Wo: Steinmühle
Wann: 12.09.2010 Uhr
Die Furt bei der Steinmühle
Marburg: Steinmühle | Bis in die frühen 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es bei der Cappeler Steinmühle noch eine Verkehrsverbindung nach Gisselberg, die meist von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wurde. Es soll aber auch ein Promilleweg gewesen sein auf dem die Cappeler unbemerkt vom Dorfpolizisten nach Hause fahren konnten wenn sie mal beim Gombert oder in der Fasanerie etwas mehr als erlaubt, getrunken hatten. In viele Erzählungen ist diese Furt den Cappelern noch in guter Erinnerung. Ein kleiner Badestrand soll dort gewesen sein. Autos sollen bei Hochwasser in die Lahn gerutscht sein und Jugendliche hätten beim Tauchen durch die engen Wasserdurchläße ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Ein Anruf des "Freies Institut für Bauforschung und Dokumentation e.V." war nun Anlass genug im Archiv des "Arbeitskreises Alt Cappel" nach Fotos aus dieser Zeit zu suchen und zur weiteren Verwendung zur Verfügung zu stellen. Verwendet werden sollen die Fotos für eine kleine Dokumentation, die anläßlich des "Tag des offenen Denkmals" am 12.09.2010, herausgegeben wird. Zu diesem Tag werden auch die Brücken zwischen Wehrda und Gisselberg zum Thema gemacht. Der Arbeitskreis Alt Cappel möchte die Gunst der Stunde nutzen und die Leser dieses Berichtes auffordern, ebenfalls einmal in den Bilderalben zu blättern und nach historischen Dokumenten zu diesem Thema zu suchen. Erzählungen rund um die Furt an der Steinmühle werden ebenfalls noch gesucht, die dann in das zweite Cappelbuch eingearbeitet werden können. Kontaktadresse: Bernhard Hermann, Friedhofstraße 1 35043 Marburg. Tel.: 06421/47587 E-Mail: beheca@gmx.de.
Programm zum Tag des offenen Denkmals:
Eröffnung durch Oberbürgermeister Vaupel und Bürgermeister Dr. Kahle
Zeit: 11.30 Uhr Ort: Waggonhalle Kulturzentrum, Rudolf-Bultmann-Straße 2a
Kontakt: Untere Denkmalschutzbehörde, Michael Bender, Telefon:
06421-201-275
E-Mail: michael.bender@marburg-stadt.de
Bahnhofsgelände am Ortenberg
Rundgang zu Empfangsgebäude, Waggonhalle etc.
Zeit: 1200 und 1330 Uhr
Ort: Waggonhalle Kulturzentrum, Rudolf-Bultmann-Straße 2a
Kontakt: Untere Denkmalschutzbehörde, Michael Bender, Telefon:
06421-201-275
E-Mail: michael.bender@marburg-stadt.de
Brücken über die Lahn
Vortrag zur Weidenhäuser Brücke etc.
Zeit: 1730 Uhr
Ort: Weidenhäuser Brücke
Kontakt: Untere Denkmalschutzbehörde, Michael Bender, Telefon:
06421-201-275
E-Mail: michael.bender@marburg-stadt.de
Marktplätze in der Oberstadt
Rundgang zu Schuhmarkt, Kornmarkt etc.
Zeit: 1300 und 1530 Uhr
Ort: Rathaus, Markt 1
Kontakt: Untere Denkmalschutzbehörde, Michael Bender, Telefon:
06421-201-275
E-Mail: michael.bender@marburg-stadt.de
Ehemalige Kilianskapelle
Zeit: geöffnet nur zu den Führungen um 1000 und 1600 Uhr
Ort: Schuhmarkt 4
Kontakt: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Frau Maaß, Telefon:
06421-34222
E-Mail: tag-des-offenen-denkmals@denkmalpflege-hessen.de
Pfarrkirche St. Michael und St. Elisabeth
Zeit: 0900 bis 1800 Uhr, Führungen um 1130 und 1700 Uhr
Ort: Schröcker Straße 23
Kontakt: Herr Pfarrer Vogler, Telefon: 06424-92230
E-Mail: sankt-michael-schroeck@pfarrei.bistum-fulda.de
Freies Institut für Bauforschung und Dokumentation e.V.
