Reisen bildet – auf nach Apulien (5) – Otranto, Lecce, die Castellana Grotten und die Trulli

Trulli in Alberobello - insgesamt gibt es in diesem Ort 1.500 Trulli
 
Trulli in Alberobello
 
Trulli in Alberobello
Otranto (Italien): Castel | In einer guten Woche kann man nicht alle Perlen von Apulien bereisen. Aber das Unesco-Weltkulturerbe in Alberobello, die Trulli, und die gleichfalls in dieser die wichtigsten Kulturgüter der Erde aufführenden Liste vertretenen Grotten von Castellana sind unverzichtbar. Doch zuerst sollen die aus der Geschichte berühmten Städte Otranto und Lecce mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten ihrer Umgebung vorgestellt werden.

Otranto

Otranto hat antiken Ursprung. Die Stadt war immer umkämpft. Die Türken eroberten sie 1480 nach harten und überaus verlustreichen Kämpfen. Die Stadt wurde geplündert und zerstört. Davon hat sich Otranto bis heute nicht erholt. Die Berichte von der türkischen Eroberung gehen dahin, dass die Bevölkerung sich vom christlichen Glauben lossagen sollten. Wenn nicht, sollten sie geköpft werden.

Angeblich keiner wollte seinen Glauben verlieren - und dir Türken schlugen allen achttausend aufgestellten Bürgern den Kopf ab. Bis heute wird werden diese Märtyrer nicht nur bei den Bewohnern von Otranto hoch verehrt. In der Kathedrale der Stadt wurde 1163 von einem Mönch über den gesamten Boden der Kirche ein Mosaik verlegt aus 10 Millionen einzelnen Steinen.

Das fünfeckige Castel Sant´Andrea hat unglaublich dicke Mauern und umschließt die Altstadt. Es war ursprünglich von den Normannen und Hohenstaufen angelegt worden.

Otranto war in den letzten Jahren Anlaufpunkt der Flüchtlingsboote aus der Türkei. Ein am Hafen aufgestellt Wrack erinnert an diese noch nicht lange vergangene Zeit.

An der Küste bei Otranto können viele vom Meer geschaffene großartige Felsformationen bewundert werden, Auf halber Strecke zu Lecce liegt die ebenfalls antike Wurzel besitzende Stadt Gelatina.

Gelatina

Die Stadt ist nicht nur Zentrum der Landwirtschaft. Sie besitzt wertvolle Palazzi, aber unter allen Bauten ragt die Kirche Santa Caterina d´Alessandria heraus. Sie ist vollständig mit Fresken bemalt. Als Wallfahrtsort wird sie vor allem deshalb aufgesucht, weil in ihr als Reliquie die Brustwarzen der Heiligen Agatha aufbewahrt werden. Massen von Pilgern strömen aus diesem Grund zu dieser Kathedrale. Diese Reliquien waren aus Gallipoli geraubt worden. Zudem ist in der Pilgerstätte noch ein Stein zu bewundern, auf dem Petrus gesessen haben soll.

Der Tanz „Tarantella“ hat in dieser Stadt seinen Ursprung. Angeblich seien die Weinpflückerinnen der Stadt oft von der giftigen Spinne gestochen worden. Um das Gift aus dem Körper zu treiben, hätten sie angefangen wie wild zu tanzen. Dadurch sollte mit dem Schweiß das Gift aus dem Körper entschwinden.

Weil dies oft zu Gunsten der Tänzerinnen eingetreten ist, hat man dies untersucht, aber keinen Zusammenhang festgestellt. Wahrscheinlicher ist die Erklärung, dass sich die Arbeiterinnen von der schweren Arbeit auf den Feldern lösen wollten und den Tarantella-Tanz bis zur Erschöpfung aufführten. Immerhin besser als schwer auf dem Feld arbeiten.

Jedes Jahr wird in Gelantina das Tarantellafest gefeiert, Es ist die große Attraktion von Apulien.

