Salzburg (Österreich): A10 | Post aus Salzburg. Wie schön, die Stadt bedankt sich für den Besuch. Doch weit gefehlt. Denn der eingeschriebene Brief entpuppte sich als saftiger Strafzettel, weil die in Österreich übliche Autobahn – Maut nicht ordnungsgemäß und im vorliegenden Fall gar nicht erst entrichtet wurde. Was war geschehen?
Auf der Rückfahrt von einem Tagesausflug verpasste ich in einer Baustelle die Autobahnausfahrt Bad Reichenhall. „Kein Problem , “sagte ich, „nehmen wir halt die nächste.“ Kaum war der Satz ausgesprochen, hatten wir auch schon Deutschland verlassen und befanden uns in der maut-und vignettenpflichtigen Alpenrepublik. Nach dem Motto „wird schon keiner merken“, verließen wir nach ca. 5Km die Autobahn in Richtung Berchtesgaden, ohne dass wir vorher für das kurze Autobahnstück eine Vignette gekauft hatten. Doch den elektronischen Augen der automatischen Vignettenkontrolle entgeht nichts!
Die drakonische Strafe folgte sechs Wochen später: 120€, fast das Doppelte einer Jahres-Vignette, natürlich inklusive Mehrwertsteuer, schließlich will man nicht unverschämt sein. Fazit: Alter schützt vor Torheit nicht - Torheit schützt vor Strafe nicht. Oder: Alle Menschen sind klug, die einen vorher, der Rest nachher. Schade halt, das Geld hätten wir zwei Tage vorher beim Besuch der Stadt Salzburg kalorienreicher anlegen können.
Deutsche Autofahrer gehören zu den Rasern auf österreichischen Autobahnen. Kein Problem, denn die Ösis haben immer noch Probleme, verwertbare Bilder von der Vorderseite eines Autos zu machen!
Nichts gegen eine Maut - ich finde ein solches System gerecht wenn es auf die Fahrleistung bezogen ist - viel Fahren-viel Zahlen.
Die Möglichkeiten in Östereich in so eine "Falle" zu geraten sind aber noch vielfältiger, nicht nur bei der Maut. Das scheint mir mentalitätsbedingt und daher meide ich dieses Land.
Da würde ich aber aus beschriebenen Gründen Einspuch einlegen. Oder gar nichts hören lassen.
Muß man denn überhaupt bezahlen, besteht ein Abkommen mit D für diese Abzocke?
Sonst gibt es doch grenznah die Ausnahme, daß dort keine Maut fällig ist.
Zitat:
"Deutsche Autofahrer gehören zu den Rasern auf österreichischen Autobahnen. Kein Problem, denn die Ösis haben immer noch Probleme, verwertbare Bilder von der Vorderseite eines Autos zu machen!"
Die "Ösis" brauchen keine Bilder von deutschen Rasern - die behaupten einfach mit zwei Gendarmen daß man zu schnell war - das reicht zum abkassieren.
EU-weite Bußgeldvollstreckung!
Am 28.10.2010 ist ein Vollstreckungsabkommen in Kraft getreten, das die EU-weite Vollstreckung von Geldbußen ermöglicht.
Johannes, dann wird es noch teurer! (Vollstreckungskosten!) Es gibt auch grenznah keine Ausnahme. Die "Korridorregelung" zwischen dem deutschen Staatsgebiet und der Anschlussstelle Hohenems (für die Leute, die unmittelbar rechts vom Bodensee von Deutschland in die Schweiz fahren wollen) bietet einen ermäßigten Tagessatz von 2 bzw, 4 Euro für einfache/Hin- und Rückfahrt an. Und das Abkommen mit Österreich zur Strafeintreibung besteht schon über 15 Jahre und gilt ab 70 Euro.
Aber Karl-Heinz - als Behinderter bekommt man eine Gratisvignette. Hattest du nicht mal so etwas verlauten lassen...?
Sehr ungerecht und in dieser Höhe in Grenznähe durch ein Versehen bei der Abfahrt nicht gerechtfertigt.
Wir werden zukünftig Österreich meiden. Es gibt genug Alternativen.
