Geliebte Samtpfoten - oder das Katzenelend nimmt kein Ende
Der Förderverein des Tierheims Cappel e.V. informiert
Ihre weichen Pfötchen, die großen Augen, ihr weiches Fell und ihr unglaubliches Talent, ihre Dosenöffner um die Pfote zu wickeln machen die Katze zu einem der beliebtesten Haustiere. Warme, weiche Schlafplätze, Menschen, die sich um sie kümmern, sie versorgen und mit ihnen spielen, dies sind einige Punkte, die zu einem glücklichen Katzenleben dazu gehören.
Doch wie sieht die Realität aus?
Jedes Jahr werden unzählige Katzenbabys geboren, meistens ungewollt, oder aufgrund von Mythen, die immer noch in den Köpfen von uns Menschen herumgeistern und jeglicher Grundlage entbehren (jede Katze sollte mindestens einmal im Leben Junge haben, eine kastrierte Katze fängt keine Mäuse mehr, ….solche Irrtümer gibt es unzählige).
Bereits mit einem halben Jahr ist eine Katze geschlechtsreif und wird mehrfach im Jahr rollig. Wenn eine Katze zweimal im Jahr Junge bekommt, mit einem Wurf von nur 4 bis 6 Jungen, von denen 3 Babys überleben, so werden aus einer Katze in einem Jahr schnell 7 Katzen. Möglich sind aber auch durchaus drei Würfe pro Jahr oder 6 bis 8 Babys pro Wurf. Auch die Nachkommen werden wiederum mit einem halben Jahr geschlechtsreif und sorgen ebenfalls für weitere Nachkommen. Wie sich die weitere Entwicklung darstellt, kann man sich vorstellen und es drängt sich die Frage auf, was mit all diesen Katzenbabys passiert.
Wenige von ihnen werden ein schönes Zuhause finden, aber dieses Glück wird nicht vielen zuteil. Jedes Jahr werden unzählige Katzen zu Tode gequält, erschlagen, ertränkt, überfahren, enden als Kragen an einer Jacke, werden erschossen, landen in Versuchslaboren, oder sterben an Parasiten oder Krankheiten, die mit unendlichem Leid und Schmerzen verbunden sind. Jedes Jahr, besonders im Frühling und im Herbst landen massenhaft Katzen, oftmals krank und ausgehungert, in Tierheimen und bei anderen Tierschutzorganisationen, die diese Flut mittlerweile nicht mehr bewältigen können. Die Berichte häufen sich, dass keine Tiere mehr aufgenommen werden können und dabei steht die nächste Flut von Katzenbabys schon vor der Tür. Dies ist nicht nur eine Frage der Unterbringungsmöglichkeiten, sondern die Aufnahme all dieser kranken und oftmals in erbärmlichem Zustand gefundenen oder abgegebenen Katzen stellt ein mittlerweile kaum mehr lösbares finanzielles Problem für die Tierheime und Tierschutzorganisationen dar. Die Tiere müssen oftmals tierärztlich behandelt und gesund gepflegt werden, sie müssen geimpft, kastriert und entwurmt werden. Für dies und mehr entstehen immense Kosten.
Das oben beschriebene Katzenelend spielt sich allerdings nicht nur bei den freilebenden Katzen ab, sondern wird mit verursacht durch Katzen, die ein festes Zuhause und die Möglichkeit zum Freigang haben, aber nicht kastriert sind.
Es gibt letztendlich nur einen Weg, dieses Katzenelend zu minimieren, die Kastration. Für die Tierärzte ist dies ein Routineeingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird und somit für die Katze schmerzfrei ist. Bereits einige Tage danach ist der Eingriff für die Katze schon vergessen und bringt für ihr weiteres Leben keinerlei Einschränkung mit sich. Die Kastration ist zudem nicht nur die einzige Möglichkeit, all dieses Katzenelend zu verringern, sondern bringt letztendlich auch einige Vorteile mit sich. Reviere werden nicht mehr ganz so weit ausgedehnt, es gibt keine übel riechenden Markierungen, für das Paarungsverhalten typische Paarungsbisse und -kämpfe fallen weg und somit verringert sich das Infektionsrisiko für Katzenaids (FIV) und Leukose, es treten weniger Aggressionen auf, die Katzen entwickeln meist eine stärkere Bindung an den Menschen, es entstehen kaum hormonell bedingte Erkrankungen (Gesäugetumore, Zysten, Gebärmutterentzündung, Prostatakrebs), es tritt keine Rolligkeit mehr auf und nicht zuletzt, es gibt keine Katzenbabys mehr. Es gibt also viele Gründe, die für eine Kastration sprechen.
Sollten Sie Besitzer einer Katze sein, die die Möglichkeit zum Freigang hat, lassen Sie sie bitte kastrieren. Auch wenn Sie bei einem Kater nicht unmittelbar von dem Problem des unerwünschten Katzennachwuchses betroffen sind, ein Kater mit Freigang kann ebenso für unglaublich viele Nachkommen sorgen und damit mitverantwortlich sein für all das Katzenelend um uns herum.
Falls Sie keine Katze haben und dennoch helfen wollen, können Sie natürlich auch spenden und somit finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, damit weitere Katzen kastriert werden können. Auch so können Sie einen aktiven und hilfreichen Beitrag leisten. Weitere Infos hierzu finden Sie auch auf der Homepage des Tierheims in Cappel (www.tierheim-marburg.de), oder schauen Sie doch mal im Tierheim vorbei. Vielleicht wartet ja dort ein neuer „Mitbewohner“ auf Sie.



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .