KREUZFAHRT, TEIL 3: KLAIPÉDA UND DIE SAHARA DER OSTSEE

Ännchen singt für's Ännchen über's Ännchen
 
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Musikalischer Emfang in Klaipèda

Klaipda (Litauen): Kurische Nehrung | „Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut.
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!“

Zu spät! Der romantische Dichter Simon Dachius, geb. 1605 in der Stadt Memel (Klaipèda) hatte Pech, als er zur Hochzeit des Ännchens von Tharau und ihrem Bräutigam, Pfarrer Johannes Portatius, eingeladen wurde. Die Braut war in Simons Augen so schön, dass er sich sofort in sie verliebte – zur unrechten Zeit! Mit loderndem Brand im Herzen ließ er daraufhin das Lied „Ännchen von Tharau“ aus seiner Feder fließen – und hatte einen Hit, einen Evergreen gelandet.

Das erste, was wir beim Landgang in Klaipèda sahen, war ein Springbrunnen auf dem Theaterplatz mit dem Denkmal des Tharau-Ännchens. Davor standen vier junge Leute in heimischer Tracht und sangen für uns Simons Liebeslied. Wir alle stimmten mit ein - mit Herz und Schmerz. Und schon ging’s mit der Fähre über das Haff zur Kurischen Nehrung, einer langgezogenen Halbinsel aus Sand und Kiefernwäldern. Nach einer langweiligen Busfahrt durch endlose lichte Wälder erreichten wir den Ort Nida mit seinen bis zu 60 Meter hohen, windbewegten Dünen. Von den riesigen Dünen blickten wir hinab auf eine zauberhafte friedvolle Landschaft aus weißen Sandbergen, grünen Wäldern und endlosen Stränden der Ostsee. Über das Haff hinweg sahen wir das ehemalige Ostpreußen, heute russische Exklave. Nördlich des Örtchens Nida arbeitete der berühmte deutsche Schriftsteller Thomas Mann in den Sommern der Jahre 1930-32 an dem Roman „Joseph und seine Brüder“. Sein Haus ist heute als Museum zugänglich. Ein kleiner Friedhof neben der Dorfkirche bietet aus Holz geschnitzte Grabsteine in vielen Formen. Unweit davon besichtigten wir eine Bernsteingalerie und die Damen schlugen wieder einmal heftig zu.

Zurück in Klaipèda stillten wir unseren wohl verdienten Durst mit einigen Bierchen in einer alten deutschen Brauerei. Am Dané-Ufer besichtigten wir die Überreste der hölzernen Memelburg, 1252 gegründet vom Schwertbrüderorden (Vorläufer des Deutschen Ritterordens). Mit kurzen Unterbrechungen durch schwedische oder russische Besatzung gehörte das Memelgebiet bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu Preußen und dem Deutschen Kaiserreich. Dann stand es unter französischer (!) Verwaltung. 1923 annektierte Litauen das Gebiet, das nach erneuter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion fiel. Als erste Sowjetrepublik rief das neue Parlament am 11. März 1990 Litauens Unabhängigkeit aus und trat 2004 der EU bei.

„Time To Say Goodbye“: um 19.00 Uhr hieß es „Alle Mann an Bord“ und unser Schiff glitt hinaus in den Sonnenuntergang der spiegelglatten Ostsee. Nach dem Dinner sang für uns Laetitia Cropp Melodien, die um die Welt gingen (aber nicht das Ännchen von Tharau). Im übrigen würden wir diese Nacht ein Stunde weniger schlafen, da die Uhren auf Kurs Ost stets vor gestellt werden. Riga (Lettland) wartete bereits auf uns.
Siehe auch: http://www.myheimat.de/hannover-bothfeld/freizeit/...

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Hans-Rudolf König aus Marburg am 25.09.2010 um 20:21 Uhr  
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Gaby Floer aus Garbsen am 26.09.2010 um 00:41 Uhr  
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