Die Entwicklung der Sternkarten - die Gerling Sternwarte am Renthof

Wann? 19.06.2015 18:00 Uhr

Wo? Gerling-Sternwarte, Renthof 6, 35037 Marburg DE
Ausschnitt der Berliner Akademischen Sternkarte aus dem 19. Jh.
 
Der Breithauptsche Universaltheodolit war eines der Messgeräte der Kurhessischen Landesvermessung Anfang des 19. Jahrhunderts (Foto: Foto Marburg)
Marburg: Gerling-Sternwarte | Ein einzigartiges astronomisches Erlebnis präsentiert der Verein „Parallaxe und Sternzeit“ gemeinsam mit dem Fachbereich Physik in der "Nacht der Kunst". Astronomiefans haben am Freitag, 27. Juni, die Gelegenheit, in die Arbeit der Astronomen des 19. Jahrhunderts hautnah einzutauchen. An historischer Stelle wird wie vor etwa 170 Jahren wieder ein Teleskop in der Gerling-Sternwarte am Renthof auf den Himmelsmeridian ausgerichtet – und zwar mithilfe des Meridiansteines in Wehrda.

Wo einst der Gelehrte Christian Ludwig Gerling die aktuelle Sternzeit astronomisch bestimmt hat, können nun auch Interessierte anhand eines sogenannten Sterndurchgangs im Meridian – einer Passage – die historischen Messungen Schritt für Schritt verfolgen.

Im 19. Jahrhundert waren die Zeitmessungen eine Domäne der Sternwarten. In Marburg hat Gerling für die korrekte Zeitmessung gesorgt. Die Sternwarte im Renthof diente aber nicht nur zur exakten Bestimmung der lokalen Ortszeit, sondern auch zur Vermessung der Sternpositionen am Sternenhimmel. Die so verbesserten Sternkarten ermöglichten später die genauere Positionsbestimmung von Planeten und Kleinplaneten in unserem Sonnensystem.

Eine präzise Justierung der Teleskope war absolut notwendig. Da diese in der damaligen Zeit sehr aufwendig war, setzte man Justiersteine in Sichtweite der Sternwarten. Gerling errichtete seine Justiermarke, den Meridianstein, exakt im Norden der Sternwarte; in 3771,43 m Entfernung von der Säule seines Teleskops.

Beginn 18 Uhr – mit Führungen in kleinen Gruppen bis zu 10 Personen. Bitte melden Sie sich online bei uns an.

Um 21 Uhr können Sie im Vortrag „Die Entwicklung der Sternkarten“ erfahren, welch hohen Aufwand die Astronomen im 19. Jh. auf sich nahmen, um Sternkarten für die Suche nach Kleinplaneten zu verbessern. Mit der Entdeckung der Fotografie und ihrer Nutzung in der Astronomie ab Ende des 19. Jh, begann eine neue Ära: endlich konnte man auch gute Daten über die verschiedenen Helligkeiten der Sterne in Karten erfassen. Und die heutigen Wissenschaftler erwarten eine Revolution in der Genauigkeit der Positions- und Helligkeitsdaten der Sterne durch aktuelle Satellitenmissionen wie z. B. die europäische Raumsonde Gaia.

Die Physikalische Sammlung – ein Streifzug durch die Geschichte der Physik in Marburg


Im Innenhof des Renthof 6 – zu Fuß der "Alten Sternwarte" – können Sie einen Einblick in die Wunderwelt früherer Mess- und Experimentiertechnik erleben. Experimente helfen, die Naturphänomene besser zu verstehen, sie zu analysieren und durch grundlegende Zusammenhänge beschreiben zu können. Die Anschaffung von Geräten im 17. Jahrhundert zur Demonstration von Naturphänomenen betrachtet man heute als die Gründung der „Physik“ als eigenständige Wissenschaft. Neben alten Pumpen (aus dem 17. Jahrhundert!), Elektrisierapparaten, Mikroskopen etc. erfahren Sie Details zur Geschichte „der Physik“ in Marburg.

Die Sammlung ist am 19. Juni ab 18 Uhr geöffnet, um 19 Uhr lernen Sie in einem Vortrag die Geschichte der Sammlung kennen.

Programm


  • Führungen in der Sternwarte ab 18 Uhr alle 30 min Sammlung durchgehend ab 18 Uhr geöffnet

  • 19 Uhr - 19:45 Uhr: Vortrag "Die Geschichte der Physikalischen Sammlung", Seminarraum Erdgeschoss

  • 21 Uhr - 21:45Uhr: Vortrag "Die Entwicklung der Sternkarten", Seminarraum Erdgeschoss

  • 22:45 Uhr - 23:30 Uhr: Vortrag "25 Jahre Hubble – Eine Reise durch unser Universum", Seminarraum Erdgeschoss



Weitere Informationen
Parallaxe und Sternheit e.V.
Die Physikalische Sammlung
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