50 Jahre Trachtengruppe Wollmar & 40 Jahre Gitarrengruppe Wollmar. Jubiläumsfest vom 04.09.-07.09.2014 am Sportplatz in Wollmar. Donnerstag 04.09.2014.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Anläßlich des 60 sten Geburtstages der HVT im Hessenpark stellte die Volkstanzgruppe Wollmar den 80 sten Geburtstag einer alten Bauersfrau (sÀnna) nach. Die Hessische Volkskunstgilde kam zum Gratulieren. Zum Gratulieren kommt die Gilde auch am Donnerstag und bringt ein Ständchen.

Aus der Chronik der Trachtengruppe:
Wie alles begann
Gegründet wurde die Trachtengruppe Wollmar im Dezember 1964.
Der Auslöser war das Grenzgangfest, das größte Wollmarer Traditionsfest.
Bei diesem Fest im Jahre 1964 hat Heinrich Rees, Lindenberg 16, eine Dia-Serie vom historischen Festzug aufgenommen, welche am 03.Dezember 1964 im Rahmen eines Dorfabends in der Gastwirtschaft Freiling vorgeführt wurde. Im Anschluss an diesen Dorfabend wurde die Jugendgruppe gegründet, aus der sich die heutige Trachtengruppe entwickelte. Die damalige Gruppe hatte zum Zeitpunkt der Gründung 19 Mitglieder, die Leitung der Jugendgruppe übernahmen Joseph Stybelska und Gertrud Holzapfel. Parallel zu der Jugendgruppe hatte die damalige Lehrerin Annelise Bockel die Leitung einer Kindergruppe übernommen. 1968 löste sich die Kindergruppe wieder auf, da Frau Bockel von Wollmar wegzog. Die Jugendgruppe übte regelmäßig im Saal der Gastwirtschaft Freiling und wurde während der ersten Jahre vom damaligen Kreisjugendpfleger Walter Gutjahr und seiner Frau Hildegard betreut. Nach und nach wurde die Gruppe immer selbstständiger und unabhängiger, wobei die gute Zusammenarbeit mit der HVT (Hessische Vereinigung für Tanz -und Trachtenpflege) und dem Bund kultureller Jugend bis heute geblieben ist. Die Trachtengruppe Wollmar besteht inzwischen aus über 250 Mitgliedern, davon ist die Hälfte Vereinsangehörigen in verschiedenen Gruppen aktiv tätig.


Unsere Tracht

In Wollmar trägt man die sog. "Marburger-evangelische-Tracht", die in vielen Dörfern des Marburger Landes verbreitet ist. Die Marburger Tracht lässt sich geschichtlich nur bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen, ihr Ursprung und Alter ist nicht genau festzustellen. Es besteht die Annahme, dass sie sich damals unter Hinzunahme städtischer leidungsformen aus der bis dahin auch im Marburger Raum herrschenden "Hinderländer Trachten" entwickelte, gewisse Modeeinflüsse waren im Laufe der Jahre unabwendbar. Abweichungen in Form- und Farbwechsel sind bei der Tracht von Dorf zu Dorf festzustellen. Die frauliche Geschicklichkeit spielte bei der Ausschmückung und Ausstattung der Trachtenteile eine große Rolle. In mühevoller Handarbeit wurden die zierlichen Stülpchen, die fein bestickten Hemden, Zwickelstrümpfe usw. hergestellt. Die Frauentracht ist im Vergleich zur Männertracht farbenfroher und schmuckvoller. Ihre Farben sind grün, rot, blau, lila, braun, grau und schwarz. Die wohl bekannteste Art der Marburger-evangelischen Tracht ist die sogenannte Sonntags-oder Festtagstracht.


Sonntagstracht der Frau

Besteht aus dem Leibchen, einer Art Mieder, das enganliegende über dem knielangen Leinenhemd getragen wird.
Das Leibchen geht bis knapp über die Taille und hat am unteren Ende das Wülstchen sitzen, das dazu dient, den weißen Unterrock, unter welchen noch die weiße Pumphose aus Leinen getragen wird, und den eigentlichen Rock zu tragen. Der in Falten gelegte Rock, welcher aus verschiedenen Stoffarten bestehen kann, wird unten mit Widerstoß, bunten Bänder und Perlen umschnürt. Eine ausgeschnittene Jacke aus Leinen, Samt oder Seide, verziert mit Borten und Litzen, umschließt Brust und Arme. Rock, Leibchen und Jacke werden mit Haken, Ösen und Metall-sowie Glasknöpfen erschlossen. Halstuch und Schürze sind meist aus demselben Stoff gefertigt. Das Halstuch trägt man über dem Leibchen und steckt es mit einer Brosche zusammen. Den Kopf ziert die Stülpe, die bei jungen Mädchen in rot, bei jungen Frauen in grün und bei älteren dunkel eingefasst war. Seit der Jahrhundertwende sind die Stülpen alle in schwarz eingefasst. Diese Form der Kopfbedeckung verlangt das nach oben aufgekämmte Haar und den aus zwei geflochtenen Zöpfen geschlungenen Haarknoten, den "Schnatz". Wer keine langen Haare hat, benutzt einen künstlichen Zopf. Als letztes sind noch Zwickelstrümpfe zu erwähnen, dies sind Wollstrümpfe mit eingestrickten Mustern, meist Blumenmustern sowie Herz und Vogelmotiven. Dazu werden schwarze Tanzschuhe getragen.

Text aus der Chronik, Foto: Bernhard Hermann 2011 zum 50. Geburtstag der HVT im Hessenpark.
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Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 06.09.2014
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