Kinkerlitzchen aus der Fußgängerzone. Die Erben des Ramschkönigs.
Wer heute durch unsere Innenstädte geht, dem wird häufig der Blick durch kunterbunte Schnäppchen – Angebote getrübt. Und manch einem fällt bei dieser Gelegenheit der Name Werner Metzen ein.
Sie kennen Werner Metzen nicht mehr? Er war der König der Ramschläden, in denen er Ware aus Konkursen, Überproduktionen und sogar Uniformteile aus NVA-Beständen zu Niedrigpreisen verschleuderte. Selbst einen waschechten Prinzen aus dem Hause Hohenzollern beschäftigte er in einem seiner 38 Ramschläden. Mit seinem damaligen Werbeslogan “Teures billig“ fuhr er binnen weniger Jahre ein Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe ein. Seinen aufwändigen Lebensstil samt Rolls Royce führte er gern in zahlreichen TV-Sendungen vor. Trotzdem blieb er eine liebenswürdige Erscheinung. Als er 1997 im Alter von 52 Jahren plötzlich starb, ahnte noch niemand, dass er der Urvater der heutigen Billigläden werden sollte.
Von Werner Metzen stammt der oft zitierte Spruch “die Leute kaufen bei mir nicht, weil sie etwas benötigen, sondern weil es billig ist“. Heute schießen Billigläden mit fantasievollen Namen wie Pilze aus dem Erdboden und prägen die Einkaufszonen der Innenstädte als Publikumsmagneten, von denen auch der übrige Handel profitiert. Denn alle machen mit und gehen mit bunt bestückten Verkaufsständern vor die Läden auf Kundenfang.
Billigware zu Schnäppchenpreisen soll die Kundschaft zu Spontankäufen verführen. Schön bunt muss sie sein, damit sie jedem ins Auge sticht. Qualität ist Nebensache. Und so kaufen viele Menschen Dinge, die sie meist nicht brauchen, die unnütz herumstehen, bevor sie wieder entsorgt werden, um Platz für neuen Ramsch zu schaffen. Schade um das rausgeworfene Geld. Andererseits bewirken viele dieser Angebote auch, dass sich oftmals überzogene Preise von sogenannter Markenware schnell wieder auf ein erträgliches Niveau einpendeln. Man mag sich über das Für und Wider streiten.
Eines jedoch, ist bei alledem abhanden gekommen: Das Kaufen mit allen Sinnen, das Kauferlebnis und der Stolz, sich etwas Schönes gegönnt zu haben, ist vielfach vor den knallbunten “Alles- muss-raus-Angeboten“ in den Hintergrund getreten.





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