Reich verzierte Eingangstür (Jahr: 1784) des ehemaligenen Schulhauses Wallenfels (Foto: W. Döhler)
Indian Summer im frühwinterlichen Schelder Wald.
Eine besondere, bisher nie gekannte Stimmung konnte eine Wandergruppe der VHS Marburg-Biedenkopf im Rahmen einer heimatkundlichen Wanderung nach Wallenfels erleben: Der plötzliche Kälteeinbruch ließ den spätherbstlich bunt gefärbten Wald wie in Zucker gepudert in der strahlenden Herbstsonne glitzern. Über die alte, das Dill Gebiet mit der oberen Lahn verbindende Fernstraße "Hohe Straße" ging es zunächst zur ehemaligen Schwerspatgrube "Koppe". Wie Kursleiter Wolfgang Döhler berichtete, wurden während der Betriebszeit von 1898 bis 1956 wurden hier ca. 160000 t Schwerspat (Baryth) gefördert. Über einen Förderturm wurde das Mineral bis aus einer Tiefe von 147 m an´s Tageslicht geholt. Die noch vorhandenen Vorräte sollen bei weitem noch nicht erschöpft sein : Angeblich lagern hier noch über 200000 t in tieferen Erdschichten. Lediglich die technischen Probleme und der schwierige Abtransport machten den weiteren Abbau unwirtschaftlich. 1956 kam die edgültige Stilllegung und der Förderschacht im oberen Bereich wurde zugeschüttet und versiegelt. Über die Bottenhorner Hochebene ging es weiter zur Angelburg, der höchsten Erhebung des Gladenbacher Berglandes (609m). Lange bevor der 171m hohe Sendeturm des HR hier gebaut wurde, stand hier über viele Jahre bis 1906 ein hölzernes Aussichtsgerüst, von dem man über die Baumwipfel eine herrliche Aussicht genießen konnte. Das ist heute nicht mehr möglich: Der Sendeturm ist nicht öffentlich zugängig. Nicht weit war nun der Weg zu den Wilhelmsteinen, einer bis zu 15m hohen Felsengruppe aus Eisenkieselhärtling. Sie gelten als keltische Kultstätte und sind benannt nach Herzog Wilhelm von Nassau, der hier einst 1830 weilte und bei der Bevölkerung aufgrund seiner Fortschrittlichkeit in hohem Ansehen stand. Auch stand hier eine Jagdhütte, von der aus die Nassauer Herzöge auch die Auerhahnbalz beobachteten. Nun ging es hinab nach Wallenfels, einem kleinen, aber sehr romatisch in dem oberen Siegbachtal gelegenen Dörfchen. Von dem nassauischen, später hessischen Schloss, was hier einst stand und u.a. auch die alte Fernstraße von Brabant nach Leipzig sichern sollte, ist nichts mehr zu sehen. Zum Erstaunen aller steht hier eine richtig funktionierende rote englische Original-Telefonzelle. Schmucke kleine Fachwerkbauten und freundliche Menschen sind hier, trotz aller Abgeschiedenheit der dörflichen Lage, immer anzutreffen.
Hallo Volker, danke für Deine netten Kommentare zum Beitrag und zu den Bildern! Vielleicht kannst Du ja doch mal mitwandern: Nächste Wandertermine: 26.05.13 und 27.10.13. Gruß Wolfgang
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