"Ich weiß nicht mit welchen Waffen
der dritte Weltkrieg geführt werden wird,
im vierten Weltkrieg wird wieder
mit Stöcken und Steinen gekämpft werden."
Albert Einstein
Gesehen auf dem deutschen Soldatenfriedhof Langemark( Belgien),
auf dem 44 000 Soldaten, meist junge Menschen ruhen, die im ersten
Weltkrieg in vaterländischer Verklärung mit Hurra in den Tod gestürmt
sind.
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Was mich manchmal auch nachdenklich stimmt ist die Beobachtung, das viele aus der Geschichte nichts gelernt zu haben scheinen, zumindest nicht das Richtige ...
Ja, den Toten (meist nur den eigenen - was geht uns der Feind an?) wird in den Kirchen gedacht. Oft stehen da auch die "Heldengedenksteine" ungeachtet was unsere "Helden" so alles angestellt haben im Feindesland.
Und solange die hohe Geistlichkeit noch die Waffen segnet kann das doch nicht falsch sein - oder etwa doch???
Auch auf der Wehrmachtskoppel stand "Gott mit uns"....
Na ja, Edgar, die Engländer tragen hier auf TF (!) am "Veterans-Day" rote Stoffblumen am Revers (vielleicht um der deutschen Kinder und Frauen zu gedenken, die sie in den Tod bombten). Und die "Sun" ist auch nicht weiter als die "Bild".
Einstein muss deshalb noch einmal herhalten: "Es ist nicht sicher, ob das All unendlich ist, doch die Dummheit der Menschen ist es sicherlich!"
Hans-Rudolf, die Engländer sind ebensowenig Engel wie wir.
Ich wüßte aber nicht daß Deutsche am Volkstrauertag einen Kranz auf einem britischen oder amerikanischen Friedhof niederlegen (in Deutschland gibt es recht viele davon).
Ich habe in Peine den Absturz eines britischen Bombers recherchiert. Dieser erfolgte im August 1940, also zur Zeit der Luftschlacht um England.
Das Ziel war das Kraftwerk einer Anlage für synthetisches Benzin - also ein kriegswichtiges Ziel zu einer Zeit als die Wehrmacht die Invasion gegen England vorbereitete.
Diese Besatzung starb bei der Verteidigung ihrer Heimat gegen eine Invasion.
Dennoch wurde mir bislang jede Unterstützung für einen Gedenkstein verweigert - auch mit der (vordergründigen) Begründung das wären ja alles "Terrorflieger" gewesen.
Guernica, Warschau, Rotterdam, Coventry wird da gern verdrängt und gegengerechnet - auch wenn man dem GröFaZ zugejubelt hatte als er die feindlichen Städte "ausradieren" wollte.
Daß er und seine willigen Erfüllungsgehilfen dazu nicht in der Lage waren ist eine Sache - wären sie es gewesen - sie hätten es sicherlich getan.
Fakt ist - nirgends wurden in einem Land mit westlicher/christlicher Kultur mehr gegnerische Besatzungsmitglieder als Kriegsgefangene brutal misshandelt und massakriert als im deutschen Reich.
Auch in meinem Wohnort.
Ja, Edgar, ich stimme Dir besonders in dem letzten Punkt zu. Fazit ist, der beste Krieg taugt nichts (nur der Rüstungsindustrie). Aber wir werden meist von Hormonen und nicht vom Verstand gesteuert. Wenn wir es nicht schaffen, uns in ein "verständnisvolles" Wesen zu verwandeln, ist das Ende der Menschheit absehbar (siehe oben: Einstein).
Als meine Kinder begannen, zu verstehen, habe ich Ihnen die riesigen Grabfelder zwischen Verdun und Sedan gezeigt. Diesen Anblick und seine Bedeutung haben sie bis heute nicht vergessen. Man sollte diese Totenfelder zum Ziel eines Pflichtausfluges für alle Schulklassen (egal welcher Nation) machen.
Hans-Rudolf,
ja, das ist schon wichtig - mir aber nicht persönlich genug.
Ich habe versucht zu den Familien der 5 Besatzungsmitglieder Kontakt aufzunahmen -bei zweien ist es mir gelungen.
Meine Frau und ich haben, als sich der Todestag wieder jährte an den Gräbern in Hannover-Limmer Rosen niedergelegt und die Fotos nach England geschickt.
Aus dieser ganzen Geschichte haben sich nicht nur geschichtliche Fakten, sondern vor allem ein Aufeinander-zugehen ergeben..
Hier ein Ausschnitt aus der letzten mail des Bruders des Heckschützen Harry Haggett (19J):
"... Some time ago, I told our vicar about the time, I received your original letter. Since then, how we have become good friends, and have spent a lovely holiday together in Yorkshire. He rembered this conversation and used this as the subject for his sermon. We both felt the tears running down our cheeks. How he rembered our conversation I will never know, it must have made quite an impression on him. ..."
Sich intensiver mit dem Schicksal, dem kurzen Leben einzelner zu befassen zeigt wesentlich klarer auf wieviel unserer Gesellschaft entgangen ist an Schaffenskraft und Entwicklungsmöglichkeit, unabhängig vom persönlichen Leid.
Ebenso habe ich mich mit dem Schicksal eines Besatzungsmitglieds beschäftigt dessen "Lancaster" beim letzten Angriff auf eine Ölraffinerie bei Saint Nazaire abgeschossen wurde. Insgesamt gingen "nur" drei Flugzeuge verloren - das sind 21 junge Männer - und das bedeutet nicht weniger als daß innerhalb von Minuten eine ganze Schulklasse ausgelöscht wurde.
Beim Angriff auf Schweinfurt und Regensburg starben etwa 600 junge Männer - das entspricht einer Schule.
Bei der Operation Gomorrah - dem größten Angriff auf Hamburg - starben etwa 34.000 Menschen - das ist so als ob eine Kleinstadt komplett ausgelöscht wird...
Seit 1928 sind die Deutschen "rechts blind". Aber wehe, es wäre eine linke Gruppe gewesen (siehe RAF), da wären tausenden von Polizisten aufmarschiert.
Ich denke daß sich das nicht direkt gleichsetzen läßt.
Rechte Gewalt basiert leider auf Feindbildern wie Fremdenangst und Antisemitismus die in unserer Gesellschaft (und nicht nur in unserer, denn es ist irgendwie "menschlich") verankert sind.
Ich bin auch nicht davon überzeugt daß solch eine Kranzniederlegung, eine Lichterkette oder andere plakative Aktionen eine "Tiefenwirkung" haben....
... aber sie sind ein guter Anfang.
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Ostermontag, der 09. April 2012
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