Mit Robert Müller im Steinbruch von Rachelshausen.

Gruppe der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf mit Robert Müller(Bildmitte) Foto: W. Döhler
Exkursion in die heimische Geologie mit der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf.
Robert Müller, "Rachelshäuser Urgestein" und Experte für den ehemaligen Bergbau der Region, führte eine Wandergruppe der VHS-Marburg Biedenkopf. Der 87 jährige gibt sein enormes Wissen noch immer bereitwillig an Interessierte weiter. Bis zu seiner Schließung 1996 arbeitete Müller im Steinbruch Rachelshausen und kennt diesen wie seine Westentasche. Er hat noch viele persönliche Verbindungen aus seiner früheren Arbeitszeit und gibt Vorträge über den inzwischen eingestellten Bergbau der Region.
Als ehemaliger Kirchenvorsteher hat er noch immer eine starke Beziehung zu der kleinen Fachwerkkirche des Ortes. Das kirchenbauliche Kleinod hat schwere Zeiten hinter sich. Schon mehrfach sollte es abgerissen werden. Zwischen 1606 und 1617 erbaut, kam es durch den Zahn der Zeit immer wieder in einen unansehnlichen baulichen Zustand. Erst bei der Renovierung von 1939 wurde der Verputz von 1750 entfernt und das wunderschöne Fachwerk wieder freigelegt und konserviert. Immer wieder fanden sich Bereitwillige, so auch Robert Müller, die sich mit großem Engagement für den baulichen Erhalt der Kirche einsetzten. Die hierfür erforderlichen Geldmittel lieferte einst der Pachtertrag aus dem Steinbruch.
Müller erläuterte die Geschichte des Steinbruches, in welchem seit etwa 1900 Diabas gebrochen wurde. Seit 1930 stand der Steinbruch in Pachtnutzung seines Vaters. Rachelhäuser Diabas, auch "Hinterländer Grünstein" genannt, ist ein sehr hartes Devonisches Vulkangestein. Man verwendete ihn als Baumaterial für Häuser sowie zur Herstellung von Grabsteinen, Treppenstufen und für Bildhauerei und künstlerische Objekte. Als Monumentalbauwerk wurde das Tannenbergdenkmal in Ostpreussen (heute: Russland) nach 1932 aus Rachelshäuser Diabas gefertigt.
Noch immer bietet das "Schutzgebiet Rachelshäuser Steinbruch" sehr beeindruckende Einsichten und Ausblicke. Das Naturschutzgebiet ist nur auf den vorhandenen Wegen begehbar. An einem Aussichtspunkt an der ehemaligen "Hohen Strasse" hat man eine überwältigende Fernsicht. Die noch vorhandenen "Pulverhäuser", Verwahrungsstelle des Steinbruch-Sprengstoffes, waren in den 70er Jahren das Ziel der damaligen Baader-Meinhof Bande: Material sowie Dokumente wurden nach einem Aufbruch entwendet.
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