Weiterveröffentlichungen:
Ein guter Hinweis. Vielleicht kann man auf der myheimat-Seite alle Termine zum Tag des offenen Denkmals veröffentlichen.
Ein guter Hinweis. Vielleicht kann man auf der myheimat-Seite alle Termine zum Tag des offenen Denkmals veröffentlichen.
Bernhard, ich habe vor einiger Zeit hier bei myheimat auch schon ein Bericht über die Furt gamacht.unter diesem Link kannst Du nachlesen.Ich habe auch noch das Bild im Original,stelle es gerne für eine Kopie zur Verfügung,
LG Friederike
http://www.myheimat.de/marburg/der-furt-ueber-die-...
ein interessanter Beitrag. Auf das nächste Cappel-Buch bin ich schon gespannt.
Die Furt war auch ein Promilleweg der Internatsschüler der Steinmühle, denn sie war die kürzeste und schnellste Verbindung zum Gasthaus Gombert in Gisselberg und zurück auf die "Bude" meist unbemerkt von der Heimleitung. Da die hochgeistige Horizonterweiterung starken Einfluss auf den Gang der Schüler hatte, nahm so mancher von ihnen unfreiwillig ein nächtliches Bad in der Lahn. Oft entlarvten sich die Schluckspechte am folgenden Morgen im Unterricht durch ihre kreidebleichen Gesichter.
@ Hans-Christoph schau mal hier http://www.tag-des-offenen-denkmals.de/
Bernhard, ein sehr schöner interessanter Beitrag ...
Was man mir erzählte zum Thema Furt bei der Steinmühle.
Die Furt zwischen Cappel und Gisselberg diente jahrhundertelang dem Verkehr zwischen den beiden Gemeinden. Die alte gepflasterte – und dann später betonierte – Fahrbahn durch die Lahn wurde wegen der vielen Unfälle, besonders bei hohem Wasserstand der Lahn in den 60er des vorigen Jahrhunderts beseitigt.
Die Gisselberger und Cappeler tröstete man damit, dass mit dem Bau der neuen Autobahn-Strassenbrücke bei der Steinmühle ein sicherer Verkehrsweg zwischen beiden Gemeinden gebaut werde.
So geschah es: Auf der Ostseite der Autobahnbrücke entstand ein Radweg, und auf der Westseite wurde ein Fahrweg gebaut. Die erforderliche Verbreiterung der Autobahnbrücke für diese beiden Wege war den Erbauern über eine Million DM mehr wert.
Als aber alles fertig war gab es Proteste von einer kleinen Gruppe Anwohnern, sowohl auf der Gisselberger, als auch auf der Cappeler Seite. Dazu noch Proteste von Leuten, die nur dort ungestört spazieren gehen wollten, und befürchteten, dass der Hauptverkehr zwischen Südhessen und dem Klinikum auf den Lahnbergen über den Fahrweg zwischen Gisselberg und Cappel führen werde.
Verkehrszählungen ergaben, dass in Spitzenzeiten bis zu25 (!)Fahrzeuge den Fahrweg benutzten. Das veranlasste die Verkehrsbehörde, den Fahrweg zu sperren und nur für die Landwirte zu erlauben. Der Radweg wird überhaupt nicht benutzt, weil der Fahrweg natürlich, weil breiter, angenehmer zu befahren ist.
So wurde eine endgültige Trennung der Gisselberger von den Cappelern vollzogen.
Wer unbedingt mal rüber und wieder zurück will, kann ja mal ruhig 12 km mehr über die Südspange fahren. Muss er aber nicht.
Für die Cappeler gibt es auch gar keine Veranlassung, nach Gisselberg zu fahren, weil es in Gisselberg gar keine Geschäfte mehr gibt. Und Kneipen gibt es in Cappel auch genug.
Die Gisselberger fahren zum Einkaufen nach Niederweimar, oder besser noch nach Gladenbach wegen der riesigen, kostenlosen Parkmöglichkeiten.
Und so ist die Welt wieder in Ordnung, die Furt nur noch Geschichte zum Aufarbeiten für Historiker und das Geld, das die Brücke mehr gekostet hat, diente ja dem Bruttosozialprodukt.
Man sagte mir, es gibt eigentlich nichts Unsinniges. Alles kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.






Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .