Hexenverbrennung als Volksbelustigung?
„Scherz“ der Momberger „Inquisitoren“ schwer daneben
„Ist Deine Alte Dir zu teuer, kommt sie bei uns aufs Scheiterfeuer“. Unter diesem Motto stand die „scherzhaft“ gemeinte inquisitorische Verbrennung von Ehefrauen auf dem Scheiterhaufen im Rahmen des Momberger Kirmeszuges (Bericht der OP). Der „Scherz“ der Momberger „Inquisitoren“ ist allerdings schwer daneben.
Denn handelt es sich nicht um einen Spaß, auch nicht um einen groben Jux, sondern um eine frauenverachtende Verherrlichung des kirchlichen und weltlichen Terrors im Mittelalter. Die Beteiligung eines katholischen Priesters an der Veranstaltung macht die Sache nicht besser.
Die gedankenlose Aktion kann nicht unkommentiert stehen bleiben. Zumindest im nachhinein sollten die Verantwortlichen zugeben, dass ein Nachspielen von Hexenverbrennungen sich nicht als öffentliche Volksbelustigung eignet.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in unserer Gesellschaft traurige Realität. Eine unmissverständliche, öffentliche Entschuldigung der Veranstalter für diese Geschmacklosigkeit ist fällig. Eine kräftige Spende aus dem Veranstaltungserlös an den Verein Frauen helfen Frauen oder das von diesem betriebene Frauenhaus oder eine ähnliche Einrichtung würde die Entschuldigung ein Stück weit glaubhafter machen.
Wir wollen nicht wirklich wieder ins Mittelalter zurück, oder doch?
Im Moment scheint der Fundamentalismus wieder im Aufwind zu sein.
Geschmacklos und Frauenverachtend. Ist schon eine Entschuldigung geschehen?
Wieso? Der kath.Priester hält sich doch nur an eine lange Tradition. Oder will hier jemand behaupten, die kath. Kirche hätte jemals das Mittelalter verlassen?
ich finde diese Aktion mehr als geschmacklos.
@ Hans-Rudolf was haben die katholischen Priester von heute mit den Fehlern ihrer Vorgänger zu tun? Niemand streitet das schreckliche Verbrechen im Mittelalter ab!
Der Link geht nicht.
"Denn handelt es sich nicht um einen Spaß, auch nicht um einen groben Jux, sondern um eine frauenverachtende Verherrlichung des kirchlichen und weltlichen Terrors im Mittelalter"
Falsch! Wenn das erkennbar als Jux inszeniert wurde, gibt es da keine Zustimmung bezüglich der mittelalterlichen Massenmorde der Katholiken - und somit keine Verherrlichung der damaligen Taten (und mit heutiger Gewalt gegen Frauen hat das ja nun überhaupt nichts zu tun).
Eher müssen sich die jetzt Empörten an die eigene Nase fassen, wenn sie die damaligen tatsächlichen schrecklichen Morde mit einem Volksfestspektakel gleichsetzen und ihm gleiche Bedeutung zumessen.
Statt sich also über Juxveranstaltungen zu erregen, sollte man sich lieber gegen reale Gewalt gegen Frauen einsetzen, auch wenn man damit weniger Aufmerksamkeit für die eigene Person erheischen kann...
@Anreas aus Niedersachsen
Link ist korrigiert.
So etwas ist wirklich nicht lustig...

Niemand würde auf die Idee kommen einem Volksfestdarsteller vorzuwerfen, dass er brutale Gewalt verherrliche, eine Entschuldigung oder gar Geld fordern, aber im Wahlkampf ist wohl alles möglich.
@Hallo Hans-Joachim, in Deinem Artikel bringst Du, meiner Meinung nach, einiges durcheinander. Pfarrer Hummel steht, siehe auch das Foto in der Zeitung, nicht mit dem Motiv über die Inquisition in Verbindung sondern er gehörte zu einer anderen Teilnehmergruppe des Festzuges. Bitte setze Dich einmal mit dem Momberger Ortsvorsteher in Verbindung, der kann vielleicht die Angelegenheit aufklären.
Bin auch empört über die geschmacklose Volksbelustigung -
"Die Alte auf dem Scheiterhaufen verbrennen" -
was geht eigentlich in den Köpfen dieser Menschen vor?
Gab es da im Vorfeld keine Frauen, die dagegen protestiert hätten?
Oder haben die in dem Dorf nichts zu sagen?
Die Organisatoren sollten sich schämen!!!
"..."Die Alte auf dem Scheiterhaufen verbrennen" - was geht eigentlich in den Köpfen dieser Menschen vor?"
Noch nie eine Kneipe von Innen gesehen und den Gesprächen gelauscht?! ;)))
Wir sollten froh sein, in Zeiten zu leben, wo man sich über sowas lustig machen kann und es keine Christen mehr gibt, die uns dafür tatsächlich verbrennen wollen und dürfen.
Es ist schon Hammerhart so eine Volksbelustigung und das in Zeiten wo heute wirklich noch Frauen so schwer misshandelt werden, dass sie ins Frauenhaus flüchten müssen. Eine sehr traurige Sache die hier im Raum steht. Geschmacklos, Frauenfeindlich und Dumm mehr kann ich dazu nicht sagen.
@Mitteilung an alle Kommentatoren: bitte lest die heutige OP (24.09.). Redakteur Tobias Hirsch hat einen Artikel erstellt, der die Zusammenhänge erläutert und aufklärt.
@Hallo Hans-Joachim, wenn Du den OP-Artikel v. 24.09. gelesen hast, bist Du sicher bereit Deinen MyHeimat-Artikel zu berichtigen und vor allem die unkorrekten und einfach nur "aufheizenden" Stellen zu entfernen. MyHeimat ist k e i n Agitationsportal für irgendwelche Politiker.
@Mitteilung an alle Kommentatoren: bitte lest die heutige OP (24.09.). Redakteur Tobias Hirsch hat einen Artikel erstellt, der die Zusammenhänge erläutert und aufklärt.
@Hallo Hans-Joachim, wenn Du den OP-Artikel v. 24.09. gelesen hast, bist Du sicher bereit Deinen MyHeimat-Artikel zu berichtigen und vor allem die unkorrekten und einfach nur "aufheizenden" Stellen zu entfernen. MyHeimat ist k e i n Agitationsportal für irgendwelche Politiker.
@ Hans-Christoph
Das war doch von Anfang an klar, daher schrieb ich in meinem Kommentar oben "im Wahlkampf ist alles möglich".
Bin froh wenn die Wahl am Sonntag gelaufen ist und die Stimmungsmacher wieder ihren Alltagsgeschäften nachgehen.
Wo findet eigentlich die nächste Wahlkampfparty der Linken statt ?
Wieder im Swingerclub ?
Ev. sollte man die anwesenden Damen einladen und bei dieser Gelegenheit über die Würde der Frau diskutieren (!).
Die Frauen hier in Momberg haben einiges zu sagen und es ist Schwachsinn ein Scherz der auf die Abwrackprämie bezogen ist so nach unten zu ziehen auch ich bin entsetzt was Frauen und Mädchen in der Heutigen zeit passiert aber das hat nichts mit den Hexenverbrennungen von damals zu tun oder leben wir noch im Mittelalter? NEIN und wenn einer von den negativen Kommentatoren dabei gewesen wäre und mitgekriegt hätte wies gemeint war würde es hier nicht so ein heißes Thema sein und wenn die gewusst hätten was da für ne Welle im nachhinein auf sie zu kommt hätte ihr wagen bestimmt anders ausgesehen oder sagt jemand was gegen den wagen einer anderen Teilnehmer Gruppe wo Mittelalterlich eine Abstechung von zwei Rittern Dargestellt wird denn es gibt auch noch genug Gewalt gegen Männer und Jungen aber dazu wird nix gesagt ich finde die Kommentare ihr teilweise sehr Geschmacklos
Ich fürchte, es gibt wenig Hoffnung, dass der Stimmungsmacher Hajo Zeller von der Plattform myheimat verschwindet. Wenn schon myheimat, dann auch meine Heimat.
