Morbide Idylle hinter dem Marburger Hauptbahnhof

Marburg: Hauptbahnhof |


Wenn man nicht gerade Eisenbahner war, hatte man früher kaum eine Chance das Gelände hinter dem Bahnhof zu betreten. Hier befand sich das Bahnbetriebswerk. Im Lokschuppen qualmten die Dampfloks und warteten auf den nächsten Zug, den sie in Richtung Kassel, Frankfurt, Frankenberg, Siegen oder Herborn zu ziehen hatten.

Hier wurden die Kohlevorräte nachgebunkert, Asche entfernt, die Wassertanks aufgefüllt und Wartungsarbeiten durchgeführt. Für Unbeteiligte oder Kinder ein nicht ganz ungefährliches Terrain. Ich hatte das Glück, dass der Vater eines Freundes Lokführer war und uns einmal mitnahm, um uns dies alles einmal zu zeigen und zu erklären. Heute ist das alles Vergangenheit. Die Faszination der Dampflokaera ist geblieben.

Die Bahn hat sich weiter entwickelt und braucht die Anlagen nicht mehr. Gleise sind nur noch fragmenthaft erhalten, Die Gebäude des Betriebswerks verfallen, andere haben neue Betriebsamkeit erhalten. Kulturelle Veranstaltungen finden in der Waggonhalle seit einiger Zeit statt, Werkstätten haben ein Domizil gefunden. Sogar Pilger auf dem Jakobs- oder Elisabethweg finden hier ein Bett für die Nacht. Auch die Gastronomie, eine Freizeiteinrichtung und auch Merkblätter für Asylsuchende sind vertreten.

Irgendwie ist im ehemaligen Bahnbetriebswerk eine kleine, wenn auch morbide Idylle entstanden, während nur ein paar Schritte entfernt die moderne Eisenbahn elektrifiziert ihres Weges zieht, oder am neu Renovierten Hauptbahnhof Station macht.
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3 Kommentare
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Axel Haack aus Freilassing | 21.10.2015 | 05:32  
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Dieter Goldmann aus Seelze | 21.10.2015 | 15:01  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 22.10.2015 | 00:02  
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