Wer eine Auslandsreise plant, sollte sich immer vorab über Land und Leute informieren. Damit erspart er sich unangenehme Überraschungen wie in diesem Fall. Einfach loszufahren im Glauben, auch in Österreich gelten deutsche Gesetze, geht von falschen Voraussetzungen aus ...
@ "Auf der Rückfahrt von einem Tagesausflug verpasste ich in einer Baustelle die Autobahnausfahrt Bad Reichenhall"
Axel, was kann man denn machen, wenn man versehentlich eine Ausfahrt in einer Baustelle verpaßt hat? Da hilft doch eine Vorab-Info über Land und Leute wenig, oder?
...auch wenn die Benutzung der Autobahn in Östereich nie geplant war? Ich gebe zu, ich hätte vor Bad Reichenhall besser aufpassen müssen, dann hätte ich die geplante Ausfahrt auch nicht verpasst.
Ansonsten freue ich mich auf die Einführung der Autobahn-Maut in Deutschland.
Genau, eine Maut für deutsche Autobahnen, allerdings für die deutschen Autofahrer eine entsprechende Steuerermäßigung, damit diese nicht noch mehr belastet werden.
Und statt kleingeistiger Abzocker-Mentalität an der Grenze eine vorbildliche Gastfreundschaft für Autofahrer, die sich nah an der Grenze ohne Mautticket verfahren haben mit einem freundlichen Hinweis ohne Strafzettel: Lieber Autofahrer, besuchen Sie uns bald wieder und dann auch im Landesinneren.
Du hast meine volle Sympathie, Karl-Heinz! Ich wäre nämlich auch weiter gefahren, wenn ich eine bestimmte Ausfahrt verpasst hätte. Was hätte es denn auch für Alternativen gegeben? Auf der Autobahn wenden oder auf dem Pannenstreifen zurückfahren? Alles Todsünden, die wahrscheinlich noch den Führerschein gekostet hätten. Dann lieber das Risiko, weiterfahren und sich ggf. eine saftige Geldstrafe einhandeln.
Da mich dieser Fall schon interessiert, habe ich heute mal den ÖAMTC kontaktiert, um eine Antwort darauf zu bekommen, wie man sich in diesem Fall hätte besser verhalten können. Leider war kein rechtskundiger Mensch dort erreichbar. Ich soll es morgen noch einmal versuchen!
Vielleicht wäre es die beste Lösung für dich gewesen, dein Auto rechts ran zu fahren und den ADAC/ÖAMTC anzurufen. Kann doch sein, dass die "Gelben Engel" dir ein Pickerl vorbei gebracht hätten. Das hätte dich dann 10,- Euro gekostet und nicht die Unsumme von 120,- Euronen ...
Vielen Dank Axel für deine Bemühung. Auch ich war inzwischen nicht untätig und habe der "ASFINAG" auf den Knien die näheren Umstände erläutert und um wohlwollende Bewertung des Falls ersucht.
Nun hoffe ich sehr, dass ein Piefke, der sich sonst nichts hat zu Schulden kommen lassen und dieses Fleckerl Erde auch noch liebt, Gnade vor Recht erfährt. Ich werde über den Ausgang berichten.
Lieber Karl-Heinz, ich habe eben gerade mit der Rechtsabteilung des ÖAMTC telefoniert und erfahren, dass du durchaus noch an der alten Grenze in Walserfeld, keine 3 km von der Abfahrtsstelle Bad Reichenhall entfernt, dir eine Vignette hättest kaufen können. Vor dieser Grenze stehen nämlich zig Schilder, die auf die Vignettenpflicht auf österreichischen Autobahnen hinweisen, zumal noch bei Tempo 60. So gesehen, ging deine Rechnung nicht auf, bis zur nächsten Ausfahrt in Anif vielleicht ungeschoren davon zu kommen. Tut mir leid für dich ...
Ich weiß, Axel, aber ich wollte für den unfreiwilligen Grenzübertritt und nur ein paar Kilometer nicht noch 7,70€ für eine Vignette berappen.
Der salomonische Richterspruch "Must du gucken" trifft halt auch hier zu, ich habe gelernt und werde mein Lehrgeld bezahlen. Trotzdem ein herzliches vergelt's Gott für dein Bemühen.