Fährt man an der Küste von Apulien entlang, so sind etwa alle drei Kilometer Steintürme aufgestellt. Es sind die Sarazenentürme. Erbauen ließ sie König Karl V. nach dem Türkeneinfall im Jahr 1480. Es waren Wachttürme, die vor den Einfällen der Türken und Sarazenen, der Seeräuber warnen sollten. Bald erreichen wir die Provinzhauptstadt Lecce.

Lecce

In Salentino, einer apulischen Provinz, ist Lecce die größte Stadt. Aus der Römerzeitbesitzt Lecce ein antikes Amphitheater. Das Theater für 20.000 Besucher wurde erst spät gefunden und konnte nur zu einem Drittel ausgegraben werden. Eine darüber liegende Kirche, mehrere städtische Gebäude und eine wichtige Straße verhindern die endgültige Ausgrabung.

Anders als Otranto konnte sich Lecce 1480 den Türken widersetzen. In den Jahren danach wurden die Befestigungsanlagen immer weiter ausgebaut. Der Dom, Bischofssitz, und mehrere Kirchen, die in jeder anderen Stadt als Kathedralen angegeben werden, zieren die Provinzhauptstadt im Süden von Apulien.

Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert war in Lecce das Baufieber ausgebrochen und in der Innenstadt zeugen eine Vielzahl von barocken Bauten von der damaligen Pracht. Es wurde das Stadtbild geschaffen, das heute Lecce als Barockstadt darstellt.

Die Grotten von Castellana

In der kleinen Ortschaft Castellana hatte man über lange Zeiträume ein Loch in einem Feld als Müllabladeplatz benutzt. Erst als nach langer Zeit das Loch noch immer nicht gefüllt war, wurde man aufmerksam. Mitte des 18. Jahrhunderts fand man heraus, dass sich eine große Grotte darunter befand.

Aber erst 1938 erforschte ein italienischer Professor den gesamten Bereich. Es stellt sich heraus, dass hier eine der größten Grottenanlagen Europas sich öffnete, heute Unesco-Weltkulturerbe. Man kann auf befestigten Wegen 1.500 Meter durch die Schlucht eines unterirdischen Flusses wandern und über die Tropfsteinhöhlen staunen.

In Apulien sind zahlreiche Grotten vorhanden. Aber es dürfte noch eine Vielzahl von bisher nicht gefundenen Grotten im Kalkgestein der Halbinsel zu finden sein. In Polignana hat ein findiger Hotelier in einer direkt am Meer befindlichen Grotte ein bekanntes Restaurant errichtet – gut besucht von reichen Touristen.

Die Trulli von Alberobello

Weiter nach Norden fallen dem Besucher dieser malerischen Gegend in den Oliven- und Mandelhainen aus Steinen errichtete Bauten auf. Sie werden Trulli genannt. Insgesamt 5.000 Trulli wurden gezählt. Sie sind Unesco-Weltkulturerbe und dürfen nicht mehr abgerissen werden.

Allein in der Stadt Alberobello befinden sich 1.500 Trulli, natürlich Unesco-Weltkulturerbe. Diese Gemeinde aufzusuchen ist ein Muss in Apulien. Alle Trulli sind Rundbauten, wobei die obere Hälfte zusammengesetzt ist aus lockeren Steinen.

Die Story: Angeblich soll ein Fürst im Mittelalter hohe Steuern auf neu gebaute Häuser angesetzt haben. Weil die Bewohner keine Steuern zahlen wollten, konnten sie – wenn der Steuereintreiben kam – mit Wegnahme eines einzigen Steins aus der oberen Hälfte das Haus zum Einstürzen bringen. Ein Neuaufbau war relativ schnell wieder bewerkstelligt.
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Volker Beilborn aus Marburg | 06.11.2015 | 09:12  
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Werner Szramka aus Lehrte | 06.11.2015 | 14:23  
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Karl-Heinz Gimbel aus Marburg | 06.11.2015 | 22:32  
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