Zur Sache selbst:
Nach dem Erscheinen des OP-Artikels über den Kirmesumzug in Momberg, erhielt ich mehrere Anrufe und E-Mails von erbosten und empörten Frauen. Der zweite Absatz meines Artikels ist eine sehr komprimierte und stark entschärfte Zusammenfassung dieser Reaktionen. Dies hätte ich kennzeichnen und hervorheben sollen.
Scherze auf Kosten anderer bergen immer das Risiko bei den Betroffenen Wut und Empörung auszulösen. Im privaten Bereich, durch einen flapsig erzählten Witz, können diese Konflikte mit Worten und Gesten des Bedauerns und der Versicherung „es war nicht so gemeint“ oftmals rasch und unkompliziert aus der Welt geschafft werden.
Im öffentlichen Bereich, und ein Kirmesumzug ist ein öffentlicher Bereich, sieht dies etwas anders aus. Im öffentlichen Bereich sollte man die möglichen Reaktionen auf eine Aktion vor der Durchführung bedenken. Deshalb halte ich die Idee von Frau Lippmann, ihre Wahlparty in einem Swingerclub abzuhalten, für falsch, um das klarzustellen.
Der Scherz der Momberger Feuerwehrleute ist geschmacklos, weil er, wenn auch unbeabsichtigt, andere Menschen seelisch verletzt hat. Dass „Gewaltverherrlichung“ und „Frauenunterdrückung“ nicht beabsichtigt war, ist wohl selbstverständlich. Und dass es keine Absicht war, Frauen zu kränken wohl auch. Nun fühlen sich jedoch viele Menschen, nicht nur Frauen, durch diese Aktion gekränkt und abgestoßen. Die Frage, die sich jetzt stellt: Wie geht man damit um?
Reicht es zu sagen: War ein Scherz, wer das nicht versteht hat keinen Humor? Oder wäre die angemessene Reaktion: Tut mir leid. Folgen nicht bedacht. Beim nächsten Mal denke ich länger darüber nach, und versuche andere Menschen nicht zu kränken?
Das gilt zu allen Zeiten. Nicht nur im Wahlkampf.
Als Neustädter „Sumpfbiber“ erfüllt es mich ja irgendwo mit einer gewissen Schadenfreude, zu sehen, dass so etwas unseren frommen „Ranzemännern“ passieren muss. Bisher dachte ich immer, dass diese keine Fehler machen…
Aber Spaß beiseite. Es ist mal wieder erstaunlich, welche Wellen so etwas schlagen kann. Zum Glück haben die meisten Leute noch eine gehörige Portion – zugegebenermaßen schwarzen – Humor und so regt sich zum Glück nur eine Minderheit auf, wenngleich auch äußerst lautstark. Die Momberger Kirmeswagen sind immer humoristische Highlights und mit teils derben Spitzen versehen. Aus Erzählungen weiß ich, dass dies auch für die dortigen Fastnachtsveranstaltungen gelten soll. Spätestens bei der Weiberfastnacht bekommen die männlichen Momberger in jedem Jahr dermaßen ihr Fett weg, dass dies jenen „frauenfeindlichen“ Kirmeswagen mit Scheiterhaufen längst wieder wett machen dürfte.
Aber Feministinnen und Frauenrechtlerinnen haben ja ohnehin eine spezielle Art von Humor, die zum Glück nicht allzu viel Anklang beim Publikum findet. Wie traurig wäre eine von ihnen regierte und reglementierte Welt…
Was ich jedoch absolut nicht nachvollziehen kann ist zum Einen die politische Instrumentalisierung dieses Wagens durch Herrn Zeller von der Linken. Es ist mal wieder das alte Spiel: Es wird gerade von der Linken jede nur erdenkliche Gelegenheit genutzt, alles was nur im Entferntesten mit der Amtskirche und deren „Verbrechen“ der Vergangenheit zu tun hat zu kriminalisieren. Und so ist der Momberger Kirmeswagen wieder ein gefundenes Fressen für unser linkes politisches Spektrum, sich einmal mehr überflüssigerweise zu Wort zu melden. Die deutsche Linke hat nun mal ihre Feindbilder in der Gesellschaft: Vom Bankier bis hin zum Schützenverein – wo sich eine Gelegenheit ergibt, all diesen Gruppen ans Bein zu pinkeln sollte man diese auch tunlichst nutzen.
Andererseits wird aber toleriert, dass in Marburg anlässlich des APS-Kongresses Jesus als Schwein gezeigt wird. Hat sich Herr Zeller hierzu mal zu Wort gemeldet? Oder meldet er sich zu Wort, wenn bei Wahlkampfveranstaltungen seiner Partei unbehelligt Biografien und widerwärtige verherrlichende Bücher über berühmte Massenmörder à la Stalin und Mao Tse-Tung verkauft werden? Leider nicht. Hier wird ein Auge zu gedrückt und auch wenn sich die Linke offiziell immer wieder von solchen Dingen distanziert, in Wahrheit sympathisieren viele Vertreter der Linken auch heute noch mit den Verbrechen, die jene Bestien an der Menschlichkeit begangen haben.
Von den Momberger Katholiken weiß ich mit Sicherheit, dass sich keiner die Hexenverbrennung zurückwünscht. In der Partei der Linken wird das DDR-Unrechtsregime, die Mauer und die Stasigefängnisse jedoch von der Mehrheit auch heute noch als positiv bewertet. Arme, kranke Welt kann ich da nur sagen.
Zum Anderen kann ich es nicht nachvollziehen, dass unser Pfarrer Hummel in diese Geschichte mit rein gezogen wird. Herr Hummel ist ein sehr humorvoller, jung gebliebener Mann, dessen Positionen oftmals gar nicht mit der Amtskirche konform gehen. Dies beweist ein damaliges OP-Interview als er öffentlich die Abschaffung des Zölibats anregte. Zudem ist unser Pfarrer ein Mensch, der auch was den Humor betrifft sehr kritisch sein kann – ich als Büttenredner der Neustädter Kolpingfamilie spreche aus Erfahrung. So mancher von uns musste nach unserer Fastnachtssitzung schon zum Rapport bei unserem Präses antreten – und die Witze in diesem Fall waren wesentlich harmloser wie jener Momberger Kirmeswagen. Auch unsere Kolping-Theaterspieler wissen ein Lied davon zu singen, dass er stets darauf bedacht ist, dass die Rolle der Frau in den ausgewählten Stücken umfassend gewürdigt und nicht auf „das Eine“ herabgesetzt wird. Herrn Zeller empfehle ich zudem mal ein Gespräch mit unserem Pfarrer. Aus dessen Predigten weiß ich, dass Sie beide, zumindest was die verteidigungs- und wirtschaftspolitischen Themen betrifft, durchaus so einige Gemeinsamkeiten haben dürften. Egal ob Afghanistan, Mindestlohn oder Managergehälter – in diesen Dingen geht unser Pfarrer alles andere als mit den Positionen jener Partei konform, die das C in ihrem Namen trägt.
Damit ist so denke ich alles gesagt und wir sollten uns schnellstmöglich den Problemen widmen die dringend einer Lösung bedürfen. Ewiggestrigen, scheingerechten und intoleranten Linken traue ich eine solche jedoch nicht zu. Dies hat diese überflüssige Diskussion einmal mehr eindrucksvoll bewiesen.
Wann habt ihr euch eigentlich das letzte Mal das Kinderprogramm am Nachmittag angesehen und euch gegen derartige Gewaltverherrlichung, die schon unseren Kindern beigebracht wird, zur Wehr gesetzt?
Peinlich, peinlich......
Wir schicken Soldaten nach Afghanistan und wollen dort die Frauenrechte verteidigen und überhaupt die "Menschenrechte" und dann das.
Die "Alte" abwracken, was für eine Sprache - da sind sogar die Mullas fortschrittlicher.
Kein Wunder, bis vor noch gar nicht langer Zeit nannte man die "FRAU" in Momberg noch das "MENSCH", also Neutrum - sächlich.
Das läßt tief Blicken.






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