2014
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Volker Beilborn aus Marburg | 25.04.2014 | 17:22  
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