Die Schwertrichtstätte am Rabenstein
Einer meiner ersten Schulausflüge führte mich von der Brüder-Grimm-Schule, über die Scheppe Gewissegasse, zum Bismarckturm. Dort machten wir Pause und gingen dann über die Bismarckpromenade zur Richtstätte.
An das was die Lehrerin uns dort erzählte kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber dass es dort den schönsten Blick auf Marburg gab hatte ich mir gemerkt und bin dann einige Male, von Weidenhausen aus mit anderen Kindern, dort zum Spielen gewesen.
An der Schwertrichtstätte am Rabenstein fand eine der letzten öffentlichen Hinrichtungen in Hessen statt. Am 14. Oktober 1864 wurde dort Ludwig Hilberg enthauptet. Der Ockershäuser Hilberg hatte im September 1861 auf dem Marburger Dammelsberg die schwangere Dorothea Wiegand ermordet.
(Dort steht noch die „Mordeiche“) Dorothea war wohl einwenig dumm und wurde in Ockershausen verspottet. Ludwig Hilberg schämte sich für diese ungewollte Schwangerschaft von Dorothea und heiraten kam für ihn gar nicht in Frage. Lange leugnete der die Tat aber sicherlich nach einem „peinlichen Verhör“ (Folter!?!) gestand er die Tat. Was zur Verurteilung zum Tode durch das Schwert führte. Vom Hexenturm (Gefängnis) ging sein letzter Weg unter Glockengeläut zur Richtstätte am Rabenstein.



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