Abschlusskonzert von „Oblivion“

"Oblivion": v.l. Sabrina Försterling, Adina Baniahmad, Alexandra Dohrmann, Jonas Stehling
Sie hielten, was sie versprachen! Unter dem Leitgedanken „Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung“ lieferte das Klarinetten-Quartett „Oblivion“ gestern bei ihrem Abschlusskonzert vor knapp sechzig Zuhörern vollends ab. Mit der Aula der Martin-Luther-Schule in Marburg hätte der Veranstaltungsort nicht besser gewählt sein können. Hier fing für die vier Klarinettenschüler von Bernd Becker (Musikschule Marburg) alles an, hier schließt sich vorerst der Kreis.

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Fast schüchtern betreten Adina Baniahmad, Alexandra Dohrmann (Bassklarinette), Sabrina Försterling und Jonas Stehling die in gedämpftes Licht und Kerzenschein getauchte Bühne. Bei den ersten Klängen von Astor Piazollas „Oblivion“ (Vergessen) merkt man allerdings nichts mehr davon. Das Programm für den Abend ist fein abgestimmt und kurzweilig. Das Repertoire der Vier hat sich in den letzten Jahren gänzlich erweitert, dennoch gilt dem „Schöpfer des Tango nuevo“ Astor Piazolla das Hauptaugenmerk. Viele seiner Tangos sind im herkömmlichen Sinn nicht tanzbar, sondern Musik zum Zuhören. Deshalb ist man schließlich gekommen – Zuhören – Genießen - Erinnern!

„Oblivion“ versteht es den Zuhörer in unterschiedliche Stilepochen und Stilrichtungen mitzunehmen. Gerade noch mitreißend bei „Libertango“ (Piazolla 1973) schwingt man im nächsten Moment im 3/4-Takt zum Walzer Nr. 2 aus der „Suite für Varieté-Orchester“ von Dmitri Schostakowitsch. Der Spagat gelingt. Gefühlvoll geht es weiter in Piazollas Welt mit „Tanti Anni Prima“ und „Adios Nonino“ (Piazolla 1959), bevor das Klarinetten-Quartett mit dem „Spanischen Tanz No. 2 - Oriental“ von Enrique Granados schlicht, klagend und etwas arabisch angehaucht daherkommt. Zum Finale wird mit „Blue Skies“ von Irving Berlin ordentlich gejazzt. Das Zusammenspiel passt perfekt! Was will man mehr, der andauernde Applaus der Zuhörer fordert eine Zugabe – ohne die will man „Oblivion“ noch nicht gehen lassen. Die Vier sind selbstverständlich gut vorbereitet und geben ein kurzes letztes Intermezzo mit „Take Five“ (Paul Desmond). Mehr ist nicht drin – es ist vorbei.



Abgerundet wurde das Programm durch den Gastauftritt der Gruppe „Usual“ (Carmen Nega - Gesang, Balier Saberi - Gitarre, Jim Kleuser – Cello und Luca Schwarz – Cajon), die Stücke von Ed Sheeran, Paramore und Amy Winehouse interpretierten.

Das Konzert war kostenlos, jedoch bat das Klarinetten-Quartett „Oblivion“ um Spenden für die Erdbebenopfer in Nepal, die durch mehrere Schulprojekte der MLS unterstützt werden.

Herzlichen Dank an alle Spender! Es sind insgesamt 220,50 € zusammen gekommen.

von Ines Peters-Försterling

Foto und Video: Ines Peters-Försterling (Videoqualität in HD (Einstellungen ändern)
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2 Kommentare
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Volker Beilborn aus Marburg | 12.06.2015 | 18:56  
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Ines Peters-Försterling aus Marburg | 12.06.2015 | 20:51  
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