Karl-Heinz, ich fühle mit Dir, da ich selber für nicht vorhandenes "Pickerl" tief in mein Portmonaie greifen musste. das war ganz am Anfang, weo die Vignette eingeführt wurde, also man war noch nicht daran gewöhnt, dass man sich so eine Marke auf die Windschutzscheibe kleben musste. Ich fuhr nach Ungarn und leider muss man da ganz Österreich überqueren. Ich habe auf dem ersten Rastplatz nach der Grenze eine Pause gemacht, kaum stand ich da, kamen 2 Gendarmen und schauten nach der Vignette. Da ich nicht dran gedacht habe , sie zu besorgen , haben sie mir sofort 180,-DM abgenommen. Das war ärgerlich genug. Unverschämt fand ich die Bemerkung von dem einen Beamten;" haben sie soviel Geld überhaupt dabei, wenn nicht dann müssen wir ihnen die Verwarnung nach Hause schicken und dann wird es richtig teuer , nämlich 300,-DM".
Die "Ösis" brauchen keine Bilder von deutschen Rasern - die behaupten einfach mit zwei Gendarmen daß man zu schnell war - das reicht zum abkassieren.
Diesen Satz kann ich übrigends bestätigen. Eine Freundin von mir war letzte Woche ind Österreich und da ist sie nach einer 60-km/h Zone von 2 Gendarmen angehalten worden , die behauptet haben , sie wäre 83km/h gefahren. Beweisen per Aufzeichnung konnten sie es nicht . meine Freundin war sich absolut sicher , dass das nicht stimmt. Sie hat aber die 25,-Euro Bußgeld bezahlt, weil sie ihr auch gedroht haben, dass sie dann einen Anzeige bekommt.
Transitreisende, die auf Österreichs Straßen unerfreuliche Erfahrungen gemacht haben, können ja auch die Alpenrepublik auf dem Schienenweg durchqueren. Das rechnet sich schon, wenn man bedenkt, was für Unkosten auf dem Straßenweg da zusammen kommen können. Bahnreisen sind eh bequemer und man sieht auch die Schönheiten des Landes, vorausgesetzt man sitzt nicht in einem Nachtzug ...
Karamba , 120 Euro für eine verpasste Abfahrt, welch eine unverhältnismäßige Abzocke, zumal die österreicherischen Kfz´s unsere Autobahnen kostenlos nutzen. Bleibt zu hoffen, daß dieser Betrag stark reduziert oder auf Null gesetzt wird....
Mir ist von seiten der Regie mitgeteilt worden, dass meine Bemerkung im Anschluss an den Kommentar von Johannes Linn (28.07.12/23:39 Uhr) gelöscht wäre, weil sie als beleidigend aufgefasst wurde. Wenn der Betreffende auch so denkt, dann bedauere ich meinen Schritt und entschuldige mich bei ihm.
Das ändert aber nichts an meiner Feststellung, dass hier von einigen fortgesetzt gehetzt wird, obwohl Karl-Heinz bereits eingeräumt hatte (27.07.12/10:59), er hätte sich ganz einfach verspekuliert. Was den Kommentar von Jan Hetzig angeht, so kenne ich ihn nicht und weiß auch nichts über seinen Verbleib.
Touri-Abzocke ist eine internationale Lieblingsbeschäftigung - nicht nur der Behörden - dort aber am orgastischsten.
Carlos, dabei wolltest du doch gar nicht das Land kaufen?
Take it easy, die Jugenderinnerungen waren es doch wert.
"Abzocker" wird vom Duden so definiert: jemand, der andere [auf hinterlistige, unredliche Weise] finanziell übervorteilt, sie um ihr Geld bringt. Und davon kann wohl keine Rede sein. Besonders gerne wird bei Blitzanlagen von Abzockerei gesprochen. Aber auch in diesem Fall gilt: selber schuld! Und bei der Frage des Sinnes der Maßnahme werden die vielen selbsternannten Experten ("Hier kann man doch 120 fahren" "Ja, aber nur einmal...") glücklicherweise nicht gehört.
