"Hostes da schun gehot?" - Naues vo de Melchbaank

4
Milchkannen auf dem kleinen Milchwagen

Marburg: Marburger Land | Ein gut funktionierender Wachdienst in unseren Dörfern war bis Anfangs der 60er Jahre der Transport der Milchkannen vom bäuerlichen Hof zur Milchbank. Das ständige Geklapper der Kannen, wenn sie mit einem kleinen Milchwagen über das holprige Kopfsteinpflaster gezogen wurden, riss uns Kinder früh aus dem Schlaf, noch bevor das Angelus-Läuten um 6 Uhr einsetzte.


Meist war es der "Pätter", ein lediger Onkel lebte fast auf jedem Hof, der die gut gefüllten Milchkannen zu der für uns zuständigen Milchbank am Schwesternhaus brachte. Stausebach hatte damals drei solche Sammelstellen.


Es bedurfte schon etwas Kraft, um die 20 Liter fassenden Kannen auf die hölzerne, ca. 1 Meter hohe Bank zu wuchten. Nach und nach trafen die Bauern ein, und es gab reichlich Gelegenheit, die "Nauigkeere" aus dem Dorf auszutauschen.


"Hostes da schun gehot?", so oder ähnlich begann der frühe Dorftrasch, der sich jedoch fast nur auf örtliche Themen begrenzte. Es waren halt Alltagsprobleme, wie Krankheiten im Stall, Kalbsgeburten oder einfach nur Aussagen, dass eine Kuh "trocken stand".


Man erfuhr aber auch, ob im Dorf etwas Außergewöhnliches geschehen, ob jemand krank oder verstorben war. Erfreuliche Ereignisse, wie Kindsgeburten, Geburtstage, bevorstehende Hochzeiten, standen ebenso auf der "Tagesordnung".


Am morgendlichen Frühstückstisch erfuhren wir Kinder dann von "insem Pätter" das "Naueste vo de Melchbaank".


Es bleibt festzustellen, dass wir schon damals eine schnelle Dorfzeitung hatten, fast so schnell wie das heutige Internet!

4 5
1
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
11 Kommentare zum Beitrag
17.351
Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) am 12.08.2011 um 08:05 Uhr  
13.924
Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 12.08.2011 um 10:57 Uhr  
3.473
Peter Gnau aus Kirchhain am 12.08.2011 um 12:30 Uhr  
13.924
Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 12.08.2011 um 13:20 Uhr  
1.369
Edith Rau aus Weimar am 15.08.2011 um 18:53 Uhr  
3.473
Peter Gnau aus Kirchhain am 15.08.2011 um 22:21 Uhr  
13.924
Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 16.08.2011 um 09:54 Uhr  
1.369
Edith Rau aus Weimar am 16.08.2011 um 15:09 Uhr  
3.473
Peter Gnau aus Kirchhain am 16.08.2011 um 18:38 Uhr  
13.924
Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 16.08.2011 um 19:07 Uhr  
1.369
Edith Rau aus Weimar am 16.08.2011 um 20:17 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

"Monse Owed im ocht Auer es... So oder ähnlich lauteten die "Nauigkehre", die bis in die 60er Jahre der Ortsdiener in Stausebach verkündete. Zu den Menschen, die das Dorfleben...
"Schaurige, skurrile Geschichte" am Radweg nach... Schon oft bin ich an dem verwitterten so genannten Wolfstein auf dem Radweg von Wohra nach Gemünden/Wohra vorbeigefahren, ohne nähere Kenntnis von...