Ein Thema für die Zukunft

Knapp 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren bei der Veranstaltung "Älterwerden in der neuen
Heimat". Ältere Menschen mit Migrationshintergrund stellen bisher noch einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung dar, sind aber eine der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppen.
Die Beiträge der ReferentInnen zeigten, dass es in Marburg bereits gute Ansätze gibt. Shaima Ghafury berichtete von dem Projekt Helfende Hände am Berg, ein Beispiel für kulturübergreifende und kultursensible Hilfen im Alltag.

In Gesprächen nach der Veranstaltung bei Getränken und Kuchen wünschten sich ZuhörerInnen eine dringende Ausweitung über den Richtsberg hinaus. Für selbstständig zu Hause lebende Ältere berichtete Thorsten Schmermund aus der jüdischen Gemeinde von besonderen Bedürfnissen und möglichen Angeboten in der Gemeinde.

Ähnliche Angebote finden auch in anderen Migrantenselbstorganisationen und Religionsgemeinschaften statt oder werden zur Zeit erarbeitet. Thorsten Schmermund zeigte in seinem Beitrag auf, wie vielfältig die Einflüsse der russischsprachigen Jüdinnen und Juden in der Marburger Gemeinde sind. Diese machen einen Anteil von über 90 % der Gemeinde aus. Für Menschen in Pflegeeinrichtungen wurde am Beispiel des Seniorenheimes am Landgrafenschloss über die Notwendigkeit von kultursensibler Pflege gesprochen. Hier wird v.a. das Personal aus unterschiedlichen Kulturen als Potenzial für kultursensible Pflege gesehen, wichtig sei die Berücksichtigung von Biografie und der Einbezug der Familie. In vielen Einrichtungen besteht hier noch Entwicklungsbedarf.

In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass in Marburg Menschen aus 144 Nationen vertreten sind. Man könne aber nicht für Jeden eine Pflegekraft oder eine Haushaltshilfe aus dem gleichen Land finden. Wichtig ist eine positive Haltung, der Respekt vor dem Menschen und seinen - auch religiösen und kulturellen - Bedürfnissen. Häufig fehlt es noch an Konzepten in Einrichtungen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel bedankte sich bei den VeranstalterInnen und KooperationspartnerInnen für die bereits bestehenden Initiativen. Die Betrachtung von Migration und Altern sieht er als wichtiges Thema für die Zukunft, gerade für Marburg als Stadt der Vielfalt.
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