Anfassen erlaubt! Deutsches Museum für Philosophie bereitet Ausstellung in Marburg vor.

(Foto: Copyright M. Siegel / DenkWelten 2014)
 
Kant - Theoretische und praktische Philosophie (Foto: Copyright M. Siegel / DenkWelten 2014)
Oft wird behauptet, dass die Philosophie unverständlich, abgehoben und stets ein wenig weltfremd sei – Vorwürfe, die wohl so alt sind wie die Philosophie selbst.
Dabei ist unleugbar, dass zwischen den philosophischen Fragen, die sich viele Menschen stellen und zwischen den Antworten, die die akademische Philosophie zu geben im Stande ist und welche dem interessierten Laien nicht selten kryptisch und verklausuliert erscheinen, ein Spannungsverhältnis besteht.
Dass etwaige Berührungsängste mit der Philosophie allerdings nicht etwa auf ein allgemeines Desinteresse an philosophischen Fragestellungen zurückzuführen sind, sondern viel mehr in der oft unzugänglichen Darstellung ihrer Theorien begründet liegen, erkannten im Jahre 2008 einige Philosophiestudenten und Absolventen der Philipps-Universität Marburg, die fortan gemeinsam nach einem Konzept suchten, um eben dieses Dilemma zu lösen: Philosophische Theorie zu veranschaulichen, ohne sie dabei durch Vereinfachungen oder Verkürzungen zu verfälschen, d.h. eine Darstellungsform zu finden, die philosophisch Interessierte und akademische Philosophen gleichermaßen zufriedenstellt.

Dies war nicht nur die Geburtsstunde des Vereins DenkWelten e.V., sondern auch die Grundsteinlegung des ersten deutschen Museums für Philosophie – ein Projekt für das Neuland betreten werden musste, denn, darin waren sich alle einig, man wollte ein echtes Philosophiemuseum schaffen in dem jedermann anhand von ausgestalteten Exponaten, philosophische Ideen erfahren und begreifen könnte. Es wurde bewusst kein Philosophenmuseum angestrebt, das sich in der Darstellung biographischer Eckpunkte, einzelner Bonmots aus dem Gesamtwerk eines Denkers oder ausgestellter Erstausgaben erschöpft.

Heute, fünf Jahre nach Vereinsgründung, ist die Verwirklichung dieser Vision dank des aufopferungsvollen und unermüdlichen Einsatzes der über 80 Mitglieder, Unterstützer und Förderer, die sich bei DenkWelten e.V. - Deutsches Museum für Philosophie engagieren, in greifbare Nähe gerückt.
Selbst renommierte Philosophen, die sich mit verschiedensten Projekten auf dem Gebiet der Philosophievisualisierung einen Namen gemacht haben, konnten für DenkWelten e.V. - Deutsches Museum für Philosophie gewonnen werden, so zum Beispiel Prof. Dr. Franz-Peter Burkard und Axel Weiß, die mit ihrem dtv-Atlas Philosophie eine zweistellige Auflagenzahl erreicht haben und Hanno Depner, dem Schöpfer des originellen Bastelbogens Kant für die Hand.

Ein erstes Etappenziel auf dem Weg zur Realisierung des Deutschen Museums für Philosophie wurde im Frühsommer 2013 mit der im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt gezeigten Pilotausstellung „Zimmer mit Einsicht. Philosophische Ideen im Model“ erreicht.
Dieser erste museale Feldversuch, der insgesamt sieben ästhetisch anspruchsvolle und vor allem ansprechende Exponate zu Ideen von Denkern wie Gottlob Frege, Jakob von Uexküll, Immanuel Kant u.a. umfasste, erfuhr laut einer durchgeführten Befragung, sowohl von Seiten fachkundiger, wie auch fachunkundiger Besucher, große Zustimmung.
Die ästhetische Qualität der Ausstellungsstücke kommt dabei nicht von ungefähr, sondern problematisiert das Verhältnis philosophischer Ideen zu ihren Darstellungsformen; Sprache ist in der Philosophie zumeist mehr als ein bloßes Medium, denn oft entfaltet ein Argument erst durch sprachliche Ästhetisierung und Gestaltung seine volle Überzeugungskraft.
Ebenso verhält es sich mit den ausgestellten Exponaten. Sie dienen der Veranschaulichung einer Idee und sind doch gleichsam mehr als bloße Erfüllungsgehilfen ihrer Zwecke – beseelte Werke, die auch um ihrer selbst willen betrachtenswert sind.

Beflügelt vom überwältigenden Erfolg dieser Pilotausstellung arbeitet DenkWelten e.V. - Deutsches Museum für Philosophie in Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg und dem dortigen Universitätsmuseum bereits an der Umsetzung einer Folgeausstellung im Landgrafenschloss Marburg, die für den Zeitraum vom 16. Oktober 2014 bis zum 25. Januar 2015 geplant ist. Diese Ausstellung unter dem Titel „überdacht! philosophie mit weitblick“ wird nicht nur die bereits in der Pilotausstellung gezeigten Exponate umfassen, sondern auch um völlig neue Ausstellungsstücke, u.a. zu Thesen von Christian Wolff, erweitert.

Mehr Informationen: www.denkwelten.net

Kontakt: info@denkwelten.net
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