IN 160 TAGEN UM DIE WELT (TEIL 22): VON SÜDAUSTRALIEN NACH MAURITIUS

von Hans-Rudolf König aus Marburg | am 19.02.2009 | 394 mal gelesen | 11 Kommentare | 43 Bildkommentare | 21 Bilder
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Bizarre Felsen auf Kangaroo Island
 
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Blick Richtung Antarktis

18.3.08: Ankunft auf der Reede vor Kingscote, Kangaroo Island; Südaustralien. Trotz des starken Seegangs wird getendert, denn man hat ja jede Menge Ausflugstickets verkauft. Mit Mühe und Not ergattern wir für uns einen Mietwagen (denn in Busse lassen wir uns nicht verladen) und fahren über die im letzten Jahr fast komplett abgebrannte Insel. Erinnerungen an Teneriffa werden wach.
Auf der entgegen gesetzten Seite der Insel befindet sich der Flinder’s Chase Nationalpark mit Seelöwenkolonien und bizarren Felsformationen. Die Seelöwen stinken erbärmlich wie eine Fischfabrik. Hier treffen wir auch auf die Bus-Ausflügler vom Schiff.
Die Rückfahrt über die abgebrannte Insel ist genau so erschreckend öde wie die Hinfahrt, obwohl wir eine andere Strecke befahren. Am Pier warten wir auf unsere Tenderboote, die uns zum Schiff zurück bringen sollen, das allerdings sehr weit draußen auf Reede ankert. Auf der von der Gischt nassen Holzpier rutscht eine alte Dame direkt vor mir aus und droht zwischen den Geländerstäben ins schäumende Meer zu rutschen. Ich kann sie gerade noch am Arm erwischen, bevor sie, so wie ihr Gehstock, ins Wasser fällt. Die Dünung des Meeres geht noch höher als am Vormittag. Deshalb wird die Rückfahrt mit den alten, nicht unbedingt seetüchtigen Rettungsbooten zum Abenteuer. Viele Passagiere werden panisch und hysterisch. Eine Welle drückt eine provisorisch eingesetzte Scheibe ein und Wasser schlägt heftig ins sog. Rettungsboot. Panik und nasse Beine sind unvermeidbar.
Das Aussteigen aus dem stark tanzenden Tender auf die vom Schiff herunter gelassene Gangway-Treppe wird zu einem riskanten Balanceakt mit mehreren Anläufen des Rettungsbootes. Besonders die alten Herrschaften, die sowieso kaum laufen können, haben hier schlechte Karten. Boot und Treppe schlagen heftig gegen die Bordwand des Schiffes und einige alte Damen werden auf den Armen von starken Matrosen evakuiert. Nun haben wir den Beweis: getendert wird auf Teufel komm raus, wo Exkursionen verkauft wurden. Bei anderen Zielen (ohne zusätzlich bezahlte Exkursionen) ist stets „der Schwell“ des Meeres zu stark. Nach diesen Aufregungen soll ich mir abends auch noch eine Kerstin Merlin anhören! Nein, danke!

19.3.08: „Erholung auf See“ – wir haben sie schon wieder nötig. Her mit dem Thriller. Das Bordprogramm in seiner sechsten Wiederholung ist geschenkt. Lediglich Peter Petrel erfreut uns mit einem zünftigen Dixieland-Frühschoppen am Pool. Das Meer mit seiner starken Dünung schaukelt uns abends herrlich in den Schlaf.

20.3.08: „Erholung auf See“ – Ja, danke! Balkonien ruft.

21.3.08: Albany, Australien. Ein dreistündiger Landgang wurde uns versprochen. Stattdessen werden nur
solche Passagiere, die eine teure zweitägige Exkursion durch Australiens Süden gebucht haben, von einem Ausflugsboot auf der Reede abgeholt. Die anderen Passagiere bleiben eingesperrt an Bord, weil es am Karfreitag angeblich keine Shuttlebusse gibt (?) und wir dampfen weiter in Richtung Fremantle/Perth.

22.3.08: Ankunft an der Pier von Fremantle, Westaustralien. Ein Stadtbummel bis zur alten Markthalle, vorbei an vielen nostalgischen Stadthäusern. Mit einem Ausflugsboot fahren wir auf eigene Faust den berühmten Swan-River hinauf bis in die schöne Stadt Perth. Rechts und links des Flusses Traumvillen und viele „Marinas“ mit schmucken Booten. Perth ist genauso gepflegt und sauber wie Sydney. Wir bummeln durch Parks und die Innenstadt, die sogar eine mittelalterliche Gasse mit englischen Fachwerkhäuserimitationen aufzuweisen hat. Gerne wären wir hier noch einen Tag auf dem Fünften Kontinent geblieben. Doch der Indische Ozean ruft.

Ostern, 23.3.08 bis 29.3.08: Nun liegen fünfeinhalbtausend Kilometer Wasser des Indischen Ozeans und sieben Seetage vor uns. Das übliche Bordprogramm interessiert uns kaum noch. Doch zunächst kommt einmal der Osterhase an Bord, obwohl das Meer uns heftig schaukelt.
Eine Woche lang halte ich zu wechselnden Tageszeiten Lesungen aus meinem Buch „Auf Touristen schießt man nicht“, das sehr gut ankommt. Viele Zuhörer möchten das Buch kaufen, doch es ist noch nicht gedruckt. Das Echo ist jedenfalls sehr positiv und spornt mich an, es nun fertig zu stellen.
Am Abend des 27.3. sind meine Frau und ich an den Kapitäns Tisch eingeladen. Diese besondere Ehre wird auf einer Reise nur sechs von 600 Passagieren erwiesen. Wir genießen den Begrüßungscocktail, ein exzellentes Menu in besonderer Gesellschaft.

30.3.08: „Erholung auf See“. Morgens um sieben Uhr sind wir alle an Deck und blicken auf die an Backbord liegende Insel Rodrigues Island, die zu Mauritius gehört. Das Meer ist spiegelglatt. Plötzlich macht das Schiff einen 90 Grad Schwenk nach Backbord. Unsere eigene Heckwelle überholt uns seitlich und lässt das Schiff schwanken. Sofort kommt die Ansage über die Bordlautsprecher, dass wir (na warum wohl?) wegen des starken “Schwells“ nicht ausgeschifft werden können. Das war mir schon vorher klar und ich gewinne wieder eine Wette, denn es waren ja keine Ausflüge angeboten und verkauft worden. Also, noch ein achter Seetag auf dem Indischen Ozean bis Mauritius. Siehe auch:
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/75437/in-16...

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Jürgen Bruns aus Lehrte am 19.02.2009 um 18:32 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 19.02.2009 um 18:44 Uhr  
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Jürgen Bruns aus Lehrte am 19.02.2009 um 19:57 Uhr  
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Hans-Rudolf König aus Marburg am 19.02.2009 um 20:32 Uhr  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 20.02.2009 um 02:32 Uhr  
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Willi Preis aus Seeg am 20.02.2009 um 15:59 Uhr  
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Jürgen Bruns aus Lehrte am 20.02.2009 um 18:00 Uhr  
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Hans-Rudolf König aus Marburg am 20.02.2009 um 18:05 Uhr  
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chris gunga aus Neustadt am Rübenberge am 21.02.2009 um 10:55 Uhr  
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