Anatomische Anomalie sorgt auch nach Jahrhunderten noch für Aufmerksamkeit
In Science-Fiction-Geschichten ist sie nicht erst seit Tiberius Kirk - der sich übrigens vornehmlich mit grünhäutigen Damen tummelte - eine Legende: die dreibrüstige Frau. Mutige Raumfahrer begegnen ihr immer wieder auf ihren Reisen und geben sich die größte Mühe, mit großen Heldentaten ihre Gunst zu gewinnen. Männer mit drei Hoden spielen dagegen in der SF-Literatur keine Rolle. Ihretwegen werden keine Weltraum-Monster abgeschlachtet, keine Mars-Prinzessin riskiert für diese Männer ihr Leben.
Da ist es beruhigend zu sehen, dass zumindest die gemeinen Erdenmenschen sich für diese anatomische Anomalie zu interessieren scheinen - besonders die Marburger natürlich. Es wird nämlich gemunkelt, Landgraf Philipp der Großmütige - Gründer der Universität Marburg - habe an der so genannten "Triorchie" gelitten. Zumindest wird behauptet, der hessische Landgraf habe mit dieser Besonderheit sein gesteigertes Bedürfnis für Sexualität gerechtfertigt.
Ob Landgraf Philipp in der Tat drei Hoden hatte, oder ob es sich bei dem dritten Hoden in Wahrheit um eine Spermatozele - eine nach einer Verletzung im Genitalbereich entstehenden Zyste - handelte, ist heute schwer zu beantworten. Tatsache ist aber, das Philipps Gemächt offenbar bis heute von großem Interesse für Marburger und die durch Marburg reisenden Touristen ist. Diese Geschichte jedenfalls erzählt der Philipps-Stein, der im Innenhof des Marburger Landgrafenschlosses zu bewundern ist.
Der große Stein zeigt den Landgrafen, die heilige Elisabeth, eine Harpyie und noch vieles mehr: was genau, erfahren OP-Leser am Samstag im Wochenendmagazin im Beitrag von Professor Helmut Burger.
Die mannshohe Tafel ist aus rauhem Stein gehauen - nur eine Stelle wurde von vielen Menschenhänden blitzeblank und Speckstein-glatt gerubbelt: Philipps beeindruckendes Gemächt.
Nette Geschichte, Eva. :-)
Wenn man in Oslo den Vigeland-Park besucht, kann man an den nackten Steinfiguren auch merkwürdige Farbveränderungen im Genitalbereich feststellen. :-D
Vielleicht bringt das Berühren ja Glück oder Fruchtbarkeit oder was auch immer.
Diesen herrlichen Beitrag habe ich eben erst entdeckt. Jetzt habe ich doch über den berühmten Landgrafen wieder etwas dazu gelernt. Danke Eva!
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
VG Birgit
Danke, freut mich, dass Euch meine kleine Geschichte gefallen hat :) Die Leute sind schon echt witzig...
*grins*
im wachsfigurenkabinett soll sowas auch zu sehen sein - besonders bei den großen pop- und filmstars ;-))
Hallo Eva, habe gerade deinen interessanten Bericht über das Philipps-Gemäch gelesen. Der Philipps-Stein war sicherlich eine gelungene PR-Aktion und Philipps Ausrede war auch nicht ohne. Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen... ;o)




Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .