Elisabeth Brunnen bei Schröck (Marburg) HDR


Östlich von Marburg liegt rechts der Straße nach Roßdorf-Mardorf kurz vor Schröck eine stimmungsvolle
und geschichtsträchtige Stätte: der sogenannte Elisabethbrunnen. Die hl. Landgräfin von Thüringen ist in
ihren letzten Lebensjahren, die sie als Witwe in Marburg verbrachte und den Armen und Kranken widmete,
oft hierhergekommen, um Almosen zu verteilen. Oberhalb des heutigen Brunnenhauses stand bis 1527
eine Wallfahrtskapelle zum Heiligen Kreuz, deren Fundamente und Mauerreste im Jahre 1925 wieder
freigelegt wurden. Bis zur Reformationszeit lebte dort auch ein Einsiedler (Klausner), zuletzt bis 1527 das
,,arme Henche von Martorff". Der Brunnen war schon in vorgeschichtlicher Zeit von Bedeutung, zumal sich
in der Nähe zwei alte Straßen kreuzten. Vor 400 Jahren ließ dann Landgraf Ludwig IV. (der Ältere) von
Hessen-Marburg die heutige Brunnenanlage nach antikem Vorbild als Brunnentempel errichten. Der
rundbogige Eingang zur Brunnenstube wird von vier dorischen Säulen auf diamantierten Sockeln mit
dazwischenliegenden leeren Nischen flankiert. Über dem omamentierten Architrav erhebt sich ein zweites
Geschoß mit sechs kannelierten, ionischen Säulen, das mit einem flachen Dreieckgiebel bekrönt ist. Eine
Inschrift erzählt: ,,Weiland kam oftmals zu mir die hl. Elisabeth Ungarns Königs Tochter Landgraf Ludwigs
Ehegemahl mildtätig gegen die Armen Gütig gegen alle und demütig duldend in heißem Gebet zu Gott
gewandt Und dankend Gott der Natur und mir Erbaute sie mir ein kleines Bethaus Schmückte mich zuerst
nach ihrer Zeiten Sitte Mit einfachem Bau und nannte mich Elisabeth-Born."
Das Bild drückt die geheimnisvolle Athmosphäre dieses Ortes wunderbar aus.
Eine schöne Aufnahme und eine gute Beschreibung.
Tolles Bild
Gruß Wolfgang