IN 160 TAGEN UM DIE WELT (3.Teil)

von Hans-Rudolf König aus Marburg | am 30.08.2008 | 258 mal gelesen | 12 Kommentare | 0 Bildkommentare | 0 Bilder

Kurz bevor wir Manaus erreichen passieren wir die Stelle, wo sich das Amazonaswasser (braun und warm) nur zögernd mit dem Wasser des Rio Negro (kalt und schwarz) mischt. Manaus liegt etwa 15 km flussaufwärts am Rio Negro, 1.700 km vom Atlantik entfernt .

21.12.07: Ankunft in Manaus. Ende der ersten Etappe um die Welt. Wir haben 5824 Seemeilen (10.786 km) zurück gelegt. Besucht wurden vier Länder und 11 Häfen. Gegessen wurden 14.370 Eier, 6753 kg Früchte, 3783 kg Fleisch. Getrunken wurden 347 Liter Bier, 54 Liter Wodka, 3217 Liter Milch! Nun haben wir dreiTage Zeit für Manaus, weil andere Kreuzfahrtpassagiere aus- und eingeschifft werden.

Der ganze Hafen besteht aus Schwimmdocks, die auf den jahreszeitlich bedingten Wasserständen schwimmen. Dieser lebhafte Hafen ist der Verkehrsknotenpunkt in der Wildnis des Regenwaldes. Indianerkanus, baufällige Kähne, Doppeldecker Passagierschiffe bestimmen das Hafenbild. Familien richten sich mit ihren Hängematten auf den Decks der Linienschiffe ein. Sie fahren hinab bis Belém oder hinauf bis Perú und Kolumbien. Alle Reichtümer des Landes werden hier angelandet und auf dem riesigen Markt angeboten.

Am ersten Tage erkunden wir trotz aller Warnungen alleine die Stadt. Wir tragen keinen Schmuck und die ärmlichste Kleidung, die wir bewusst eingepackt hatten. Wir verbringen fast den ganzen Tag auf dem unglaublich exotischen Markt und haben nur freundliche Kontakte mit den Einheimischen, deren Portugiesisch allerdings schwer zu verstehen ist. Viele unterhalten sich in Indianersprachen. Der Stamm der Anavilhanas lebt nicht weit von Manaus.

22.12.07: Wir haben eine Gruppe von 10 Leuten gebildet und verhandeln mit mehreren Besitzern von kleinen Ausflugsbooten für Touristen. Mit einem freundlichen Menschen werden wir handelseinig und los geht’s flussabwärts (wo wir herkamen) zu dem „Zusammenfluss der Wasser“ (siehe oben). Dann durch einen Nebenarm des Amazonas direkt in den Naturschutzpark Janauary. Gut mit Autan eingerieben ziehen wir zu Fuß auf einem Bretterweg in den dunklen Dschungel. Feuchtigkeit und Stille umhüllen uns. Fremde Tierstimmen, Tropfgeräusche. Unsere kleine Gruppe schweigt andächtig wie in der Kirche. Allein mit der Beschreibung dieses Ausfluges könnte ich ein paar Seiten füllen. Statt dessen einige eindrucksvolle Fotos.

Und dann erwischte uns der Regen im Regenwald. Eine Wasserwand stürzte durch die riesigen Bäume auf uns herab. Dagegen gibt es keinen Schutz, nur Flucht in ein Versammlungshaus der Indianer. Wir hatten in einer Plastiktüte trockene Kleidung mitgebracht (wegen der überstandenen Lungenentzündung). Nach dem 15-minütigen Guss wechselten wir einfach die Kleidung. Auf der Rückfahrt sahen wir Amazonas-Delphine und den großen Katzenwels neben unserem Boot.

23.10.07: Wieder gehen wir auf eigne Faust in die Stadt. Vorweihnachtliche Hektik wie in Europa. Nur viel bunter, lauter, lebhafter, gedrängter, drängelnder, anstrengender. C & A in karnevalistischer Weihnachtsdekoration. Wir besichtigen die weltberühmte sehr muffige Dschungel-Oper der damaligen Kautschuk-Ausbeuter und denken an Klaus Kinski. Abends legen wir ab wie in einem Traum. Wir lassen ein vorweihnachtliches Lichtermeer am Ufer und drei faszinierende Erlebnistage in einer exotischen Welt zurück. Adeus Manaus, obrigao!
Weltreise, Teil 2 unter: http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/48316/in-16...
Weltreise, Teil 1 unter:
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/47864/in-16...
Weltreise Vorwort unter:
http://www.myheimat.de/marburg/beitrag/47774/in-16...

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Weitere Tags: Indianer in Marburg (3), Victoria Amazonica (1)
12 Kommentare zum Beitrag
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Friederike Haack aus Marburg am 30.08.2008 um 02:08 Uhr  
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Gerda Landherr aus Neusäß am 30.08.2008 um 06:05 Uhr  
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Wolfgang Krebs aus Marburg am 30.08.2008 um 11:47 Uhr  
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Hans-Rudolf König aus Marburg am 08.09.2008 um 02:10 Uhr  
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