Blaulichtmeer in der Gisselberger Straße

Es ist Donnerstagabend gegen Viertel nach sieben. Ein Pkw überschlägt sich auf der Gisselberger Straße stadteinwärts und kommt auf dem angrenzenden Grünstreifen zum Liegen.

Kurz darauf trifft ein Rettungswagen von Ruhrmedic an der Einsatzstelle ein und verschafft sich einen Überblick: Ein Fahrzeug liegt auf dem Dach und eine Person ist darin eingeklemmt, eine weitere wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und dabei schwer verletzt. Im Hintergrund nähert sich bereits die Feuerwehr mit den ersten Fahrzeugen. Ein schlimmer Anblick – doch zum Glück nur eine Übung.

Die Feuerwehr Marburg-Ockershausen probte wie jedes Jahr realitätsnah den Ernstfall. Patrick Fischer und Björn Heinrich, die Ockershäuser Wehrführer, hatten sich das Szenario ausgedacht und vorbereitet. Dass ein Auto nach einem Unfall auf dem Dach liegenbleibt, kommt statistisch gesehen selten vor, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Durch die ungewöhnliche Lage des Fahrzeuges ergeben sich für Rettungsdienst und Feuerwehr besondere Herausforderungen – und die galt es durch die knapp 30 Übungsteilnehmer zu meistern. Der Rettungsdienst versorgte zunächst die schwerer verletze Person außerhalb des Fahrzeugs. Währenddessen schuf die Ockershäuser Wehr über ein Seitenfester den Erstzugang zur im Fahrzeug befindlichen Person. Die Besatzung des Rüstwagens der Einheit Marburg Mitte unterstützte die Arbeiten. Schnell war klar: Die Türen lassen sich nicht öffnen und der Fahrer ist im Fußbereich eingeklemmt. Also hieß es für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr ihre schweren Geräte einzusetzen, damit eine patientenorientierte Rettung aus dem Fahrzeug möglich ist. Weil Benzin ausgetreten war, bereiteten die Feuerwehrleute parallel den Löschangriff vor. Eine gute Stunde später war das Szenario erfolgreich abgearbeitet und die Aufräumarbeiten beendet.

Fischer und Heinrich resümierten mit den Übungsteilnehmern jetzt gemeinsam das Erlebte und waren zufrieden: „Eine solche Lage kommt selten vor und ist deutlich schwieriger zu handhaben, als wenn das Fahrzeug auf den Reifen steht. Dennoch konnten wir den Fahrer befreien.“ Gleichzeitig wurde Verbesserungspotential entdeckt. „Niemand ist perfekt und da ein Unfall mit Überschlag eher selten geübt wird, sind die Handgriffe nicht derart routiniert wie im Normalfall. Aber genau deswegen stand heute dieses Szenario auf dem Dienstplan. Nur so ist die Ockershäuser Feuerwehr weiterhin gut im Bereich der technischen Unfallhilfe aufgestellt.“ Nach der Übung ging es für die Besatzung der acht Fahrzeuge zurück zum Feuerwehrhaus Am Herrenfeld, wo sich in gemütlicher Runde über die Ausbildungseinheit ausgetauscht wurde.

Wer Interesse an der Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Ockershausen hat, findet Informationen unter www.feuerwehr-ockershausen.org oder bei Facebook. Die Einsatzabteilung trifft sich donnerstags ab 19 Uhr zu ihren Ausbildungseinheiten, die Jugendabteilung mittwochs ab 18 Uhr.
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Siegfried Kuhl (sk1941) aus Marburg | 31.05.2015 | 15:11  
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