Der Meridianstein der Gerling-Sternwarte der Philipps-Universität Marburg. Der Stein wurde 1841 in Wehrda errichtet und dient zur präzisen Justierung der Teleskope der Sternwarte. Dort wurden u.a. Zeitmessungen vorgenommen.
Schon seit Urzeiten regeln der Lauf der Gestirne die Zeiteinteilung der Menschen. So nutzte man in der Antike die Sonne, um den Tag in 12 gleiche Tagstunden und die Nacht in ebenfalls 12 gleichlange Nachtstunden zu gliedern. Damals nahm man alles noch recht gelassen, eine Verabredung wurde i.d.R. nicht genauer als ½ Stunde getroffen.
Mit der Entwicklung der immer besseren Beobachtungstechnik der Astronomen wurde auch die Präzision der Zeiteinteilung erhöht. Allerdings sind einer Sonnenuhr Grenzen gesetzt: wegen der Größe der Sonnenscheibe am Himmel hat auch der Schatten eine deutliche Breite. Eine Sonnenuhr geht „nur“ auf etwa eine Minute genau. Also nutzte man ab dem 19. Jahrhundert mit den immer besser werdenden Sternkatalogen die tägliche Drehung des Sternenhimmels, um die Sternzeit zu vermessen. Daraus leitete man dann die Sonnenzeit ab. In Marburg übernahm der Physiker Christian Ludwig Gerling diese Aufgabe. Für eine präzise Zeitmessung ist eine ordentliche Justierung erforderlich. Gerling setzte dazu in etwa 4 km Entfernung im Norden der Sternwarte in Wehrda eine Landmarke – den Meridianstein, und versah ihn mit einer Skala, die dann anhand einer Messreihe präzise eingemessen wurde. Die fünfte Marke von Ost liegt exakt im Meridian – im Nord-Bogen der Sternwarte.
Im 20. Jahrhundert übernahmen Atomuhren die Herrschaft über unsere Uhrzeit. Allerdings nur scheinbar. Denn beim Studium historischer Sonnenfinsternisse zeigte sich ein Problem. Während der Schlacht der Meder und Lyder am Halys (heutige Türkei) im Jahre 585 v. Chr. ereignete sich eine Sonnenfinsternis, die Schlacht wurde beendet und ein Friedensvertrag geschlossen. Berechnet man den Verlauf der Sonnenfinsternis mit der heutigen Tageslänge, dann stellt man mit Erstaunen fest, dass diese Finsternis keineswegs in der Türkei sichtbar war – so die Berechnungen. Was kann die Ursache dieser Diskrepanz sein? Eine Sonnenfinsternis ist so markant und beeindruckend, die Geschichtsschreiber werden sich sicher nicht geirrt haben. Der Fehler liegt also in den Berechnungen: offensichtlich war früher der Tag etwas kürzer, die Erde drehte sich etwas schneller. Im Laufe der Jahrtausende wurde sie wohl merklich gebremst. Auch die Ursache kennt man mittlerweile: es ist die Reibung der Gezeiten Ebbe und Flut.
Heute misst man die Änderung der Tageslänge mit präzisen Beobachtungen weit entfernter Galaxien. Der Effekt ist klein, aber dennoch merklich. Genau vorhersagen lässt er sich nicht. Er addiert sich zur Zeit etwa zu einer Sekunde in 500 Tagen. Hinkt die wahre Zeit der Erde merklich hinter der Zeit der präzisen Atomuhren her, dann müssen diese für einen Moment angehalten werden: eine Schaltsekunde wird eingefügt. Die letzte Schaltsekunde benötigte man am 31. Dezember 2008 und die nächste folgt am kommenden Samstag: der 30. Juni ist der längste Tag in diesem Jahr, er ist um eine Sekunde länger als alle anderen.
Übrigens: die Schlacht am Halys ist aufgrund dieser nun korrigierten Rechnung das genaueste datierte historische Ereignis der Weltgeschichte!
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Marburg: FB Physik | Herzliche Einladung zu einem Vortrag von Erwin Schwab über die Entdeckung des Kleinplaneten Marburg. Der öffentliche Vortrag findet im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums im Fachbereich Physik der Philipps-Universität Marburg, Renthof 5, Kleiner Hörsaal statt. Im Anschluss an den Vortrag wird Herr Schwab anlässlich der Namensgebung die offizielle Entdeckungsurkunde übergeben.
Gerlings Sternwarte am Renthof in Marburg ist...
Marburg: Chemikum Marburg | Alle 120 Jahre lässt sie sich blicken – die schwarze Venus. Ob die Babylonier oder die Mayas sie kannten, ist unklar; der britische Seefahrer und Entdecker James Cook war ihr aber dicht auf der Spur. Nun kommen wir bald in den Genuss eines unvergesslichen Naturwunders, denn in diesem Jahr ist es wieder soweit. Der letzte Venustransit dieses Jahrhunderts ist am 6. Juni 2012 in den Morgenstunden in Deutschland bei klarem...
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Marburg: Stadt | Den Wintereinbruch bekam zu Wochenbeginn auch Marburg zu spüren.
Das Eiskratzen am Auto, das vergebliche Warten auf den Bus, der eingeschneite Treppenzugang zum Haus, die vermeintlich nicht warm werden wollende Heizung. So mancher wünscht sich dann Sonne und Hängematte.
Man kann aber auch jene Witterung zum Anlass nehmen und sich mit Foto oder Kamera in die Kälte stürzen. Ein Spaziergang mündete in meinem Falle in eine...
Feldatal: Sternenwelt Vogelsberg | Samstag, 9. März 2013, ab 18 Uhr
Herzliche Einladung zu einer Exkursion in die "Sternenwelt Vogelsberg".
In sehr guter lichtarmer Lage findet man im Vogelsberg in der Großgemeinde Feldatal im Ortsteil Stumpertenrod ein lokales Schätzchen unter den Volkssternwarten: die "Sternenwelt Vogelsberg" auf einem großzügigen Gelände mit einer Sternwarte mit Kuppel, einem weiteren Beobachtungsraum mit Flachdach und einem...