Auf dem Schulweg haben wir uns oft den Spaß gemacht, die Fußgängerampel auf Grün zu drücken und dann schnell weg zu laufen - die Autos mussten anhalten, obwohl weit und breit niemand die Straße überqueren wollte. Also völlig sinnlos. Nur, Rot ist Rot, und das Weiterfahren bei dieser Farbe kostet Geld. Wenn der Gesetzgeber hier relativieren wollte ("Man muss bei Rot anhalten, wenn...") würde die Flut der Einsprüche unübersehbar. Und ich wette, jeder würde in einen Fall, wie ihn KHT erlebt hat, in seinem Einspruch behaupten: "Ich wollte doch nur bis zur nächsten Autobahnabfahrt fahren" - selbst wenn sein Reiseziel Sizilien war...
Es gibt hierzulande Straßenabschnitte, auf denen für wenige Meter das zulässige Tempo reduziert wird, um dort Blitzanlagen zu installieren.
Wer in Marburg am Bahnhof den Parkscheinautomaten eines privaten Betreibers übersieht, ist schnell für 15 Minuten Parken 27€ los. Da lobe ich mir das Knöllchen vom Ordnungsamt.
Wenn ich aus einem Versehen auf eine Mautstraße gerate und keine Möglichkeit habe, diese ungeschoren zu verlassen, um vom Privatbetreiber unverhältnismäßig hoch und möglicherweise willkürlich zur Kasse gebeten werde, dann beschleicht mich schon ein Gefühl, wie auch in den beiden anderen Fällen, dass eine gewisse, natürlich immer legale Arglist im Spiel ist, um sich schnell ein paar Zusatzeinnahmen zu genehmigen.
In Hessen gilt ein Mindestabstand von 100 m zwischen Schild und Anlage - das sollte eigentlich reichen.
Und am Bahnhof - denke ich - wird es auch Schilder geben, die auf die Parkgebühr und die Automaten hinweisen. Wenn nicht wäre das allerdings ein Grund zum Widerspruch.
Mautstraße - siehe letzter Satz meines vorherigen Kommentars.
Augen auf im Straßenverkehr, das gilt nicht nur im Rotlichtviertel... Aber teuer werden kann es da auch...
Karl-Heinz, du hattest, wie schon zugegeben, die Chance, bis zur Grenze für den Preis einer 10-Tages-Vignette (7,70 Euro) halbwegs ungeschoren davon zu kommen. Du hast es aber darauf ankommen lassen und dich gehörig verspekuliert, weil du nun das Zigfache zu zahlen hast.
Was lernen wir daraus? Wer wagt, gewinnt - allerdings nicht immer! Übrigens: Mein letztes Wort in dieser unerfreulichen Angelegenheit ...
Axel, natürlich habe ich mich verspekuliert, noch lieber hätte ich die Autobahn an der Mautstelle verlassen, doch das war nach meiner Einschätzung nicht mehr möglich. - Lassen wir es also dabei bewenden.
@ "Es gibt hierzulande Straßenabschnitte, auf denen für wenige Meter das zulässige Tempo reduziert wird, um dort Blitzanlagen zu installieren.
Wer in Marburg am Bahnhof den Parkscheinautomaten eines privaten Betreibers übersieht, ist schnell für 15 Minuten Parken 27€ los. Da lobe ich mir das Knöllchen vom Ordnungsamt.
Wenn ich aus einem Versehen auf eine Mautstraße gerate und keine Möglichkeit habe, diese ungeschoren zu verlassen, um vom Privatbetreiber unverhältnismäßig hoch und möglicherweise willkürlich zur Kasse gebeten werde, dann beschleicht mich schon ein Gefühl, wie auch in den beiden anderen Fällen, dass eine gewisse, natürlich immer legale Arglist im Spiel ist, um sich schnell ein paar Zusatzeinnahmen zu genehmigen."
KHT, das hast Du sehr schön und zutreffend ausgedrückt. Der Autofahrer als "Melkkuh der Nation" wird häufig abgezockt, wie es nur geht. Offiziell nach Recht und Gesetz, moralisch gesehen oft unterste Schublade. Das gilt nicht nur für D oder Österreich, in anderen Ländern sind die Strafen und sogenannten Ordnungsgelder tw. noch völlig unverhältnismässig höher. Von Gastfreundschaft und Anstand tw. keine Spur, dementsprechend meidet man dann häufig diese Abzock-Länder oder Einrichtungen.
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