Einweihung eines Frühforderzentrums für behinderte Kleinkinder in Bosnien-Herzegowina
Vor einem Jahr wurde im November 2008 der Grundstein für das Frühförderzentrum für Kleinkinder mit Behinderung im bosnischen Zenica gelegt. Am 24. September 2009 fand die feierliche Einweihung des Zentrums statt. An der Umsetzung des Bauprojekts war der Marburger Verein Terra Tech maßgeblich beteiligt.
Der deutsche Botschafter in Bosnien-Herzgewina, Joachim Schmidt, erinnerte sich noch gut an das Wetter im November 2008. Es war ein kalter und grauer Tag. Ganz anders waren die klimatischen Gegebenheiten am Tag der Einweihung; strahlender Sonnenschein begleitete den feierlichen Akt. Mit Gedichten und Tänzen wurde die Zeremonie von Kindern des städtischen Kindergartens eröffnet. Es folgten Ansprachen des Bürgermeisters von Zenica, des Sozialministers des Kantons sowie des deutschen Botschafters. Joachim Schmidt würdigte die Einrichtung „als sehr wichtigen Beitrag für die bosnische Gesellschaft und die Integration junger Menschen mit Behinderung“ und hob das zivilgesellschaftliche Engagement einzelner hervor. Sein Dank richtete sich neben dem bosnischen Verein Humanost, der das Projekt initiiert hat und Träger der Einrichtung ist, auch an die Hilfsorganisation Terra Tech e.V. Der Marburger Verein hatte als technischer Partner mit finanzieller Unterstützung des deutschen Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das Bauprojekt umgesetzt. Die Kosten betrugen ca. 400.000 Euro. In Fragen der Ausstattung und des Therapieangebotes war die Lebenshilfe Plauen gGmbH als fachlicher Partner im Einsatz. Anwesende Gäste waren auch die 12 Bürgermeister der Gemeinden des Kantons, die für die laufenden Kosten des Zentrums aufkommen.
Am Tag nach der Einweihung fanden sich die ersten Kinder mit Behinderung zur Therapie ein. Sie kommen aus Familien, die in den 12 Gemeinden des Kantons leben. Die Kinder sind im Alter von null bis sechs Jahren und weisen körperliche, geistige, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklungsrückstände und/oder Behinderungen auf. „Aus Scham wurden die Kinder von ihren Eltern oder Angehörigen versteckt und vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Sie haben den ganzen Tag zu Hause verbracht, ohne das sich jemand mit ihnen beschäftigt hat. In ganz Bosnien gibt so gut wie keine Therapiemöglichkeit“, beklagte die Geschäftsführerin von Humanost, Dzenana Ceremic, die Situation noch vor einigen Monaten. Mit Heil- und Hilfsmitteln, die zum Teil aus Deutschland kommen, sowie einem umfassendem Therapieangebot (Physiotherapie, Logopädie, Psychologie etc.) wird der Mangel an Möglichkeiten langsam, aber effektiv angegangen. Von den positiven Ergebnissen der therapeutischen Förderung auf Kinder mit Behinderung kann man sich bereits in einer Einrichtung in der Stadt Maglaj (70 km nördlich von Zenica) überzeugen. Hier hat Humaost 2007 eine Einrichtung für ältere Kinder und Jugendliche errichtet. „Langfristiges Ziel ist es, die Kinder, aus denen irgendwann Erwachsene werden, in die Gesellschaft zu integrieren. Im nächsten Schritt ist daher der Bau einer Behindertenwerkstatt denkbar“, so die Zukunftsvision von Humanost.
Das freut mich sehr, dass diesen Kindern geholfen wird. Sieht auf den Bildern alles sehr nett aus.





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