Anatomische Anomalie sorgt auch nach Jahrhunderten noch für Aufmerksamkeit

von E. S. aus Marburg | am 17.02.2010 | 1400 mal gelesen | 5 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Der Philipps-Stein im Innenhof des Marburger Landgrafenschlosses.

In Science-Fiction-Geschichten ist sie nicht erst seit Tiberius Kirk - der sich übrigens vornehmlich mit grünhäutigen Damen tummelte - eine Legende: die dreibrüstige Frau. Mutige Raumfahrer begegnen ihr immer wieder auf ihren Reisen und geben sich die größte Mühe, mit großen Heldentaten ihre Gunst zu gewinnen. Männer mit drei Hoden spielen dagegen in der SF-Literatur keine Rolle. Ihretwegen werden keine Weltraum-Monster abgeschlachtet, keine Mars-Prinzessin riskiert für diese Männer ihr Leben.

Da ist es beruhigend zu sehen, dass zumindest die gemeinen Erdenmenschen sich für diese anatomische Anomalie zu interessieren scheinen - besonders die Marburger natürlich. Es wird nämlich gemunkelt, Landgraf Philipp der Großmütige - Gründer der Universität Marburg - habe an der so genannten "Triorchie" gelitten. Zumindest wird behauptet, der hessische Landgraf habe mit dieser Besonderheit sein gesteigertes Bedürfnis für Sexualität gerechtfertigt.

Ob Landgraf Philipp in der Tat drei Hoden hatte, oder ob es sich bei dem dritten Hoden in Wahrheit um eine Spermatozele - eine nach einer Verletzung im Genitalbereich entstehenden Zyste - handelte, ist heute schwer zu beantworten. Tatsache ist aber, das Philipps Gemächt offenbar bis heute von großem Interesse für Marburger und die durch Marburg reisenden Touristen ist. Diese Geschichte jedenfalls erzählt der Philipps-Stein, der im Innenhof des Marburger Landgrafenschlosses zu bewundern ist.

Der große Stein zeigt den Landgrafen, die heilige Elisabeth, eine Harpyie und noch vieles mehr: was genau, erfahren OP-Leser am Samstag im Wochenendmagazin im Beitrag von Professor Helmut Burger.

Die mannshohe Tafel ist aus rauhem Stein gehauen - nur eine Stelle wurde von vielen Menschenhänden blitzeblank und Speckstein-glatt gerubbelt: Philipps beeindruckendes Gemächt.

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5 Kommentare zum Beitrag
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Johanna M. aus Stemwede am 17.02.2010 um 23:52 Uhr  
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Birgit Leidinger aus Wetter am 20.02.2010 um 09:20 Uhr  
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E. S. aus Marburg am 22.02.2010 um 00:21 Uhr  
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