Als Oma noch kochte...

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Falscher Hase (Foto: (c) Sassi / www.pixelio.de)

27.11.2008

Als Oma noch kochte...

Falscher Hase


Wer kann sich noch erinnern? An die Zeiten als Oma noch kochte?

Ich kann mich noch sehr gut an all die leckeren Gerichte aus dieser Zeit erinnern. Ab und zu versuche ich diese nachzukochen, aber es ist verdammt schwierig den in Erinnerung haftenden Geschmack von damals zu erzielen.

Zur Winterzeit kam bei uns zu Hause gelegentlich ein richtiger Wildhase auf den Tisch. Doch nicht immer konnte man einen solchen bekommen oder das Geld reichte nicht dafür aus. Kanninchen, wie bei den Nachbarn, mochten wir nicht. Ebenso wenig kam es für uns nicht in Frage, den Dachhasen als Alternative zu nehmen. Also musste Oma mit ihren Kochkünsten herhalten. Sie verstand es aus den einfachsten Zutaten für uns ein in Erinnerung bleibendes Festmahl zu zaubern.

Mittlerweile habe ich eines dieser Immer-im-Gedächnis-bleibenden-Festmahle, den Falschen Hasen, so gut hinbekommen, dass ich beim Verzehr wieder in Omas Küche zurück versetzt werde.

Nur den damals das Festmahl begleitetenden Rotspon aus Lübeck mag ich heute nicht mehr. Ich ziehe zu meinem Festmahl lieber einen Bourogne, und wenn das Geld mal nicht reicht einen leichten Beaujolais, vor.


Rezept Falscher Hase

Zutaten:

1 kg Schweinemett leicht gewürzt
alternativ: 1 kg leicht gewürztes Hack 1/2 + 1/2
3 eingeweichte Semmeln
6 rohe Eier
Grobes Paniermehl (am besten aus alten Brötchen selbst hergestellt)
Wildgewürzpulver

Zubereitung:

Schweinemett + eingeweichte Semmeln + rohe Eier in eine große Schüssel oder auf ein großes Blech mit Rand geben.
Alles sehr gut durchkneten / vermischen.
Je nach Gusto mit Wildgewürzpulver abschmecken.
Paniermehl nach und nach vorsichtig unterkneten bis eine leicht feste Masse entstanden ist.
Die Masse in ein oder zwei hohe rechteckige Kuchenformen geben und im Ofen bei mittlerer Hitze ca. 45 bis 60 Minuten backen.

Zeitaufwand: ca. 1 Stunde 15 Minuten

Kosten für den falschen Hasen, je nach verwendeten Zutaten: 7,00 EUR bis 15,00 EUR



Anmerkungen:

Sollte der Etat für den falschen Hasen knapp bemessen sein oder mehr Leute zum Essen kommen, so können ohne weiteres bis sechs eingeweichte Brötchen untergemischt werden.

In einigen Landesteilen wurde der falsche Hase mit einer Füllung serviert. Diese Füllung kann aus hart gekochten Eiern oder auch aus kleinen Bratäpfeln / -birnen bestehen.

Ebenso wurde der falsche Hase in verschiedenen Landesteilen auch in diversen Formgebungen zubereitet.
Die bekannteste ist die hohe rechteckige Formgebung, bedingt durch das Braten in einer rechteckigen hohen Kuchen- / Pastetenform.
Die Formgebung eines modellierten Hasenrückens ist ebenfalls weit verbreitet gewesen. Hierbei wird die zubereitete Masse auf einem Backblech wie ein Hasenrücken geformt, mit Speckscheiben bedeckt und in der Röhre gegart.

Der falsche Hase wurde kalt oder warm / mit und ohne Soße serviert. Die Soße war immer eine braune / dunkle Soße. Unsere Oma servierte den falsche Hasen immer als warme Hauptmahlzeit mit einer Preißelbeersauce. Dazu gab es gekochte Kartoffeln oder Klöße und Rotkraut.



Rezept Preißelbeersauce

Zutaten:

2 Beutel Maggi Wildsoße
2 Schachtel Knorr Schweinebratensoße
alternativ: 4 Schachteln Knorr Schweinebratensoße (für 4 x 0,25 L = 1 Liter)
1 Glas (ca. 400 ml) "billige" Preißelbeeren
1 Becher Saure Sahne (0,2 oder 0,25 Liter)
1/2 Liter Rotwein oder Sherry medium
1/4 Liter Wasser
Pfeffer aus der Mühle (KEIN Salz verwenden!!!)

Zubereitung:

Wein + Wasser aufkochen
Spoßenpulver unterrühren
5 Minuten köcheln lassen
Saure Sahne unterrühren
weitere 5 Minuten köcheln lassen
Preißelbeeren unterrühren
Pfeffer aus der Mühle (Menge je nach Geschmack)
mindestens weitere 5 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen

Die Soße ist fertig, wenn sie die für Ihren Geschmack richtige Konsistenz hat.

Zeitaufwand: ca. 20 bis 30 Minuten

Kosten der Soße, je nach verwendeten Zutaten: 3,20 EUR bis 6,00 EUR







Bildnachweis:
Sassi / www.pixelio.de
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