Ein zünftiger Geselle

Der Wandergeselle Friedemann Lenk aus Plauen machte heute in Marburg Station.

Marburg: Wandergeselle | In den Handwerksberufen haben sich alte Traditionen über die Jahrhunderte hinweg oftmals erhalten. So finden wir auch heute wieder Handwerksgesellen, die nach einer bestandenen Lehre auf Wanderschaft gehen.

Direkt vor dem Marburger Rathaus traf ich heute einen Wandergesellen, der mir mit seiner typischen Bekleidung sofort auffiel. Er ist gelernter Steinmetz/Bildhauer, stammt aus Plauen und bereits seit Mai 2009 auf Wanderschaft. Seit Beginn seiner Wanderschaft hat er einige Städte in Frankreich und Deutschland bereits kennen gelernt und sich dort den Abdruck des Stadtsiegels für sein Wanderbuch geholt. In das Wanderbuch schreiben auch die Handwerksmeister, bei denen er kurzzeitig arbeitet und nächtigt, jeweils ein Zeugnis als Nachweis für den Wandergesellen ein.

Wie mir der Wandergeselle Friedemann Lenk erzählte, kam er über Siegen und Giessen nach Marburg und will seine Wanderschaft nun in Richtung Hannover fortsetzen. Ab August wird ihn sein weiterer Weg gemeinsam mit drei anderen Handwerksgesellen dann nach Skandinavien führen. Erst nach 3 Jahren und 1 Tag kehrt er wieder in seinen Heimatort zurück. Vor Ablauf dieser Wanderzeit darf er nach den Regeln seiner Zunft sich seinem Heimatort nur bis auf höchstens 50 Kilometer nähern.

Nach einer gemeinsamen Tasse Kaffee im Cafe am Markt verabschiedete ich mich von dem Wandergesellen mit den besten Wünschen für die noch vor ihm liegende Zeit.

In dem Internetlexikon "Wikipedia" lesen wir zu diesem Thema:
"Die Wanderjahre, auch als Walz, Tippelei oder Gesellenwanderung bezeichnet, beziehen sich auf die Wanderschaft zünftiger Gesellen. Sie umfassen die Zeit des Wanderns der Gesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit. Die Wanderschaft war seit dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Industriealisierung eine der Voraussetzungen für den Gesellen die Prüfung zum Meister zu beginnen. Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, Lebenserfahrung und fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen."
Diese Wanderschaft dient einem Gesellen sicher nicht als Flucht, da sie lt. Wikipedia an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist, wie:
"...bestandene Gesellenprüfung, ledig, kinderlos, schuldenfrei. Die Wanderung selbst darf nur zu Fuß oder per Anhalter durchgeführt werden. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht verboten, aber verpönt."
Über die Kluft erfahren wir in Wikipedia: "...besteht aus einem schwarzen Hut mit breiter Krempe, Zylinder oder Dreispitz, einer weiten Schlaghose, Weste und Jackett, die farblich der Tradition seines Berufsstandes entsprechen. Sein Hab und Gut sind in dem sogenannten Charlottenburger verstaut."

Siehe zu dem Thema Wandergesellen auch den Bericht von Oxfordian aus Munster mit dem Titel "Hoch Die Zimmererkunst".

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Christine Eich aus Wetter am 15.07.2010 um 22:10 Uhr  
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Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain am 15.07.2010 um 23:03 Uhr  
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Birgit Leidinger aus Wetter am 16.07.2010 um 07:30 Uhr  
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Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain am 16.07.2010 um 11:53 Uhr  
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Birgit Leidinger aus Wetter am 16.07.2010 um 12:34 Uhr  
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Hans-Rudolf König aus Marburg am 25.07.2010 um 16:50 Uhr  
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Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain am 25.07.2010 um 17:31 Uhr  
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Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain am 25.07.2010 um 20:28 Uhr  
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