Den Donnerberg erwandert.

Wandergruppe der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf mit Wanderführer Wolfgang Döhler (Mitte) auf dem Weg zum Donnerberg. Foto: Eberhard Lipp.
"Geheimnisvoller Donnerberg", so lautete der Titel einer herbstlichen Wanderung der Volkshochschule Marburg-Biedenkopf. Startpunkt war die "Wolfskapelle" bei Gladenbach-Friebertshausen, einer kleinen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Nach der Überlieferung hat sich hierin ein Wolf 1628 durch Zufälligkeiten selbst eigesperrt. Erst ein Schuss durch die Kirchentür brachte diesen dann zu Fall. Wölfe gab es in dieser Gegend bis 1680. Erstes Zwischenziel war nun die Allnaer Mühle. Dabei wurde die alte Landesgrenze (1604-1866) zwischen dem Kurfürstentum Hessen Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt an der Einmündung des Rüchenbaches in die Allna überschritten. Bis heute haben sich deutliche Spuren dieser Grenze , die in Teilbereichen noch als Gemeindegrenze in Funktion ist, hier in Form von Grenzgräben und alten Grenzsteinen (ab 1669) erhalten. An der Allnaer Mühle dreht sich schon lange kein Mühlrad mehr: Mit der Einführung der Elektrizität (ab ca. 1920) begann das Mühlensterben: Die traditionell hier betriebenen Wassermühlen wurden unrentabel und nach und nach stillgelegt. Lediglich der Mühlgraben zur Allnaer Mühle, welcher bei Friebertshausen von der Allna abzweigt und entlang der Landesstrasse führt, ist noch in Resten erhalten.
Weiter führte der Weg in Richtung Weimar-Weiershausen, einem idyllisch gelegenen kleinen Dörfchen, dessen Ersterwähnung im 13. Jahrh. auf den damals in Marburg ansässigen Deutschen Orden zurückgeht. Leicht bergan ging es nun weiter zum 370m hohen Donnerberg, einem breiten und relativ langgezogenen Bergrücken bei Weiershausen. Nahe des Gipfels wurden die Überbleibsel eines ehemaligen, nach 1990 geschlossenen Nato- Munitionsdepots mit seinen Bunkeranlagen in Augenschein genommen. Es ist inzwischen in Privathand, aber immer noch von einem Stacheldrahtzaun umgeben und öffentlich nicht zugänglich. Das "Alte Feld" kam in Sicht: Hier traf sich einst die Jugend der umliegenden Dörfer, um bei Musik Feste zu feiern und zu tanzen. Dabei entstand so manche Freundschaft.
Leider mußte ein Geheimniss des Donnerberges ungelüftet bleiben: So konnte die "Hirschkanzel", eine Felsenformation, die nach der Legende als vorgeschichtliche Kult-u. Richtstätte gedient haben soll, aus Zeitgründen nicht mehr aufgesucht werden.
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2 Kommentare
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Volker Beilborn aus Marburg | 25.10.2016 | 16:19  
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Wolfgang Döhler aus Marburg | 25.10.2016 | 17:27  
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