DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT
Mitglieder der schwarzen Rasse wurden aus Afrika gestohlen, gekauft, entführt, versklavt, gedemütigt, verachtet, misshandelt – über Jahrhunderte. Und nun wischen wir uns die Augen: Barak Obama, ein Angehöriger dieser Rasse ist der Präsident der USA:
„I had a dream“(Dr. Martin Luther King, jr.). Für mich ein gegebener Anlass, um Euch auf ein wunderbares Stück afroamerikanischer Kultur hinzuweisen.
Harry Belafonte, ein Weggefährte und Freund von Dr. Martin Luther King, jr. ist sein Leben lang für die Sache der Schwarzen gewaltfrei eingetreten. Er hat über 40 Jahre seines Lebens Beispiele der musikalischen Geschichte der amerikanischen Afrikaner gesammelt und sich im Jahre 2003 seinen ganz persönlichen Traum erfüllt:
„The Long Road to Freedom“ ist eine Sammlung schwarzer Musik von den westafrikanischen Anfängen der Ashanti, Yoruba und Malinke über die frühen amerikanischen Spirituals, Gospel-Songs, Work Songs, Balladen, Deep Blues, Chain Gang Songs, Hymns, Kinderlieder, Minstrels, Weihnachtsmusik, Liedern aus dem Bürgerkrieg, bis hin zu den Gesängen der Straßenverkäufer, Gaukler und Arbeiter aus der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Mehr als 50 Künstler arbeiteten an diesem Projekt mit, darunter so bekannte Musiker wie Sonny Terry, Brownie McGhee, Joe Williams, Bessie Jones und Harry Belafonte selbst.
In einer exklusiven Box mit einem aufwändig gestalteten Buch, das viele Gemälde schwarzer Künstler, Fotos und erklärende Worte von Harry Belafonte enthält, befinden sich 80 digitale Tracks auf fünf CDs. Dazu eine DVD mit vielen Extra-Features wie z.B. einer Rede von Dr. Martin Luther King, jr.
Dieses Lebenswerk Belafontes überzeugt durch seine Authenzität, Ehrlichkeit und Begeisterung. Keine der Aufnahmen wurde dem Geschmack des weißen Publikums angepasst. Hier hören wird endlich die Songs ohne den „Onkel Toms Hütte-Bonus“.
Diese Box ist ein erschütterndes musikalisches Jahrhundert-Ereignis, das leider aufgrund schlechter Promotion vielen Musikfreunden entgangen ist. Deswegen empfehle ich Euch das wertvolle Sammlerstück an dieser Stelle.
Ach ja, und jetzt mal ehrlich: wer von Euch wusste, dass der berühmte Song "Amazing Grace" eine schwarze Hymne ist?
Walter, schau mal hier:
http://musik.shop.ebay.de/?_from=R40&_trksid=m38.l...
Und hier:
http://www.amazon.com/Long-Road-Freedom-Anthology-...
Du hast zur Zeit wirklich tolle Tipps. Ich war schon immer ein Fan von Harry Belafonte. Das Amazing Grace ein "schwarzes" Lied ist, wußte ich. Wir haben das in den amerikanischen Kirchen immer gesungen, da stand in den Gesangsbüchern "negro spiritual". Ich finde Janis Joplin hat es am besten gesungen.
Vielen Dank - Hans-Rudolf - für diesen hochinteressanten Beitrag.
Seitdem wir auf Sansibar waren und wir uns mit der Sklaverei und dem Menschen unwürdigen Verhältnissen der damaligen Zeit beschäftigt haben, sind solche Lieder wichtig auf der Welt.
Amazing Grace sollte für uns alle eine Hymne sein!
Auf einer unserer Reisen sind wir in Südafrika auch in den Drakensbergen gewesen. Dort gibt es ein Internat für Jungen, die außer dem normalen Unterricht auch eine ausgezeichnete Gesangsausbildung bekommen. Der Drankensberg Boy's Choir hat schon viele Konzerte auf der Welt gegeben. Wir haben eins direkt im Internat gehört und waren begeistert.
Aber noch begeisterter waren wir über die Tatsache, dass seit einigen Jahren auch Kinder anderer Hautfarbe das Internat offen steht.
Amazing Grace war auch während des Konzertes eines der Lieder, die "unter die Haut gingen. Die gekauften CDs höre ich immer wieder gerne.
Hier sind ein paar Bilder von dem Chor:
http://www.myheimat.de/uetze/beitrag/42426/und-du-...
Gruß Uta
Sehr interessanter und lehrreicher Bericht von Dir. Danke !!!
lg Gilli
danke, Hans-Rudolf - box ist gekauft! ich als junger harry belafonte jr. -fan mußte einfach zugreifen: dir eine schönen abend und eine behütete nacht: Mach es gut!
Dein Pfarrer Markus aus Meitingen
PS: In Meitingen ist es heute nacht spiegelglatt auf den Gehsteigen!
Uta, in SA haben wir ein Zulu-Dorf besucht. Zum Abschluss des herzlichen Empfanges sangen die Dorfkinder für uns "Stille Nacht, heilige Nacht" in der Xhosa Sprache (ja, die mit den drei verschiedenen Schnalzlauten). Das haut den coolsten Touristen um. Mein Taschentuch hat nicht gereicht!
@Hans-Rudolf: Da sieht man wieder mal, was für die Touristen getan wird: In einem Zulu-Dorf auf Xhosa singen! Das gibt's eben nur für Touristen.
In den 90ern konnten wir (6 Jahre Pretoria) miterleben, dass Zulus und Xhosas nicht die liebsten Freunde waren (milde ausgedrückt).
Spannungen zwischen diesen beiden Stämmen waren an der Tagesordnung. Auch politisch waren die Stämme unterschiedlich organisiert. Einfach nach "Zulu" oder "Xhosa" googlen oder in der südafrikanischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit recherchieren.
Sehr guter Bericht und Tipp zu Harry Belafonte, diese Musik hatte mich auch schon immer begeistert!!!
Viele Grüsse, Wolfgang
Danke für deine tollen Hinweise.
Habe auch einiges von den guten alten Sachen im Plattenschrank stehen.
Harry Belafonte natürlich, genauso wie alte Blueser.
Ich mag auch die Interpreten der heutigen Zeit. Im April werde ich endlich Jackson Browne in Köln sehen. Für mich einer der großen Liedermacher Amerikas.
Kritische Texte gibts auch von den Indigo Girls oder den Dixie Chicks.
Ja Chris, die DVD von den "Chicks" ist super und auch wie sie gegen den "Schaukelschorsch" opponiert haben. Wow, viel Spaß bei Jackson Brown (Neid)!
Ein interessanter Bericht über Harry Belafonte die ich heute noch genau so gerne höre wie früher.
Harry Belafonte verbinde ich mit meiner Kindheit. Meine Eltern dürften noch Platten von ihm besitzen. Aber da die Box ja eine Anthologie der schwarzen Musik ist, bin ich dir für diesen Tipp, auf den ich sonst ja nienicht gestoßen wäre, dankbar. Und die Plattenfirma wird sich wundern: sprunghafter Anstieg der Verkaufszahlen von „The Long Road to Freedom“ !!! Es lohnt sich doch immer wieder bei dir vorbeizuschauen :-)




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