WENN BRIEFMARKEN ERZÄHLEN: 4. DEUTSCHE POST AUS CHINA

von Hans-Rudolf König aus Marburg | am 15.08.2008 | 853 mal gelesen | 10 Kommentare | 0 Bildkommentare | 0 Bilder

Peking (China): Kaiserpalast | Als Ergänzung zu der sehr interessanten Geschichte des Herrn Wormsbächer über seinen Marburger Nachbarn, der damals während des Boxer-Aufstandes in China dem internationalen Expeditions-Corps angehörte, möchte ich hier ein paar dokumentarische Belege zeigen und erläutern.

Man stelle sich nur vor: 1900 kämpften deutsche Soldaten Seite an Seite mit anderen Kolonialmächten mitten in China. Das muss man heute bestimmt ein paar Mal lesen, um das überhaupt in den Kopf zu kriegen.

Es gab also diesen Pachtvertrag mit China über 99 Jahre für die Bucht von Kiautschou (so schrieben es die deutschen Besatzer). Dann brach der Aufstand der „Boxer“ in Peking aus und man marschierte, oder fuhr Fluss aufwärts, in Richtung Peking. Nun wollten die Soldaten natürlich auch Post in die Heimat senden und von dort erhalten. Das ging entweder auf dem Landwege über Sibirien oder per Seepost auf deutschen (manchmal auch englischen) Schiffen.

Also schleppte jedes Regiment oder jeder größere Truppenteil seinen eigenen Feldpoststempel mit in die Schlacht, denn die Soldaten brauchten kein Porto zu bezahlen. An dieser Stelle möchte ich nicht allzu viele Details anführen, die nur den Philatelisten interessieren. Es gab jedenfalls 11 Stempel der Kaiserlich Deutschen Feldpost-Expedition und 11 Kaiserlich-Deutsche Feldpoststationen, von denen die ersten 10 jeweils ihre Stationsnummer im Stempel abdruckten (z.B. Nr. 1 in Kaumi (Kiautschou), Nr.2 in Peking, usw.).
Im Kaiserpalast in Peking gab es einen Truppenstempel, der die Feldpost-Portofreiheit für die Truppe beglaubigte (ein sog. Nebenstempel). Heute ein begehrtes Schmuckstück jeder Sammlung über die Postgeschichte Chinas.

Dies ist also in groben Zügen ein Abriss der damaligen deutschen Feldpost in China. Darüber hinaus gab es natürlich auch ganz normale deutsche Postämter in verschiedenen Städten mit ihren eigenen Stempeln, denn man wollte die Beförderung der deutschen Post nicht den Chinesen übertragen.
Der exotischste deutsch/chinesischeStempel wurde aus Weichholz und Hartholz geschnitzt und in Peking vom 11.9. bis zum 13.11.1900 benutzt. Dann traf endlich der sehnlich erwartete Metallstempel ein und wurde ab 14.11.1900 eingesetzt.

Außerdem gab es Nebenstempel, Bahnpost-, Seepost- und Marinepost-Stempel. Doch auch diese Themen würden hier zu weit führen. Es ist jedenfalls erstaunlich, mit welcher Gründlichkeit der Postdienst organisiert war – in allen deutschen Kolonien und Posthoheitsgebieten rund um den Globus, d.h. in Afrika, Asien, Neu-Guinea, Samoa und Mikronesien

Leser über:
Suchmaschinen: 78
externe Links: 22
Weiterempfehlungen: 0
sonstige: 753
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Weitere Beiträge zu den Themen:
(135)China(121)Briefmarken(38)Philatelie(20)Peking(7)Postgeschichte(3)deutsche Kolonien
(1)Kiautschou
(1)Boxer Aufstand
10 Kommentare zum Beitrag
5.644
Siegfried Kuhl (sk1941) aus Marburg am 15.08.2008 um 15:57 Uhr  
1.340
Edith Rau aus Weimar am 15.08.2008 um 17:03 Uhr  
361
Wolfgang Krebs aus Marburg am 15.08.2008 um 17:26 Uhr  
13.369
Hans-Rudolf König aus Marburg am 15.08.2008 um 19:06 Uhr  
13.369
Hans-Rudolf König aus Marburg am 16.08.2008 um 00:21 Uhr  
13.369
Hans-Rudolf König aus Marburg am 16.08.2008 um 00:46 Uhr  
9.887
Herbert Vollmer aus Weimar am 18.08.2008 um 09:16 Uhr  
361
Wolfgang Krebs aus Marburg am 18.08.2008 um 10:34 Uhr  
13.369
Hans-Rudolf König aus Marburg am 18.08.2008 um 11:01 Uhr  
13.583
Friederike Haack aus Marburg am 20.11.2008 um 01:31 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.