Erinnerungen an die Jugendzeit in MR-Michelbach, Filmdreharbeiten 1956

Ein Titel des Heimatfilms
Im Jahre 1956 wurde der Heimat-Film: ,Mein Bruder Josua' oder auch unter dem Titel ,Der Bauer vom Brucknerhof' in Michelbach, Caldern und in einigen Dörfern des Hinterlandes gedreht. Wie man an der Besetzungsliste sehen kann, waren für damalige Verhältnisse, hochkarätige Schauspieler am Film beteiligt. Einer der Hauptdarsteller: Kenneth Spencer aus USA, ist in den 60-er Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Die Handlung des Dramas ist schnell erzählt:

Mathias Bruckner, ehemals Bauer vom Brucknerhof in Steinkirchen, kommt nach einem 18-jährigen Zuchthausaufenthalt wieder nach Hause. Durch einen Meineid seiner Schwägerin ist er zu Unrecht verurteilt worden. Er stößt jedoch nur auf Ablehnung in seiner Familie und im Dorf, dies geht soweit, dass er sogar aus der Kirche hinausgeekelt wird. Seine Tochter Lena will ebenfalls nichts von ihm wissen, sie glaubt, er sei der Mörder ihrer Mutter. Einzig der amerikanische Besatzungssoldat Josua Washington Stone hilft ihm. Unterdessen versucht Mathias' Schwägerin Franziska Donath weiter, die Dorfbewohner gegen ihn aufzuhetzen, was ihr aber nur anfangs gelingt, da hilfsbereite amerikanische Soldaten Mathias bei der Arbeit auf dem Feld helfen. Durch diese Hilfeleistung gelingt es Mathias, die gesamte Ernte einzufahren und Franziska steht plötzlich alleine da. Bei einem Streit zwischen Josua und Franzikas Sohn Hans, um Hildegard, die Kellnerin des Dorfwirts, stößt Hans Hildegard eine Treppe hinunter, dabei stirbt sie. Hans beschuldigt aber Josua der Tat, der daraufhin verhaftet wird. Mathias ist bestürzt und versucht alles, um Josua zu retten. Er bietet sich sogar an, die Strafe für ihn abzusitzen, ohne Erfolg. Hans fühlt sich als der sichere Sieger, verplappert sich allerdings bei seinem Vater Josef, der nach heftigen Gewissensbissen, schließlich dem Bürgermeister die Wahrheit erzählt. Daraufhin wird Josua wieder freigelassen und es kommt zum guten Ende des Dramas.

Wir als Kinder durften natürlich dabei sein, ein Lied vom Komponisten Lotar Olias (*1913 + 1990) wurde mit uns Schulkindern eingeübt und im Film als Hintergrundmusik verwendet. Es gab viel zu sehen, wochenlang waren die Schulstunden reduziert. Es wurden viele Szenen gedreht, die aber im Film nicht alle erschienen sind. Die Volksschule Michelbach hat pro Drehtag und Schüler etwas Geld bekommen, was für die Schulgemeinschaft verwendet wurde. Einige der Schauspieler sind im Laufe der Jahre sehr bekannt geworden, z. B. Ingrid Andree, Gunnar Möller, Berta Drews, Franz Schafheitlin, Hans Nielsen.

Meine fünf Geschwister und ich haben diesen Film leider nie im Kino gesehen. Wir waren inzwischen aus Michelbach weggezogen, er wurde damals im Rex-Kino in MR gezeigt. Inzwischen habe ich eine DVD zugespielt bekommen, nun hatte ich das Vergnügen, nach über fünfzig Jahren, den Film anzusehen. Da wurden manche Erinnerungen wach.
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7 Kommentare
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Peter Gnau aus Kirchhain | 04.08.2014 | 13:22  
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Elke Matschek aus Ebsdorfergrund | 04.08.2014 | 15:04  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 04.08.2014 | 19:20  
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Volker Beilborn aus Marburg | 19.08.2015 | 09:41  
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